Abschied von Windows XP Große Sorge um die Sicherheit

Nun ist endgültig Schluss: Microsoft beendet die Unterstützung für sein Uralt-Betriebssystem Windows XP. Wer nicht umstellt, wird zu einem leichten Opfer für Cyber-Kriminelle. Auch viele Firmen sind gefährdet.
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Microsoft-Gründer Bill Gates bei der Vorstellung von Windows XP im Oktober 2001. Quelle: ap

Microsoft-Gründer Bill Gates bei der Vorstellung von Windows XP im Oktober 2001.

(Foto: ap)

DüsseldorfEs ist selten, dass ein Unternehmen die Kundschaft dazu bewegen will, auf ein Produkt zu verzichten. Doch Microsoft fährt derzeit so eine Kampagne: „Helfen Sie Ihren Freunden und Ihrer Familie, von Windows XP loszukommen“, bittet der Software-Konzern in einem Blogpost.

Für dieses ungewöhnliche Anliegen gibt es einen guten Grund. Am 8. April beendet der Hersteller die Unterstützung für das überalterte, aber immer noch beliebte Betriebssystem. Das heißt: Er liefert den Nutzern keine Updates mehr und lässt damit auch neu entdeckte Sicherheitslöcher offen. Um sich vor Datendieben zu schützen, müssen Nutzer umsteigen – auf ein aktuelles Windows, wie Microsoft es empfiehlt, oder auch auf ein anderes Betriebssystem. Doch Millionen von privaten Anwendern und Unternehmen werden die Umstellung wohl nicht rechtzeitig schaffen.

Windows XP ist ein lebendes Fossil: Das Betriebssystem kam 2001 heraus, also in der Kreidezeit der Computer. Viren und Würmer gab es zwar, aber sie suchten sich meistens andere Verbreitungswege als das Internet – nur wenige Nutzer waren damals online. Die beliebtesten Datenspeicher waren damals CD-ROMs und Disketten.

Ein hübsches Gesicht für den PC
Windows XP_Screen
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Kennen Sie diesen Anblick noch? So sah Windows XP aus. Das Betriebssystem kam 2001 auf den Markt – und ist heute immer noch auf vielen Rechnern im Einsatz. Bei PCs liegt der Marktanteil etwas unter 30 Prozent.

WINDOWS XP
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Bei der Einführung vor 13 Jahren fuhr Microsoft eine große Marketing-Kampagne – hier ein riesiges Plakat an einem Hotel in Las Vegas.

WINDOWS XP
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Windows XP basierte nicht mehr auf dem Betriebssystem MS-DOS, sondern einem neuen, leistungsfähigeren Systemkern. Zudem überarbeitete Microsoft die Benutzeroberfläche – sie war bunter und verspielter.

STUDENT WINDOWS XP
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Ein Kassenschlager: XP war bis 2012 das meistgenutzte Betriebssystem.

Netbook
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Die lange Lebenszeit von Windows XP hat auch damit zu tun, dass Microsoft die Installation auf billigen Netbooks auch dann noch erlaubte, als bereits Nachfolger der Software auf dem Markt waren. Hintergrund: Der Konzern wollte den Markt nicht an das offene System Linux verlieren.

BILL GATES TALKS TO THE MEDIA ABOUT WINDOWS XP
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Bill Gates war bei der Einführung von XP zwar nicht mehr Microsoft-Chef, nahm aber als Chairman immer noch eine aktive Rolle ein. Hier präsentiert der damals 45-Jährige die neue Software.

STEVE BALLMER CEO OF MICROSOFT DURING LAUNCH OF WINDOWS XP IN LONDON
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Auch Steve Ballmer, der bis vor kurzem Microsoft-Chef war, sah damals deutlich jünger aus. Hier wirbt das Marketingtalent für die Errungenschaften des neuen Systems.

„Windows XP ist in einer Zeit entwickelt worden, als wir ganz andere Anforderungen an ein Betriebssystem hatten“, sagt Oliver Gürtler, der bei Microsoft Deutschland das Windows-Geschäft verantwortet. Es sei daher sehr aufwendig, das System für die heutige Anforderungen aufzurüsten. Nach 13 Jahren – in der IT-Welt eine Ewigkeit –will Microsoft den Dinosaurier daher aussterben lassen.

Auch wenn der Software-Konzern etwas Verkaufsförderung für das bislang wenig populäre Windows 8 gut gebrauchen kann: Die Warnung ist mehr als berechtigt. Schon jetzt ist XP nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik. Wenn Microsoft sicherheitskritische Fehler nicht mehr behebt, dürfte das Problem dramatisch werden.

Systeme mit XP seien „anfällig für Cyber-Angriffe und massiv gefährdet“, warnt Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die BSI-Experten befürchten, dass Cyber-Kriminelle Angriffsprogramme für das Uralt-System – sogenannte Exploits – bewusst bis April zurückhalten, damit Microsoft kein Gegenmittel mehr entwickelt. „Mit Mechanismen des Betriebssystems sind diese Angriffe dann nicht mehr abzuwehren“, warnt Griese.

Dass mehrere Anbieter von Anti-Virus-Software XP weiter unterstützen, hilft nur bedingt gegen potenzielle Angreifer. Die aktuellen Viren-Signaturen identifizieren zwar bekannte Schädlinge, aber sie schließen keine Sicherheitslücken. „Das reicht nicht aus“, warnt Microsoft-Manager Gürtler. Das gelte auch für die Software Security Essentials aus eigenem Haus.

Trotz der erheblichen Gefahren geht die Umstellung jedoch nur schleppend voran.

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11 Kommentare zu "Abschied von Windows XP: Große Sorge um die Sicherheit"

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  • Ob dieser Vollpfostenschreiberling des HB die Traute hat sich zu entschuldigen??

  • Interssant. Schicken Sie das mal 2-3 Verantwotlichen in der Politik (pro Partei) und warten Sie auf Antwort!!
    Wiirklich einfach mal versuchen!!

  • Ah ja mein Core i7 920 ist zwar 6 Jahre alt, aber einen neuen Rechner zu kaufen macht m.E. keinen Sinn. Das Gerät ist mit 12 GB RAM auch heute noch überaus leistungsfähig. Ein sechs Jahre altes Notebook mag vielleicht zu lahm sein, aber kein guter Laptop.

  • Aua! Viren ueber CDs zu verbreiten ist die extreme Aussnahme gewesen, Weil CDs halt ueblicherweise gebrannt wurden und werden. Aber macht ja nix, Gut dass wir mal drueber geredet haben. Das erleichtert doch ungemein, oder?

  • Waere vielleicht noch hinzuzufuegen, dass Microsoft allein in den letzten drei Jahren allein seine fluessigen Cash-Reservevon von 48 Mrd. € auf ueber 70 Mrd. steigern konnte, Umsatzsteigerungen von rund 12% per annum bei Umsatz/Gewinnquoten von ueber 30% wie sie sonst eigentlich nur im organisierten Verbrechen oder im Drogenhandel zu verzeichnen sind. Das sollte eigentlich auch dem durchschnittlichen HB-Leser zu denken geben, dass hier moeglicherweise nicht alles ganz koscher zugeht.
    Dabei ist auch zu beachten, dass das neue Windows Betriebssystem eigentlich niemand freiwillig haben will, Das Windows-phone betriebsszstem trotz aquise von Nokia bei rund drei Prozent Marktnteil rumduempelt und die Spielekonsole X-Box laut Insidern ueberwiegend unter Herstellungskosten vertrieben wird um den Marktanteil bei einem drittel zu halten.
    MS "verdient" seine Milliarden mit Zwangsupdates und Zwangsaustattungen mit Windows bei Neukauf. Wenn es sowas wie Kompetenz zum thema in der Politik oder gar bei den Strafverfolgungsbehoerden gaebe, wuerde die MS-Verkaufspolitik fundamental anders aussehen bzw. der MS-Chef Steve Ballmer waere bei seinem letzten Einreiseversuch laengst in U-Haft genommen worden.

  • NSA QUANTUM Cookie dann gleich standardmäßig im neuen Microsoft Browser eingebaut und FinFisher gibt es gratis im Update Program dazu? ;-)

  • Linux ist besser! Nur wird einem normalem Nutzer dies ja gar kaum ermöglicht! Viele Programme funktioneiern immer noch nicht unter Linux! Und wen nur mit Tricks die kein normaler Nutzer anwenden kann. Betriebsystem geht schon kostenloss. Nur wird man ja zu Windows gezwungen... Die Graphische Darstellung und Performance ist leider in Windows immer noch besser.Aber eig traurig...... Linux ist schon besser..........

  • Bitte genau lesen: Viren wurden MEISTENS über CD-Roms und Disketten verbreitet, auch wenn es natürlich Anfang der 2000er andere Verbreitungswege gab. Damals nutzte ungefähr jeder Dritte das Internet, ein Teil davon nur im Büro.

    Was die Anti-Viren-Programme betrifft: Mit ihren Signaturen entdecken sie bekannte Schadsoftware, sie können jedoch keine unbekannten Sicherheitslücken schließen.

    Christof Kerkmann, Handelsblatt

  • Wenn hier gesagt wird, daß 2001 Viren und ähnliches nur über CD´s, Disketten oder ähnliches verbreitet wurden, dann ist das schlicht falsch. Dieser Artikel ist leider dem HB (was ich im Übrigen sehr schätze!) gründlich daneben gegangen und ist einfach nur tendenziös und eine Werbekampagne für Microsoft und dessen unsägliches Win8. Ich würde mich selbst als fortgeschrittenen Amateur bezeichnen, aber mir ist völlig unverständlich wie ein AKTUELLES!!! Antivirenprogramm, das mit WinXP zusammenarbeitet, irgendwelche Schadsoftware oder andere Eindringversuche auf diese Rechner zulässt.

  • Danke, ich hatte schon befürchtet, daß kaum jemandem der Schwachsinn dieses Artikels auffallen dürfte.
    "Kreidezeit", "Uraltsystem".
    Als Computertechniker kann ich da nur lachen. Gerade Programmierer arbeiten nach dem Motto: never Change a running System. Alles andere ist für die "Zombies" (Bezeichnung von Steve Jobs für Apple-Kunden).

    Außerdem ist die weite Verbreitung von XP der BESTE Beweis, daß es NICHT zum alten Eisen gehört, lieber Auftragsschreiberling.

    Es ist sehr traurig, daß die westlichen Medien nur noch Dreck und Lügen verbreiten.
    XP ist stabil und solide. Es sicher zu halten wäre technisch selbstverständlich kein Problem.
    MS dreht hingegen einfach den Support ab und die Mainstreamlügenpresse beklatscht das auch noch, anstatt daß Konzernen mit derartigen Mafiamethoden die Leviten gelesen werden.
    Aber nachdem die Presse ja Jahrzehntelang dem vielleicht übelsten Ausbeutungs- und Kundenverarschungskonzern, der faule Apfel, in den Allerwertesten gekrochen ist, hat man ja offensichtlich Übung.

    Wir leben ja auch in einer Zeit, in der gute Autos verschrottet werden, wenn die Wirtschaft mal nicht WÄCHST, während wir alle ja sooo um die Umwelt besorgt sind und auf Nachhaltigkeit setzen...

    Ekelerregende Endzeitjauchegesellschaft.

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