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Accelerator-Programm Diese zehn Start-ups werden privat gefördert, weil sie grün sind

Die BMW Foundation Herbert Quandt unterstützt jetzt junge Unternehmer in aller Welt. Das erklärte Ziel: nachhaltiges Wirtschaften vorantreiben.
13.10.2020 - 20:00 Uhr 1 Kommentar
Ihr Mainzer Start-up Got Bag fertigt Rucksäcke aus Meeresplastik. Quelle: PR
Benjamin Mandos und Roman Ruster

Ihr Mainzer Start-up Got Bag fertigt Rucksäcke aus Meeresplastik.

(Foto: PR)

München Viele junge Unternehmer wollen beides: Geld verdienen und Gutes dabei bewirken. „Profitables Wirtschaften und dabei einen Impact auf die Gesellschaft zu erzielen, das kann Hand in Hand gehen“, sagt Heba Aguib von der BMW Foundation Herbert Quandt.

Die Stiftung fördert neuerdings Start-ups, die sich für eine bessere Zukunft gemäß der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen einsetzen, mit einem Accelerator-Programm. Am Dienstagabend wurden die zehn jungen Firmen der ersten sogenannten Kohorte vorgestellt.

Sustainable Finance und Impact Investing liegen derzeit im Trend. Laut Deutschem Startup Monitor 2020 rechnen sich mehr als 43 Prozent der jungen deutschen Unternehmen der „Green Economy“ zu, etwa ebenso viele sehen sich in einer besonderen Verantwortung als Social Entrepreneur – mit steigender Tendenz. „Neben den ökonomischen Motiven werden also umweltspezifische sowie soziale Ziele im Start-up-Ökosystem immer wichtiger“, heißt es in der Studie.

In der BMW-Welt stellten sich am Dienstag die ersten zehn geförderten Start-ups vor. Gründer Benjamin Mandos von Got Bag zeigte Fotos aus seiner Kindheit, als ihn schon sein Vater mit zur See nahm. Heute ist er Chef eines Start-ups, das mithilfe von 1500 Fischern Plastikmüll aus dem Meer fischen lässt und daraus Rucksäcke herstellt.

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    „Wir haben das als Herzensprojekt gestartet“, sagte er dem Handelsblatt, „und dann ist daraus ein Unternehmen geworden.“ Wenn das Ganze auch betriebswirtschaftlich funktioniere, dann könne Got Bag auch mehr Gutes bewegen. Das Accelerator-Programm, das Got Bag in den vergangenen Monaten durchlaufen hat, habe geholfen. So habe er viel aus den Erfahrungen anderer Start-ups und den Tipps der Mentoren gelernt.

    Breite Vielfalt an Unternehmen

    Das Respond-Programm hilft auch beim Kontakt zu potenziellen Investoren. Das Thema Nachhaltigkeit sei heute auch für viele Geldgeber wichtig, sagt Aguib. „Start-ups, die auch auf gesellschaftlichen Impact setzen, haben Zugang zu anderen finanziellen Mitteln.“ So gebe es zum Beispiel dezidiert grüne Fonds.

    Fridtjof Detzner, Mitgründer des Website-Spezialisten Jimdo, hat Planet-A Ventures gegründet, das in der Frühphase in nachhaltige Start-ups investiert. „Wir glauben an die Kraft von Unternehmertum und Wissenschaft, um eine Wirtschaft voranzubringen, die den Menschen und dem Planeten dient“, sagte er in seiner Keynote.

    Viele Start-ups bringen das Recycling – und Upcycling – inzwischen auf ein anderes Level. Unternehmen wie Got Bag verfolgen dabei einen umweltfreundlichen Gesamtansatz. Quelle: PR
    Produkte aus Abfall

    Viele Start-ups bringen das Recycling – und Upcycling – inzwischen auf ein anderes Level. Unternehmen wie Got Bag verfolgen dabei einen umweltfreundlichen Gesamtansatz.

    (Foto: PR)

    Das Interesse an dem Accelerator-Programm Respond, das vom Gründerzentrum UnternehmerTUM der TU München unterstützt wird, war groß. In der ersten Runde bewarben sich 409 Start-ups aus 74 Ländern. Die ausgewählten Unternehmen lernten in Workshops dann das handwerkliche Rüstzeug, bekamen Zugang zu Investoren und konnten sich untereinander vernetzen. Mentoren sollen die Start-ups auf dem weiteren Weg begleiten.

    Die BMW Foundation Herbert Quandt will damit „Führungspersönlichkeiten weltweit inspirieren, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen und sich als Responsible Leaders für eine friedliche, gerechte und nachhaltige Zukunft einzusetzen“.

    Corona habe das Thema Nachhaltigkeit nicht zurückgeworfen, ist Aguib überzeugt. „Im Gegenteil: Die Krise zeigt Schwächen des Wirtschaftssystems auf.“ Den zehn geförderten Unternehmen habe die Pandemie bislang nicht geschadet – das Start-up Kraftblock hat sogar mitten in der Pandemie ein Investment im mittleren einstelligen Millionenbereich erhalten.

    Die ausgewählten Unternehmen:

    • Amparo: Das Start-up ist aus einem Studienprojekt entstanden, das einfachere Prothesenlösungen für Menschen mit Unterschenkelamputation vor allem in Regionen mit schlechter medizinischer Infrastruktur entwickeln wollte. „Wir wollten etwas kreieren, was Amputierte stärkt und befähigt, schnell mit der Rehabilitation zu beginnen, um ihren gewünschten Lebensstil wiederaufzunehmen“, sagt CEO Lucas Paes de Melo.
    • Bosaq: Die belgische Firma entwickelt Trinkwasser-Reinigungssysteme, die Dörfer weltweit dezentral mit sauberem Wasser versorgen. Durch ein neues patentgeschütztes Reinigungsverfahren, das auf erneuerbarer Energie und Membrantechnologie basiert, können die Kosten deutlich sinken.
    • Brickify: Das nigerianische Start-up recycelt Kunststoffabfälle – und zwar zu Pflastersteinen, die zum Bau von Straßen und günstigen Häusern verwendet werden können. Die Ziegel greifen wie Legosteine ineinander. Dadurch werden beim Bau keine zusätzlichen Materialien benötigt.
    • Goodbag: Die österreichische Firma hat eine smarte Tragetasche mit eingenähtem NFC-Chip entwickelt. Der Nutzer bekommt Bonuspunkte, wenn er die Tasche beim Besuch in vielen Läden wieder verwendet. Damit kann er dann das Pflanzen eines Baums gegen den Klimawandel oder das Sammeln von Plastik aus dem Ozean unterstützen oder einen Rabatt in Anspruch nehmen. Mehr als 1000 Geschäfte aus sieben Ländern nehmen an dem System bereits teil, mit der neuen App sollen es noch viel mehr sein.
    • Got Bag: Benjamin Mandos erzählte vor einigen Jahren einem Schulfreund, wie er selbst Wassersportler, von den mit Plastik verschmutzten Stränden in Thailand. Gemeinsam gründeten sie Got Bag und verkaufen seit 2016 die weltweit ersten Rucksäcke aus Meeresplastik. „Unser Ziel ist es, die Ozeane von einer erheblichen Abfallmenge zu befreien“, lautet die Mission des Mainzer Unternehmens.
    • Hawa Dawa: Die Münchener Firma liefert Städten und Unternehmen Echtzeitdaten zur Luftqualität. „Mit unseren Daten stellen wir das erste Glied eines neuen digitalen Wissensnetzwerks für resistente und klimaneutrale Städte und zukunftsorientierte Unternehmen“, heißt es bei dem Unternehmen. Vom Bundeswirtschaftsministerium wurde Hawa Dawa als digitales Start-up des Jahres 2020 ausgezeichnet.
    • Kraftblock: Das Start-up aus Saarbrücken setzt auf ein modulares Speichersystem für thermische Energie. Es kann zum Beispiel industrielle Abwärme aufnehmen. Erst vor wenigen Tagen sicherte sich das junge Unternehmen ein Drei-Millionen-Euro-Investment des niederländischen Ex-Booking.com-CEOs Kees Koolen. Frank Thelen war mit seinem Venture-Capital-Fonds Freigeist bereits vor zwei Jahren eingestiegen.
    • Made of Air: Die Berliner Firma stellt ein thermoplastisches Granulat her, das zu 90 Prozent aus CO2 aus der Atmosphäre besteht. Dieses kann zum Beispiel beim Bauen und in Möbeln eingesetzt werden. Audi nutzte das Material in einem Pilotprojekt für einen Pavillon. „Die Zukunft von Materialien ist karbonnegativ“, sagte CEO Allison Dring.
    • Meersens: Das französische Start-up hat eine App entwickelt, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz und Umweltdaten Risiken für die öffentliche Gesundheit identifiziert. Sie hilft Nutzern zum Beispiel, sich vor UV-Strahlen und Luftverschmutzung zu schützen, und ist schon für Handys verfügbar.
    • Plan A: Die Berliner Firma hilft anderen Unternehmen, nachhaltiger zu werden. Die Software ermittelt unter anderem den monatlichen CO2-Fußabdruck des Kunden und erstellt „maßgeschneiderte Aktionspläne für nachhaltiges Handeln“.

    Die zehn Unternehmen stehen kurz vor dem Abschluss des mehrmonatigen Accelerator-Programms. Die BMW Foundation bereitet derweil die nächste Runde vor. Im Fokus steht es dabei auch, Start-ups und klassische Konzerne zusammenzubringen.

    Denn beide spielten eine wichtige Rolle, sagt Aguib. „Wir brauchen Innovatoren, die ganz neu denken, aber auch etablierte Konzerne, die ihre Nachhaltigkeitsstrategie neu definieren.“

    Mehr: „Corona könnte den Wandel beschleunigen“ – Der CEO der Beratung Engie-Impact sieht große Fortschritte der Wirtschaft beim Thema Nachhaltigkeit.

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    • Bravo - es müssen mehr Investment - Stiftungen so das Geld einsetzen. Es wird Zeit, dass Stiftungen und weltweite Anleger von der neuesten Neutrino Technologie erfahren. Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlicht dazu aktuell: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters" Weltbuch Verlag, 224 Seiten, ISBN 978-3-906212-56-2. Die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos ist jetzt machbar. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Sie sind in der Lage, sowohl Geräte als auch einzelne Haushalte und Elektroautos ohne Anschluss an eine zentrale Stromversorgung mit Strom zu speisen. Mobile und dezentrale Haushaltsenergie sowie unendliche Reichweiten für die Elektromobilität werden unser Leben weltweit positiv wandeln. Die Deutsche Politik und Medien sollten sich dafür endlich öffnen, um Wirtschaft anzukurbeln. ,Denn russische Medien berichten bereits in Schlagzeilen und die Russen werden Erste Nutzer sein.

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