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Industrie 4.0 – Schritt halten mit der Zukunft

Vernetzung Industrie 4.0 soll bei Bosch zum Milliardengeschäft werden

Kurz vor der Hannover Messe setzt sich Rolf Najork, Chef der Industrietechnik-Sparte, ehrgeizige Ziele: 2022 soll die Vernetzung einen Milliardenumsatz bringen.
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Schon 2022 soll der Bereich mehr als eine Milliarde Euro Umsatz erzielen. Quelle: Bloomberg
Industrie 4.0 bei Bosch

Schon 2022 soll der Bereich mehr als eine Milliarde Euro Umsatz erzielen.

(Foto: Bloomberg)

StuttgartDie Hannover Messe ist für viele Industrieunternehmen einer der wichtigsten Absatzkanäle für Produktionstechnologie. Auch der Stuttgarter Mischkonzern Bosch hofft offenbar auf ein gutes Geschäft. Denn wenige Tage vor Messebeginn lobt dessen neuer Geschäftsführer für die Industriesparte, Rolf Najork, ein ehrgeiziges Ziel aus: In den kommenden Jahren will Bosch den Umsatz mit Automatisierungstechnologie deutlich steigern.

„In den vergangenen vier Jahren hat Bosch über 1,5 Milliarden Euro mit vernetzten Anwendungen im Bereich Industrietechnik umgesetzt“, sagte Najork dem Handelsblatt. „Schon 2022 wollen wir jährlich mehr als eine Milliarde Euro mit Industrie-4.0-Lösungen erzielen.“ Am Mittwoch will Bosch die neuen Ziele offiziell bekanntgeben.

Schon seit einiger Zeit verfolgt Bosch eine zweigleisige Strategie beim Thema Industrie 4.0: Einerseits will der Konzern, der neben Industrietechnik auch Autoteile, Werkzeuge und Gebäudetechnik herstellt, alle seine 280 Werke nach und nach mit vernetzter Automatisierungstechnologie ausrüsten. Die entwickelt Bosch im eigenen Haus – und soll dem Konzern bis 2020 eine Milliarde Euro an Effizienzgewinnen bringen. Andererseits will Bosch die Technologie auch an andere Unternehmen verkaufen.

„Wir gehen Schritt für Schritt in Richtung einer vollvariablen Fabrik“, erklärt der Manager seine Pläne für das Bosch-Industriegeschäft. „Vergangenes Jahr haben wir in Hannover autonome Fahrzeuge für die Intralogistik als Prototypen gezeigt, dieses Jahr gehen sie in den Verkauf.“

2019 will Najork den Messebesuchern einen induktiven Boden präsentieren, der Maschinen großflächig mit Strom versorgen kann. „Am Ende der Vision steht eine hochintelligente Halle, in der sowohl die Datenübertragung als auch die Energieversorgung kabellos erfolgt.“

Mit den Neuentwicklungen reagiert Bosch auf einen Trend, der in der Branche und auch in Hannover zunehmend diskutiert wird: die Flexibilisierung bisher starrer Produktionslinien, die so auch sehr kleine Stückzahlen profitabel herstellen können – bis zur viel beschworenen Losgröße 1, bei der lediglich ein einziges Exemplar gefertigt wird.

„Wir sehen die individuelle Fertigung schon heute in der Autoindustrie“, so der Bosch-Geschäftsführer, der sein Amt im Januar angetreten hat. „Viele Hersteller benötigen Flexibilität, um unterschiedliche Varianten eines Modelltyps zu bauen. Doch der Umsetzung waren früher technische Grenzen gesetzt.“ Das habe sich mit der zunehmenden Digitalisierung in der Industrie geändert.

Unternehmen wie Adidas oder Gillette zeigen heute schon, wie das in der Praxis aussehen kann: So hat Adidas beispielsweise Laufschuhe im Programm, deren Zwischensohle persönlich auf den Fuß des späteren Käufers zugeschnitten ist.

Der Rasiererhersteller Gillette wiederum will seinen Kunden personalisierte Griffe anbieten. Dabei macht erst das Zusammenspiel aus Software und flexiblen Fertigungsmethoden wie dem 3D-Druck das aufwendige Geschäftsmodell profitabel.

„Industrie 4.0“ begeistere zu wenig

Auch wenn persönliche Laufschuhe und Rasierer für viele Konsumenten zunächst exotisch klingen mögen, gewinnt das Thema im produzierenden Gewerbe zunehmend an Bedeutung. So gaben in einer Studie des Beratungsunternehmens Staufe im vergangenen Jahr 16 Prozent der befragten Firmen an, schon heute Einzelprodukte zu den Kosten einer Serienfertigung herstellen zu können. Weitere 41 Prozent teilten mit, den technologischen Durchbruch spätestens in fünf bis zehn Jahren erreichen zu wollen.

Als kleines Hemmnis für die weitere Verbreitung sieht Bosch-Geschäftsführer Najork vor allem den seiner Meinung nach „zunehmend überholten“ Begriff Industrie 4.0, unter dem solche Technologien gemeinhin zusammengefasst werden. Er sei „unspezifisch“ und begeistere zu wenig, so der Manager.

„Wenn ich heute aus meiner Fünf-Achsen-Fräsmaschine nur Daten herausziehe, dann fragt sich der Kunde natürlich, warum die Welt in zehn Jahren völlig anders aussehen soll“, so Najork. „Wenn wir aber darüber sprechen, dass diese Daten ihm letztlich bei der effizienten Produktion von maßgeschneiderten Produkten helfen werden: Dann können sich viele Leute vorstellen, warum das attraktiv ist.“

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