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4,5 Millionen Euro Google macht Berlin zur Hauptstadt der Internet-Forschung

Drei renommierte deutsche Wissenschaftseinrichtungen wollen sich der Erforschung des Internets widmen - mit Millionunterstützung von Google. Das Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin soll unabhängig arbeiten.
11.07.2011 Update: 11.07.2011 - 13:34 Uhr Kommentieren
Google-Mitarbeiter Max Senges bei der Vorstellung  des Instituts für Internet und Gesellschaft. Senges ist im Policy Team von Google Deutschland für Koopertationen, besonders zwischen akademischem Bereich und der Zivilgesellschaft, veranwortlich. Quelle: dapd

Google-Mitarbeiter Max Senges bei der Vorstellung des Instituts für Internet und Gesellschaft. Senges ist im Policy Team von Google Deutschland für Koopertationen, besonders zwischen akademischem Bereich und der Zivilgesellschaft, veranwortlich.

(Foto: dapd)

Berlin Das geplante Berliner Internet-Institut nimmt Gestalt an. Mit der Unterstützung von Google wollen drei renommierte deutsche Wissenschaftseinrichtungen erforschen, wie das Internet die Gesellschaft verändert. Die Humboldt-Universität (HU), die Universität der Künste (UdK) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) kündigten am Montag an, bis zum Herbst gemeinsam das Institut für Internet und Gesellschaft zu gründen. Der US-Konzern finanziert die Einrichtung mit 4,5 Millionen Euro über drei Jahre. Er werde sich darüber hinaus engagieren, wenn es die wirtschaftliche Lage zulasse, sagte Google-Lobbyist Max Senges. Weitere Förderer seien erwünscht.

Die neue Einrichtung sei organisatorisch und inhaltlich autonom, betonten die Forscher. Das sei eine Voraussetzung für die Kooperation gewesen, sagte Jeanette Hofmann vom WZB, die zu den drei Direktoren gehört. Die Unabhängigkeit soll die Aufteilung in eine Forschungs- und eine Fördergesellschaft gewährleisten.

Die drei Direktoren stehen jeweils für einen Schwerpunkt. Prof. Ingolf Pernice von der HU will erforschen, wie das Internet sich auf Recht und Verfassung auswirkt. Prof. Thomas Schildhauer von der UdK widmet sich Innovationen, die das Netz möglich macht, aber auch der Frage, wie das Recht auf geistiges Eigentum erhalten werden kann.
Jeanette Hofmann vom WZB untersucht Regeln und Institutionen, die das Internet regulieren. Einen weiteren Schwerpunkt deckt Wolfgang Schulz vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung (HBI) in Hamburg ab, das mit dem Institut kooperiert. Sein Fokus richtet sich auf das Medienrecht.

Das neue Institut wolle vor allem „die vom Internet ausgelösten und verstärkten Veränderungen der Gesellschaft besser verstehen“. Weitere Details gab Google im European Public Policy Blog bekannt.

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    Verantwortung im Internet

    Das Institut soll an der juristischen Fakultät der HU sitzen und anfangs etwa zehn Mitarbeiter beschäftigen. Einen Zugriff auf die Datenbanken von Google hätten die Forscher allerdings nicht, wie es hieß. Konkret schwebt den Forschern vor, die Plattform „Regulation-Watch“ zu starten, um die politischen Spielregeln für das Internet einem internationalen Vergleich zu unterziehen. Auch die Folgen, die eine Zensur in Ländern wie China für die jeweiligen Angebote habe, werde erforscht. Google hat selbst Probleme, mit seinen Angeboten in den chinesischen Markt vorzustoßen. Der Konzern wehrt sich gegen Zensur.

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