Studie zu Digitalisierung Das Milliardenpotential von Industrie 4.0

Industrie 4.0, Digitalisierung, vierte industrielle Revolution: Das erzeugt bei vielen Unternehmen und Mitarbeitern noch immer Ängste. Eine neue Studie zur digitalen Vernetzung von Mensch und Maschine stimmt optimistisch.
Für Westeuropa sieht Roland Berger die Chance, die Kapitaleffizienz durch den verstärkten Einsatz von Industrie 4.0 von heute 18 Prozent auf 28 Prozent im Jahr 2035 zu steigern. Quelle: Getty Images

Für Westeuropa sieht Roland Berger die Chance, die Kapitaleffizienz durch den verstärkten Einsatz von Industrie 4.0 von heute 18 Prozent auf 28 Prozent im Jahr 2035 zu steigern.

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HannoverSoviel auf der Hannover Messe auch die Rede ist von den Chancen der Industrie 4.0: Noch immer gibt es bei Unternehmen wie Beschäftigten viele Ängste. Deutschland könne den Anschluss verlieren, viele Jobs überflüssig werden. Die Berater von Roland Berger zumindest sind zuversichtlich. Die Digitalisierung könne die Kapitaleffizienz der westeuropäischen Unternehmen massiv verbessern, schreiben sie in einer neuen Studie. Auch könne die Arbeitsplatzbilanz unter dem Strich positiv ausfallen.

Industrie 4.0 dürfe nicht mit Automatisierung verwechselt werden, sagte Roland-Berger-Partner Thomas Rinn. "Denn durch die Automatisierung werden Produktionsprozesse nur durch eine höhere Kapitalbindung effizienter. Ein effizienterer Einsatz des Kapitals wird erst durch Industrie 4.0 möglich."

Schon in den vergangenen Jahren profitierten die deutschen Unternehmen der Studie zufolge. Als einziges Land habe Deutschland in den vergangenen 15 Jahren durch den konsequenten Ausbau von Industrie 4.0 die Kapitalrendite in der Industrie deutlich von 12 auf mehr als 30 Prozent steigern können. Weiteres Potenzial sei vorhanden. Am Beispiel eines Automobilzulieferers habe man errechnet, dass durch die Umstellung der Produktion auf Industrie 4.0 die Rendite auf das eingesetzte Kapital um 25 Prozentpunkte auf 40 Prozent verbessert werden könnte. Zudem wäre eine Verbesserung der Maschinenauslastung von 65 Prozent auf 90 Prozent möglich.

Zehn Gründe, warum Sie eine Karriere in der IT anstreben sollten
Fachkräftemangel in der Branche
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Eine aktuelle Arbeitsmarktstudie zeigt: Qualifizierte IT-Fachkräfte zu finden, ist alles andere als einfach. 88 Prozent der Technologieverantwortlichen sehen eine große Herausforderung darin, fachkundiges Personal auszumachen. Fast genauso viele CIOs (80 Prozent) sind besorgt, ihre besten Mitarbeiter an die Konkurrenz zu verlieren. IT-Fachkräfte befinden sich also aufgrund der positiven Wirtschaftslage in einer vorteilhaften Position, ihren nächsten Karriereschritt zu planen – sei es eine neue Jobposition, eine Gehaltssteigerung oder ein größerer Verantwortungsbereich. Der Fachkräftemangel in der Branche begünstigt Karrierepläne.

Die Wahl zwischen mehreren Jobmöglichkeiten
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Der zunehmende Bedarf an IT-Fachkräften hat - seitens der Arbeitnehmer- zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein in Gehaltsverhandlungen geführt. In der Informationstechnologie macht jede zweite Führungskraft die Erfahrung, dass IT-Profis heute häufiger über ihr Gehalt verhandeln als in den vergangenen Jahren. Der Hauptgrund: IT-Experten können oftmals zwischen mehreren Jobangeboten auswählen.

Die Gehaltsentwicklung ist überdurchschnittlich gut
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Für dieses Jahr prognostizieren deutsche CIOs im IT-Bereich Gehaltssteigerungen von etwa sechs Prozent. Mit dem Gehaltsplus übertreffen IT-Profis nicht nur die von der deutschen Bundesbank prognostizierte Inflationsrate von etwa 1,1 Prozent, sondern auch die erwartete deutschlandweite Gehaltsentwicklung von durchschnittlich drei Prozent. Der Durchschnittsverdienst in Deutschland liegt bei satten 67.000 Euro im Jahr. Der Gehaltsanstieg spiegelt somit den hohen Bedarf an IT-Fachkräften wider und macht die Branche für Karrieremenschen besonders attraktiv.

IT-Sicherheitsexperten werden besonders gesucht
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Die Nachfrage nach spezialisierten IT-Profis ist groß: Für 43 Prozent der CIOs ist es denkbar schwierig, qualifizierte Fachkräfte im Bereich IT-Security zu finden. Der Sicherheitsaspekt spielt bei vielen aktuellen Themen, wie Digitalisierung, Big Data und Cloud Computing eine wichtige Rolle. Insbesondere für anstehende Digitalisierungsprojekte sind IT-Profis kompetente Partner bei der Umsetzung. Eine spezialisierte Berufsausbildung zahlt sich also aus.

Personelle Unterstützung ist für Unternehmen unverzichtbar
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Durch die Digitalisierung und Industrie 4.0 wächst der Einfluss der Informationstechnologie in Unternehmen und ihren Geschäftsprozessen zusehends. Um diese Herausforderung zu stemmen, brauchen IT-Abteilungen personelle Unterstützung. Die größte Bedeutung für die Unternehmensentwicklung messen Technologiechefs den Bereichen IT-Sicherheit (46 Prozent), Cloud-Technologie (24 Prozent) und Mobile Lösungen (13 Prozent) bei. Hier haben Arbeitnehmer die besten Chancen auf eine Karriere.

IT-Budgets steigen
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Auch neue, unternehmensinterne Initiativen öffnen IT-Profis neue Chancen. Knapp die Hälfte der CIOs - nämlich 49 Prozent - ging im vergangenen Jahr von steigenden IT-Budgets aus, wodurch diese Projekte geplant werden können. Wer sich auf Mobile Lösungen spezialisiert hat, hat besonders gute Chancen: 34 Prozent der IT-Führungskräfte gaben an, in diesem Bereich Unterstützung zu brauchen. Außerdem wird für die Verbesserung der Geschäftsprozesse nach IT-Profis verlangt - zumindest Glauben das 30 Prozent der in der Studie befragten CIOs. Genauso viele IT-Führungskräfte sind davon überzeugt, dass Informationstechnologen Virtualisierungsprozesse gewinnbringend verbessern können.

IT-Abteilungen wachsen
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Zwei Drittel (66 Prozent) der deutschen CIOs gehen davon aus, dass ihre Teams innerhalb der nächsten fünf Jahre um 30 Prozent wachsen werden. Gleichzeitig aber wird es schwieriger, Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und neues Personal zu finden - das zumindest nehmen 47 bis 51 Prozent der in der Studie befragten IT-Profis an. Vor allem der deutsche IT-Mittelstand sieht zuversichtlich in die Zukunft. Laut einer Studie von Bitkom möchte mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen (60 Prozent) neue Mitarbeiter einstellen. Das dürfte ambitionierten Jobsuchenden Hoffnung machen.

Für Westeuropa insgesamt sieht Roland Berger die Chance, die Kapitaleffizienz durch den verstärkten Einsatz von Industrie 4.0 von heute 18 Prozent auf 28 Prozent im Jahr 2035 zu steigern. "Dies kann zu einem zusätzlichen Wertbeitrag von 420 Milliarden Euro durch höhere Gewinne und weniger gebundenes Kapital führen."

Dabei können nach Einschätzung der Industrie nicht nur die großen Konzerne profitieren. Die 4.0-Lösungen könnten inzwischen auf die Bedürfnisse des Mittelstands zugeschnitten werden, sagte Siemens-Industrievorstand Klaus Helmrich auf der Hannover Messe. "Egal, ob es sich um große Konzerne oder innovative mittelständische Betriebe handelt: Siemens begleitet und unterstützt seine Kunden auf dem Weg zu Industrie 4.0."

Dazu müssten die kleineren Unternehmen aber auch die notwendigen Investitionsmittel in die Hand nehmen. Viele Mittelständler hätten dies aber erkannt. Siemens setzt auf eine durchgängige Digitalisierung. So sollen zum Beispiel die Daten aus der Produktion und dem Service in das Design neuer Produkte und die Planung der Fertigung miteinfließen.

Obwohl die Produktivität weiter steigen wird, prognostizieren zumindest die Experten von Roland Berger unter dem Strich keine Arbeitsplatzverluste. "Traditionelle Jobs in der Industrie werden verloren gehen, dafür können in Westeuropa bis zu zehn Millionen neue Arbeitsplätze entstehen - vor allem im Bereich der Dienstleistung und IT", sagte Roland-Berger-Partner Max Blanchet. In Summe ergebe sich ein positiver Effekt.

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