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Accenture, T-Systems & Co. Goldgrube Digitalisierung: Die Krise kann IT-Dienstleistern nichts anhaben

Von wegen schwache Konjunktur: Die IT-Dienstleister machen in Deutschland laut einer Untersuchung gute Geschäfte. Die Firmen investieren in die Digitalisierung – und SAP-Systeme.
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Digitalisierung: Die Krise kann IT-Dienstleistern nichts anhaben Quelle: dpa
Mitarbeiter mit Datenbrille

Die Digitalisierung beschäftigt die deutsche Wirtschaft – für IT-Dienstleister sind es goldene Zeiten.

(Foto: dpa)

Die weltweiten Krisen und die Konjunkturabkühlung machen den IT-Dienstleistern in Deutschland bislang wenig Sorgen. Die Firmen rechnen für 2019 und 2020 immer noch mit durchschnittlichen Umsatzzuwächsen von mehr als zehn Prozent, wie aus einer Analyse der Managementberatung Lünendonk hervorgeht. Damit flacht das Wachstum im Vergleich zu 2018, als die analysierten IT-Dienstleister um 11,9 Prozent zulegten, nur leicht ab.

Grund für den Boom: Viele Unternehmen investieren weiter in die Digitalisierung, zum Beispiel die Modernisierung der IT-Systeme, die die Grundlage für digitale Prozesse und neue Geschäftsmodelle bilden. Aufgrund fehlender Fachkräfte und fehlenden Know-hows sei weiterhin mit einer „hohen Nachfrage nach externen Dienstleistungen“ zu rechnen, sagte Lünendonk-Partner Mario Zillmann am Mittwoch in München.

Die Managementberatung vermisst regelmäßig den Markt für IT-Beratung- und Systemintegration. Die Lünendonk-Liste führt wie in den Vorjahren Accenture an: Mit einem Umsatzanstieg von zwei auf 2,25 Milliarden Euro in Deutschland im vergangenen Jahr baute das Unternehmen die Führung vor T-Systems (1,5 Milliarden Euro) noch weiter aus. Auf Platz drei rangiert IBM vor Capgemini und NTT Data.

Die Beratung analysierte 73 IT-Dienstleister, die mit Umsätzen von 25 Milliarden Euro knapp zwei Drittel des deutschen Markts repräsentieren. Mit einem Plus von 13,8 Prozent schnitten die mittelständischen IT-Beratungen im vergangenen Jahr besonders erfolgreich ab – dazu zählen beispielsweise MHP mit 431 Millionen Euro und GFT mit 413 Millionen Euro Umsatz. Auch Adesso, Materna und ESG stehen auf der Liste.

Ein traditionell wichtiger Kunde der IT-Dienstleister ist die Automobilindustrie. Ihre Bedeutung ist 2018 weiter gestiegen: Der Anteil der Branche an den Gesamtumsätzen wuchs von 14,6 auf 16,4 Prozent. Die Entwicklung der Elektromobilität erzwinge Investitionen, was Einsparungen im IT-Bereich an anderen Stellen ausgleiche, sagte Rüdiger Azone, CEO von Pentasys.

„Auch beim Auto ist IT inzwischen Teil des Kernprodukts“, ergänzte Dieter Löwe, Geschäftsführer bei NTT Data. Es werde immer wichtiger, gemeinsame Projekte mit den Herstellern zu entwickeln. Volkswagen ist dafür ein gutes Beispiel: In den vergangenen Monaten kündigte der Konzern an, mit Amazon Web Services (AWS) seine Fabriken und mit Microsoft seine Fahrzeuge zu vernetzen.

Auch in der Finanzbranche erwarten die IT-Dienstleister trotz der Krise weiter hohe Investitionen – schließlich müssen viele Banken ihre Geschäftsmodelle verändern, was mit den teils Jahrzehnte alten Systemen nicht möglich ist. Allein die Deutsche Bank will unter der Führung des neuen Technikchefs Bernd Leukert bis zum Jahr 2022 rund 13 Milliarden Euro in Technologien investieren.

Die Wachstumshoffnungen der großen IT-Dienstleister trotz des widrigen Umfelds liegt auch daran, dass die Kunden die Zahl ihrer IT-Zulieferer oft reduzieren. „Die Kunden konsolidieren die Vendoren-Landschaft“, sagte NTT-Data-Geschäftsführer Löwe. Die großen werden also größer, während kleinere Anbieter sich schwerer tun. „Wenn Sie sich auf die richtigen Dinge konzentrieren, erzielen Sie auch Wachstum“, so der Manager.

Nicht zuletzt verschafft SAP den IT-Häusern Arbeit. Der Softwarekonzern hat für 2025 das Ende der Standardwartung für ältere ERP-Systeme angekündigt, mit denen Unternehmen ihre betriebswirtschaftlichen Prozesse steuern – die Kunden sollen die neue Version S/4 Hana einführen. Da für die Systemumstellung nicht mehr viel Zeit bleibe, nehme die Nachfrage nach Fachpersonal zu, beobachtet Lünendonk.

Mehr: Immer mehr Industrieunternehmen verpassen ihren Anlagen mit kleinen Updates neue Funktionen. VDMA-Experte Peter Früauf erklärt, warum der Bedarf solcher Retrofits rasant wachsen wird.

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