Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

2004 kräftiges Wachstum erwartet Neuer Schwung in der IT-Branche

Drei Jahre wartete Deutschland auf den Aufschwung. Jetzt scheint der Knoten geplatzt. Vor allem die IT-Branche verspricht sich für 2004 ein kräftiges Wachstum. Der Investitionsstau löst sich endlich auf.
  • Stefan Keidel (Euro - Das Magazin für Geld und Wirtschaft)

FRANKFURT. Ob DVD-Player oder neue EDV-Anlage, ob Bild-Handy oder Sicherheitssoftware - Firmen und Bürger kaufen wieder, der Investitions- und Konsum-stau in Deutschlands Unternehmen und Wohnstuben löst sich auf. Vor allem mit Hilfe der Unterhaltungs- und Informationstechnologie soll 2004 die Wirtschaft wieder wachsen. Nach drei Jahren Mutlosigkeit fassen die Konzernchefs wieder Zuversicht und prognostizieren zweistellige Zuwachsraten für ihre Unternehmen.

Während Microsoft-Chef Steve Ballmer noch Mitte 2003 gejammert hatte, "das ist der schlechteste Markt, den ich in meinen 23 Jahren bei Microsoft erlebt habe", zeigte er sich bereits im Dezember auf einer Computer-Konferenz in den USA wieder kämpferisch. Selbstbewusst kündigte er an, Sicherheitstechnik sei der künftige Wachstumsmarkt für den Riesen Microsoft.

In allen Branchen wird in neue IT-Systeme investiert. So holen Postbank, BASF, Daimler Chrysler, BMW und ThyssenKrupp nach, was sie in den vergangenen Jahren massiv versäumten. "Wir spüren ein starkes Interesse an neuen Internet-Technologien, die die Firmen in die Lage versetzen, aus jedem Winkel der Welt kostengünstig und effizient zu kommunizieren", sagt Jochen Mogalle von MCI, früher Worldcom. In der Telekommunikations-Branche prognostiziert er für dieses Jahr europaweit ein zweistelliges prozentuales Wachstum, in Deutschland eines von sechs bis acht Prozent.

Die Kunden von Karsten Klaus, Manager beim Unternehmensberater Unilog Management in Stuttgart, investieren in neue Vertriebswege und Produktinnovationen. So bereite sich die Pharmaindustrie auf die Änderungen durch die Gesundheitsreform vor, wie beispielsweise den Medikamentenkauf über das Internet.

Für die EDV-Branche prognostiziert Andreas Scheuerle von der DekaBank 2004 einen Umsatzzuwachs von fünf Prozent, für Rundfunktechnik und Unterhaltungselektronik sogar von knapp 16 Prozent. Damit liegt der Ökonom auf der Linie von Henning Kagermann. Der SAP-Chef rechnet laut "Handelsblatt" für sein Unternehmen mit einem Verkaufsanstieg neuer Software um 15 Prozent. Der Trick: Die Gewinnmaschine R/3 wird in den nächsten Jahren eingestellt und durch die brandneue Software mySAP ERP ersetzt; diese wird schon jetzt mit kräftigen Rabatten an den Mann gebracht.

Die Strategie scheint aufzugehen:. Die Bahn hat angekündigt, das vor zehn Jahren entwickelte R/3 zu überspringen und gleich die neue Software zu installieren. Ein fetter Millionenauftrag. Andere Unternehmen müssen folgen - spätestens dann, wenn R/3 ganz verschwindet.

Tausende von Firmen des deutschen Mittelstands bereiten sich zudem auf Basel II mit neuer Software vor: "Seit Ende letzten Jahres füllt sich unser Auftragsbuch wieder", freut sich Reinhard Dörfler, Vorstand von focus Consulting und Services aus Bad Homburg. Dörfler bietet kleineren und mittleren Firmen standardisierte und maßgeschneiderte Lösungen für ihr Risikomanagement an. Die Nachfrage komme aus allen Sektoren, sagt er.

Neue Produktentwicklungen und Innovationen, eine verbesserte Konjunktur und die neuen EU-Mitglieder aus dem Osten, die einen jahrzehntelangen Hunger nach neuer Technologie stillen wollen, würden der Branche neuen Schwung verleihen, heißt es bei der IT-Beraterfirma IDC. 25 Prozent aller IT-Kosten in Osteuropa sollen für diesen Kraftakt anfallen, daher dürften die IT-Ausgaben alleine durch die EU-Erweiterung um elf Prozent steigen. Dafür stehen EU-Mittel in Milliardenhöhe zur Verfügung. Chinas Ausgaben für IT sollen außerdem 2004 auf 30 Milliarden Dollar steigen. Auch deutsche Firmen wie Siemens erhoffen sich ein Stück von diesem Kuchen.

Nokia erwartet einen kräftigen Schub durch bei den Kids besonders beliebte Foto-Handys und Spiele. Bereits 2003 konnte Nokia sein Tief verlassen und veröffentlichte überraschend gute Zahlen. Dell, weltweit größter Computerhersteller, ist vor allem im Firmenkundengeschäft aktiv und will nun seine Stellung bei den Konsumenten ausbauen. Bislang verkauft der Direktvertreiber hierzulande nur zehn Prozent seiner Computer an Privathaushalte, in anderen Ländern dagegen bereits drei Mal soviel. Das soll nun mit neuer Hardware und Preisinitiativen geändert werden.

Startseite