Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

5G-Auktion Mobilfunker bieten mehr als vier Milliarden Euro für 5G-Frequenzen

Mit immer neuen Geboten treiben die Telekommunikationsfirmen den Preis für 5G in die Höhe. Ein Ende des Bieterwettstreits ist nicht in Sicht.
Kommentieren
Neben der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica bietet die United-Internet-Tochter Drillisch bei der 5G-Auktion mit. Quelle: imago images / Arnulf Hettrich
5G Logo auf der Hannover Messe

Neben der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica bietet die United-Internet-Tochter Drillisch bei der 5G-Auktion mit.

(Foto: imago images / Arnulf Hettrich)

BonnDer Echtzeitmobilfunk 5G wird immer teurer für die Mobilfunkunternehmen. Am Montag hat die Versteigerung der Frequenzen in Deutschland die Marke von vier Milliarden Euro geknackt. Das geht aus Daten hervor, die von der Bundesnetzagentur veröffentlicht wurden.

Nach der 150. Runde am Montagnachmittag lag die Höhe der Gebote bei 4,025 Milliarden Euro. Eine schnelle Einigung scheint derzeit unwahrscheinlich: Die Unternehmen gaben zuletzt auf zehn Blöcke des Spektrums neue Höchstgebote ab. Bei der letzten Runde des Tages, Runde 151, landete die Summe der Höchstgebote bei 4,099 Milliarden Euro.

Seit drei Wochen ringen die Unternehmen um die besten Voraussetzungen für das künftige Mobilfunknetz. Am 19. März hatte die Bundesnetzagentur die Auktion an ihrem Standort in Mainz gestartet. Neben der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica bietet die United-Internet-Tochter Drillisch mit, die bisher kein eigenes Netz besitzt.

Die Bundesnetzagentur hat das Spektrum an Frequenzen in insgesamt 41 Blöcke unterteilt. Die Auktion endet erst, wenn kein Teilnehmer auf keinen Teil des Spektrums mehr Gebote abgibt. Bis dahin kann jede Firma in jeder Runde auf einzelne Blöcke bieten.

Zur Mitte der vergangenen Woche schienen sich die Unternehmen weitgehend einig zu sein. Lediglich um einen Block wurde zwischenzeitlich noch gestritten. Doch dann begann ein neues Ringen der Unternehmen. Sie versuchten, sich mit neuen Geboten Blöcke streitig zu machen und trieben so den Einsatz in die Höhe.

Eigentlich hatte vergangene Woche bereits eine Einigung kurz bevor gestanden. „Seit der vermeintlichen Einigung zu Beginn der Woche stiegen die Zahlungsverpflichtungen um satte 1,6 Milliarden Euro. Und der Ausgang der Auktion ist wieder offen“, schrieben Professor Vitali Gretschko vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und der Spieltheoretiker Stephan Knapek von der Beratungsgesellschaft TWS Partners in einer gemeinsamen Analyse.

Dem Herausforderer Drillisch komme in dem Verfahren die Schlüsselrolle zu, argumentierten die Experten. „Welches Ziel verfolgt Drillisch? Dies entwickelt sich zu der spannendsten Frage in der 5G Auktion.“ Es scheine, als sei das Unternehmen nicht an einer schnellen Einigung in dem Verfahren interessiert.

„Wenn sich eine Einigung unter den Etablierten Betreibern anzubahnen schien, ging Drillisch wiederholt mit hohen Geboten dazwischen“, schreiben Gretschko und Knapek. „Von den nun erreichten vier Milliarden Euro sind mehr als eine Milliarde auf Sprunggebote von Drillisch zurückzuführen, d.h. Gebote die deutlich über der minimal geforderten Erhöhung pro Runde liegen.“

Die Experten sind sich nicht sicher, ob Drillisch wirklich zum vierten Netzbetreiber aufsteigen möchte, wie das Unternehmen zuvor mehrfach angekündigt hat. „Sollte Drillisch doch noch aus der Auktion aussteigen, dann sind in jedem Fall die Verbraucher die Verlierer. Denn dann gibt es keinen neuen Wettbewerber auf dem Mobilfunkmarkt“, resümierten Gretschko und Kanpek.

Grafik

Im Jahr 2015 hatten die Unternehmen in 181 Runden insgesamt fünf Milliarden Euro für neue Mobilfunkfrequenzen bezahlt, 2010 waren es 4,4 Milliarden Euro in 224 Runden. Die mit Abstand teuerste Auktion war die Versteigerung der UMTS-Frequenzen im Jahr 2000. Damals bezahlten die Firmen in einem drei Wochen dauernden Bieterverfahren am Ende 50,8 Milliarden Euro.

Um 5G in voller Leistung verfügbar zu machen, müssen die Netzbetreiber deutlich mehr Masten aufstellen. Mit der Auktion hat die Bundesnetzagentur den Firmen Vorgaben für den Ausbau gemacht. Die Behörde hat vorgeschrieben, bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte je Bundesland, alle Bundesautobahnen und darüber hinaus die wichtigsten Bundesstraßen sowie Schienenwege mit schnellen Datenverbindungen zu versorgen. Bis Ende 2024 steigen die Anforderungen noch weiter.

Die Telekom hatte bereits angekündigt, bis zum Jahr 2025 insgesamt 99,3 Prozent der Bevölkerung Deutschlands und 90 Prozent der Fläche der Bundesrepublik mit 5G zu versorgen. Vergleichbare Ankündigungen gibt es bislang von den Netzbetreibern Vodafone oder Telefónica noch nicht.

Für United Internet als Neueinsteiger gelten geringere Auflagen. Das Unternehmen müsste bis Ende 2023 mindestens 25 Prozent der Haushalte und bis Ende 2025 mindestens 50 Prozent der Haushalte mit schnellem Internet versorgen.

Startseite

Mehr zu: 5G-Auktion - Mobilfunker bieten mehr als vier Milliarden Euro für 5G-Frequenzen

0 Kommentare zu "5G-Auktion: Mobilfunker bieten mehr als vier Milliarden Euro für 5G-Frequenzen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote