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Industrie 4.0 – Schritt halten mit der Zukunft

Roboterbauer Kuka steht vor einem Stellenabbau

Teil des Sparprogramms soll ein Personalabbau sein. Der Betriebsrat des Roboterbauers fordert sozialverträgliche Lösungen – und einen dauerhaften Vertrag für Interims-CEO Mohnen.
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Der Roboterbauer hatte die Prognosen für 2018 zweimal nach unten korrigieren müssen. Quelle: Reuters
Kuka

Der Roboterbauer hatte die Prognosen für 2018 zweimal nach unten korrigieren müssen.

(Foto: Reuters)

München Es ist eine ungewöhnliche Situation für Peter Mohnen. Am Donnerstag will er seine Sparpläne für den kriselnden Roboterbauer Kuka vorlegen. Doch ob er diese selbst wird umsetzen können, ist nicht gewiss. Der frühere Finanzvorstand ist seit dem Abgang des langjährigen Konzernchefs Till Reuter Interims-CEO. Nun warten alle auf das Signal des chinesischen Eigentümers Midea, dass er einen ordentlichen Vertrag bekommt.

Kuka hat turbulente Monate hinter sich. Zwei Gewinnwarnungen verärgerten nicht nur den chinesischen Großaktionär Midea. „Natürlich ist die Unsicherheit groß“, sagt auch der Augsburger Betriebsratsvorsitzende und Aufsichtsrat Armin Kolb im Gespräch mit dem Handelsblatt. Alle Beteiligten hätten ein Interesse daran, dass der frühere Finanzvorstand Mohnen fest zum CEO berufen werde, sagte Kolb. „Einen Besseren hätte man nicht erwischen können.“

Er hoffe, dass die Berufung „schnellstmöglich“ erfolge. Die Interimslösung sei auch Teil der Verunsicherung der Belegschaft. Doch in Industriekreisen wird derzeit nicht damit gerechnet, dass die Vertragsfrage vor der Bilanzvorlage am Donnerstag geklärt wird.

Mit dem Sparprogramm will Mohnen die Kosten um 300 Millionen Euro drücken. Dabei steht laut Industriekreisen fest: „Es wird einen Personalabbau geben.“ Auch Betriebsratschef Kolb stellt sich auf Einschnitte ein. „Wir im Betriebsrat werden aber dafür kämpfen, dass ein möglicher Stellenabbau wie in der Vergangenheit zum Beispiel bei Kuka Systems sozialverträglich erfolgt.“ Er sei aber zuversichtlich, dass „alle Beteiligten aus Vorstand und den einzelnen Geschäftsführungen ihrer Verantwortung gerecht werden“.

China will Ergebnisse

Mohnen steht unter Druck, rasch Fortschritte zu präsentieren. Die Chinesen achteten stark auf Kennziffern und die operative Performance, sagt ein Insider. Allerdings sei das Umfeld schwierig. Kuka leidet unter anderem unter der Schwäche in der Autobranche, die der wichtigste Abnehmer von Industrierobotern ist. „Da muss sich auch Kuka dem Marktumfeld anpassen“, so ein Branchenkenner.

Der Konkurrent ABB hatte sich zuletzt allerdings optimistischer gezeigt. „Die Faktoren für einen langfristigen Aufwärtstrend in der Automatisierung und Robotik sind intakt“, sagte ABB-Vorstand Sami Atiya dem Handelsblatt.

Kuka hatte die Prognosen für 2018 zweimal nach unten korrigieren müssen. Zuletzt rechnete das Unternehmen nur noch mit etwa 3,2 Milliarden Euro Umsatz und einer operativen Umsatzrendite von 3,0 Prozent. Ursprünglich war Kuka von 3,5 Milliarden Euro Umsatz und einer Marge von 5,5 Prozent ausgegangen. Midea hatte für den Augsburger Roboterbauer mehr als vier Milliarden Euro bezahlt – und damit Ängste vor einem Ausverkauf deutscher Hochtechnologie ausgelöst.

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass auch der Generalbevollmächtigte Siegfried Schwung geht, der die Investorenvereinbarung mit Midea ausgehandelt hatte. Darin gaben die Chinesen Garantien für Standorte und Beschäftigung bis 2023. In Industriekreisen wird nun betont, dass die Investorenvereinbarung natürlich weiter gelte und auch Schwungs Nachfolger mit strengem Auge darüber wachen werde.

Betriebsratschef Kolb betont: „Die Investorenvereinbarung wird jeden Tag gelebt.“ Die Zusagen seien auch nach dem Abgang des Generalbevollmächtigten gültig. Im Übrigen hätten auch die Chinesen ein großes Interesse daran, dass Kuka nicht als Negativbeispiel für chinesische Übernahmen gesehen werde. „Man will auch in China, dass das funktioniert.“ Es gebe eine gute und offene Arbeitsbeziehung im Aufsichtsrat.

Operativ soll die Zusammenarbeit aber noch nicht optimal laufen. Kuka hatte eigentlich mit Midea-Hilfe auf dem chinesischen Markt so richtig durchstarten und seine Roboter verstärkt auch an die Hausgeräte-Fabriken von Midea verkaufen wollen. Doch manchem Werksleiter waren die Kuka-Roboter laut Industriekreisen schlicht zu teuer, zudem habe es zeitweise Lieferschwierigkeiten gegeben.

Mohnen kündigte an, die Zusammenarbeit mit Midea verbessern zu wollen. Eine deutsch-chinesische Taskforce mit „interkulturell erfahrenen Fachkräften“ soll dabei helfen.

Nun muss noch die Führungsfrage geklärt werden. Laut Industriekreisen hatten sich die Chinesen auch extern umgesehen. Der Interimschef habe aber eine faire Chance bekommen sollen. Mohnen sei im Unternehmen weithin respektiert, heißt es. „Eine dauerhafte Berufung wäre ein wichtiges Signal.“

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