Künstliche Intelligenz Erwachender Riese

Der Markt für lernende Computersysteme wächst rasant. Künstliche Intelligenz drängt unaufhaltsam in Büros und Fabriken – mit erheblichen Folgen für die Arbeitswelt. Die Produktivität steigt, doch einfache Jobs wackeln.
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Maschineller Besuch an der britischen Universität von Oxford. Quelle: Roger Askew/REX/Shutterstock
Kluge Roboter

Maschineller Besuch an der britischen Universität von Oxford.

(Foto: Roger Askew/REX/Shutterstock)

KölnEin Computer, der allein programmieren kann? Mit Methoden der künstlichen Intelligenz (KI) ist das möglich, wie Microsoft Research und die University of Cambridge kürzlich bewiesen. Deren System „DeepCoder“ testet Programmzeilen aus vorhandenen Anwendungen und kombiniert daraus in Sekunden funktionierende Software. Größere Anwendungen würden aus kleinen Codeschnipseln zusammengesetzt, berichtet der „New Scientist“.

Die schlauen Roboter erobern die Arbeitswelt: Ob bald sogar Programmierer ihren Job einbüßen, bleibt abzuwarten. Doch Unternehmen seien gut beraten, konkrete Anwendungsszenarien abzuwägen, sagt Olaf Rehse, Senior Partner der Boston Consulting Group (BCG). In zehn Jahren könnte jeder zweite Job in Callcentern wegfallen, ergab eine BCG-Studie. „Künstliche Intelligenz kann hier viel schneller als ein Mensch ein Problem lösen, indem es auf die Gesamtheit der Kundenanfragen zugreift. Das System erkennt, ob zuvor bereits eine Lösung gefunden worden ist“, sagt Rehse. Er prophezeit: Bei Dienstleistungen werden in fünf bis zehn Jahren 13 Prozent aller Jobs kippen.

Mittelfristig seien auch anspruchsvollere Planungs- und Steuerungsaufgaben effizienter von KI zu erledigen, etwa beim Marketing: „Computer können durch eine intelligente Verknüpfung von Markt- und Firmendaten die Gründe für den Erfolg einer Kampagne erkennen und darauf aufbauend ähnliche Maßnahmen entwerfen“, erklärt Rehse. Sein Eindruck: „Viele experimentieren schon jetzt mit KI, aber noch nicht strategisch genug.“

Auf der Cebit wurde das Thema großgeschrieben. Das Partnerland Japan ist eine KI-Hochburg, sehr plastisch begreifbar wurde das, als Hiroshi Ishiguro mit seinem Roboter-Zwilling die Bühne in Hannover betrat. Der Direktor des Intelligent Robotics Laboratory der Universität Osaka stellte seinen Stellvertreter aus Silikon und Silizium in Aktion vor.

Die zehn besten Sprachbefehle
Sprechen statt Tippen
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Experten sind sich einig, dass die Zukunft der Sprachsteuerung gehört. Ob Alexa (Amazon), Siri von Apple, Cortana von Microsoft oder Google Home: Die digitalen Assistenten helfen bei der Suche nach dem Fernsehprogramm, steuern vernetzte Haustechnik, bestellen ein Taxi und vieles mehr. Die Zeitschrift „Computer Bild“ (6/2017) hat das Bierdosen-große System Alexa getestet und die zehn besten Sprechbefehle notiert.

„Alexa, leiser!“
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Was noch nicht klappt, so die Kollegen von „Computer Bild“, ist per Alexa und Fire TV die TV-Lautstärke zu regeln. Wohl aber mit den Echo-Lautsprechern. Auch „...lauter!“ soll gehen und mit „Alexa, Ton aus!“ lässt sich die smarte Assistentin stumm machen.

„Alexa, was steht in meinem Kalender?“
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Nach diesem Befehl liest die Sprachassistentin den nächsten Termin mit dem Chef oder einem Geschäftspartner vor, den Sie sich bei Google oder Outlook notiert haben. Neue Termine werden von Alexa mit dem Befehl: „Alexa, füge meinem Kalender einen Termin hinzu“ übernommen, eingerichtet wird der Kalender in der App.

„...suche nach Bruce Willis!“
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Für diejenigen, die Filmdienste wir Netflix oder Amazon Prima abonniert und Fire TV haben, durchsucht Alexa alles gleichzeitig nach beispielsweise Bruce Willis. Die Wiedergebe lässt sich mit Befehlen wie „Pause!“ oder „Nächste Episode“ steuern.

„Alexa, wie ist das Wetter in Rom?“
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Was die Kollegen von „Computer Bild“ aber auch entdeckt haben: Alexa ist fehlbar. So ertönt nach diesem Befehl die Wetterlage im mecklenburgischen Rom, denn das italienische scheint ihr unbekannt. Eine Prognose für Ihren Standort gibt es aber mit „Alexa, wie wird das Wetter?“.

„Alexa, was gibt es Neues?“
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Nach diesem Befehl nennt die Dame Alexa die neuesten Nachrichten. In der Alexa-App werden Themengebiete, die Sie interessieren, konfiguriert und mit „Alexa, weiter!“ springen Sie zur nächsten Nachricht.

„Alexa, wie hat Schalke 04 gespielt?“
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Auch über die aktuellsten Sportergebnisse informiert die Sprachassistentin. Lieblingsmannschaften lassen sich in der App eintragen, die nächsten Spieltermine gibt es nach dem Befehl: „Alexa, wann spielt Schalke 04 als Nächstes?“

Die Kunden der Versicherungskammer Bayern (VKB) werden noch nicht von puppenähnlichen Robotern bedient. Allerdings kommunizieren sie seit Dezember mit Watson, einem KI-System von IBM. Watson versteht den Kontext ganzer Sätze. Weil das System mit jedem Kundenschreiben dazulernt, ordnet es die Anliegen schnell Sachbearbeitern zu. „Watson hilft uns, mit Kunden zielgerichteter zu kommunizieren“, sagt Isabel Martorell-Nassl, VKB-Bereichsleiterin. Stellen seien nicht gestrichen worden, sagt sie. Vier Mitarbeiter würden das Know-how aufbauen, um die Prozesse rund um Watson zu steuern.

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