Start-up Konux Die Defekt-Vorherseher

Smarte Sensoren und prominente Investoren: Ein Münchner Startup will die eingerostete deutsche Industrie revolutionieren indem es hilft, Störungen zu beheben bevor sie auftreten. Ein Dax-Konzern schwört bereits darauf.3
Im vergangenen Jahr hatte jeder vierte Zug des Staatskonzerns mindestens sechs Minuten Verspätung. Quelle: dpa
Deutsche Bahn

Im vergangenen Jahr hatte jeder vierte Zug des Staatskonzerns mindestens sechs Minuten Verspätung.

(Foto: dpa)

HannoverEs ist der Alptraum aller Reisenden: Mitten im Berufsverkehr tritt eine Störung auf. Der Bahnverkehr muss eingeschränkt werden, einige Züge fallen sogar ganz aus. Überfüllte Ersatzbusse kommen nur langsam ins Rollen. Für Pendler und Touristen ist solch eine beinahe alltägliche Situation ärgerlich – für die Deutsche Bahn ist es eine Katastrophe.

Im vergangenen Jahr hatte jeder vierte Zug des Staatskonzerns mindestens sechs Minuten Verspätung. Jeder zehnte Zug rollte mehr als 15 Minuten später im Zielort ein als vorgesehen. Die Unpünktlichkeit kostet Milliarden. Für 2015 weist die Deutsche Bahn hohe Verluste aus. In dieser Notlage schickt sich nun ein Münchner Start-up an, das Image des größten Mobilitätskonzerns des Landes aufzupolieren. Das ambitionierte Ziel: Verspätungen und Totalausfälle infolge von Weichenstörungen sollen der Vergangenheit angehören. „Mit unserer Technik lassen sich Defekte erkennen, bevor sie eintreten“, sagte Andreas Kunze dem Handelsblatt. Der Mitgründer und CEO von Konux stattet gerade einen Teil der 70.000 Weichen im Schienennetz der Deutschen Bahn mit smarten Sensoren aus. Dank der Messgeräte kann Konux auf tausende Daten zurückgreifen, die etwa darüber Auskunft geben, welchen Temperaturen, Vibrationen oder Druckverhältnissen die Weichen ausgesetzt sind.

IT-Trends für den Mittelstand
Smart Factory
1 von 6

Immer mehr Objekte der realen Welt sind digital miteinander vernetzt und beeinflussen so die Unternehmensprozesse. So lassen sich Fertigung und Logistik einfacher steuern, stärker automatisieren und beschleunigen. Zudem haben Unternehmen nun den besseren Überblick über die aktuelle Verfügbarkeit von Maschinen, Material und Personal.

Smart Car
2 von 6

Autonomes Fahren wird sich laut IT-Branchenverband Bitkom innerhalb der nächsten 15 Jahre durchsetzen. Doch längst können Smart Cars mehr, als Personen sicher und bequem von A nach B zu transportieren: Das Auto wird schon bald auch mit dem unternehmensinternen CRM-System vernetzt sein, zeigt zum Beispiel automatisch den Weg zum Kunden an, liest unterwegs E-Mails vor und erlaubt Videokonferenzen.

Augmented Reality
3 von 6

Apps, durch die man Informationen über bestimmte Objekte eingeblendet bekommt, beschleunigen schon heute Wartung und Reparaturen. Für dieses Jahr erwarten Marktauguren, dass auch die Holografie große Fortschritte macht und sich durch räumliche Projektion Kleidung, Maschinen oder auch medizinische Prothesen noch in der Designphase visualisieren lassen.

Wearables
4 von 6

Wo Holografie nicht einsetzbar ist, unterstützen Datenbrillen und andere Wearable-Geräte berufliche Anwender bei ihren Aufgaben. Offene Datenformate sorgen dafür, dass Geräte und Anwendungen auf unterschiedlichste Informationen zugreifen können, wie zum Beispiel auf Daten aus dem ERP- oder CRM-System. Dadurch könnten Unternehmer etwa Einkaufs- oder Bestellprozesse von unterwegs anstoßen oder Warnhinweise erhalten, wenn beispielsweise eine Störung in der Firma aufgetreten ist.

Cloud
5 von 6

Der Cloud-Markt in Deutschland wächst rasant - egal ob Officesoftware, Unternehmensanwendungen, Backup-Services oder Onlinespeicher. Wichtiger Treiber dieser Entwicklung ist der wachsende Bedarf an mobilen Lösungen, die auf der Cloud-Technologie basieren. Sicherheit und Datenschutz bleiben dabei die wichtigsten Herausforderungen für die Anbieter.

3-D-Druck
6 von 6

3-D-Druck lässt Modelle, Prototypen und Kleinserien schneller und kostengünstiger produzieren, als das bislang möglich war - wichtig für die Sicherung des Produktionsstandorts Europa. Welche Geschäftsmodelle sich dem Mittelstand bieten, steht auf creditreform-magazin.de/3d-druck.

Selbstlernende Algorithmen werten die Daten aus und sagen punktgenau voraus, wann eine Weiche so abgenutzt ist, dass sie ausgetauscht werden muss. Der Vorteil: Die Deutsche Bahn kann proaktiv reagieren. Statt das Verschleißteil erst dann zu ersetzen, wenn ein Defekt eintritt, lässt sich der nötige Weichenwechsel vorab planen und spätnachts bei geringem Zugverkehr durchführen. Konux verspricht, dass sich durch diese vorbeugende Wartung (Predicitive Maintenance) die Maschinenverfügbarkeit deutlich erhöht und die Instandhaltungskosten um mehr als 25 Prozent senken lassen.
Auf der weltgrößten Industriemesse in Hannover zählt Konux in diesem Jahr zu den fortschrittlichsten Gründern. Während andere Jungunternehmer noch nach Geldgebern suchen, um ihre Prototypen marktreif zu formen, können die Münchner bereits mit einer gut gefüllten Kriegskasse und maßgenschneiderten Lösungen aufwarten. Erst vor zwei Wochen sammelte Konux 6,6 Millionen Euro bei einem Konsortium aus Risikokapitalgebern (NEA, MIG Fonds, UnternehmerTUM-Fonds) ein. Schon länger überzeugt von den Fähigkeiten der insgesamt fünf Unternehmensgründer ist Andreas von Bechtolsheim, der legendäre erste Investor von Google.

Der Markt für smarte Sensoren boomt
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Start-up Konux - Die Defekt-Vorherseher

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%