Vernetzte Produktion bei Festo Lernen für die digitale Zukunft

Der Mittelständler Festo hat eine Fabrik in der Fabrik entwickelt, in der Mitarbeiter laufend digital geschult werden. Das Thema Weiterbildung 4.0 steht ganz oben auf der Agenda der Hannover Messe.
Bundeskanzlerin Angela Merkel begutachtete im März bei einer Werksführung durch die Hallen der Maschinenbau-Firma Festo in Ostfildern einen Roboterarm. Quelle: dpa
Merkel besucht Maschinenbauer Festo

Bundeskanzlerin Angela Merkel begutachtete im März bei einer Werksführung durch die Hallen der Maschinenbau-Firma Festo in Ostfildern einen Roboterarm.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSo könnte sie aussehen, die Fabrik der Zukunft: luftig, hell und aufgeräumt. Jede Menge Freiflächen rechts und links, von Stress ist hier bei den 1.200 Mitarbeitern in den Montageinseln wenig zu spüren. Der Automatisierungs- und Steuerungsspezialist Festo fertigt in Ostfildern seit einem halben Jahr rund 10.000 unterschiedliche Produkte aus der gut dreimal so großen Angebotspalette.

Was das Werk so besonders macht, ist das Konzept: Hier wird nicht nur schon nach den Grundprinzipien einer digital vernetzten Produktion gefertigt. Festo bereitet seine Mitarbeiter auch auf die Arbeitswelt der Zukunft vor - in einer eigens errichteten und integrierten Lernfabrik und im laufenden Betrieb. "Die Digitalisierung bringt eine erhebliche Zunahme der Dynamik. Die Menschen darauf vorzubereiten, erreicht eine neue Dimension", sagt Theodor Niehaus, Vorstand von Festo Didactic, dem Bildungsstandbein des Automatisierungsspezialisten.

"Diese Mitarbeiter brauchen ganz andere Kompetenzen." Denn Entwicklung, Produktion und Vertrieb immer stärker über IT und Software technisch zu vernetzen, ist die eine Herausforderung im Zeitalter von Industrie 4.0. Die Beschäftigten darauf vorzubereiten, die andere. In den Chefetagen der Industrie dämmert langsam die Erkenntnis, dass die klassischen Ausbildungswege dafür nicht mehr ausreichen könnten. Ein wichtiges Thema auf der diesjährigen Hannover Messe.

IT-Trends für den Mittelstand
Smart Factory
1 von 6

Immer mehr Objekte der realen Welt sind digital miteinander vernetzt und beeinflussen so die Unternehmensprozesse. So lassen sich Fertigung und Logistik einfacher steuern, stärker automatisieren und beschleunigen. Zudem haben Unternehmen nun den besseren Überblick über die aktuelle Verfügbarkeit von Maschinen, Material und Personal.

Smart Car
2 von 6

Autonomes Fahren wird sich laut IT-Branchenverband Bitkom innerhalb der nächsten 15 Jahre durchsetzen. Doch längst können Smart Cars mehr, als Personen sicher und bequem von A nach B zu transportieren: Das Auto wird schon bald auch mit dem unternehmensinternen CRM-System vernetzt sein, zeigt zum Beispiel automatisch den Weg zum Kunden an, liest unterwegs E-Mails vor und erlaubt Videokonferenzen.

Augmented Reality
3 von 6

Apps, durch die man Informationen über bestimmte Objekte eingeblendet bekommt, beschleunigen schon heute Wartung und Reparaturen. Für dieses Jahr erwarten Marktauguren, dass auch die Holografie große Fortschritte macht und sich durch räumliche Projektion Kleidung, Maschinen oder auch medizinische Prothesen noch in der Designphase visualisieren lassen.

Wearables
4 von 6

Wo Holografie nicht einsetzbar ist, unterstützen Datenbrillen und andere Wearable-Geräte berufliche Anwender bei ihren Aufgaben. Offene Datenformate sorgen dafür, dass Geräte und Anwendungen auf unterschiedlichste Informationen zugreifen können, wie zum Beispiel auf Daten aus dem ERP- oder CRM-System. Dadurch könnten Unternehmer etwa Einkaufs- oder Bestellprozesse von unterwegs anstoßen oder Warnhinweise erhalten, wenn beispielsweise eine Störung in der Firma aufgetreten ist.

Cloud
5 von 6

Der Cloud-Markt in Deutschland wächst rasant - egal ob Officesoftware, Unternehmensanwendungen, Backup-Services oder Onlinespeicher. Wichtiger Treiber dieser Entwicklung ist der wachsende Bedarf an mobilen Lösungen, die auf der Cloud-Technologie basieren. Sicherheit und Datenschutz bleiben dabei die wichtigsten Herausforderungen für die Anbieter.

3-D-Druck
6 von 6

3-D-Druck lässt Modelle, Prototypen und Kleinserien schneller und kostengünstiger produzieren, als das bislang möglich war - wichtig für die Sicherung des Produktionsstandorts Europa. Welche Geschäftsmodelle sich dem Mittelstand bieten, steht auf creditreform-magazin.de/3d-druck.

Denn die Anforderungen wachsen. Zwar lernen die mit Sensoren gespickten und softwaregesteuerten Maschinen immer besser, sich selbst zu organisieren und auch zu korrigieren. Wie die autonom arbeitende Montagestraße für die Herstellung von Ventilen beispielsweise. Über 40 Meter lang und modular so aufgebaut, kann die Anlage gleich 76 Produktvarianten produzieren lassen, ohne dass sie einmal umgerüstet werden muss. Wenn es irgendwo hakt, meldet sich die Fertigungsstraße automatisch, auch wenn die Qualität mal nicht der Norm entsprechen sollte. Gut 450 einzelne IP-Adressen sind hier verbaut, um jedes fertige Teil über die Anbindung an das Internet zurückverfolgen zu können, so eine vorausschauende Wartung zu ermöglichen oder den Energieverbrauch jedes Moduls einzeln zu messen. Ein Mechaniker kommt nur noch, wenn er gerufen wird.

Unterwegs mit iPad statt Lötkolben
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Vernetzte Produktion bei Festo - Lernen für die digitale Zukunft

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%