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Aktuelle Sicherheitstechnik gehört nur in Unternehmen zum Standard Private Surfer sparen bei Virenscanner und Firewall

Der Virenangriff aus dem Internet hat erneut die Schwachstellen in Sachen Datensicherheit offen gelegt. Während Firmennetze in der Regel relativ gut gegen Schadprogramme und Hackerangriffe geschützt sind, waren nur wenige private Computer gegen Mydoom und Co. gewappnet.
  • Hans Schürmann (Handelsblatt)

HB DÜSSELDORF. Zwar hat inzwischen nach Schätzungen von Stefan Wolf, Experte für die Internetsicherheit beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), die Hälfte der Surfer einen Virenscanner installiert, doch nur wenige Prozent halten die Software auf dem aktuellen Stand. „Es sind vor allem die Computerfreaks, die sich der Gefahr bewusst sind und ihren Rechner mit Sicherheitstechnik schützen“, sagt der BSI-Experte.

Spätestens seit Auftreten des Internetwurms „Blaster“ ist aber auch der großen Masse der Surfer klar geworden, dass sie nicht ohne eine zusätzliche Firewall auskommen. Der Computerwurm Blaster war kein übliches Schadprogramm, das über E-Mail verbreitet wurde und durch den Surfer aktiviert werden musste, sondern eine kleine Software, die eine Sicherheitslücke im Microsoft- Betriebssystem ausgenutzt hat. Der Wurm hat alle Internetrechner befallen, bei denen die Schwachstelle in Windows nicht rechtzeitig beseitigt worden war.

Ähnlich wie mit Blaster ging es Anfang der Woche all den Nutzern, die sich auf ihrem Rechner den Mydoom.A-Virus eingefangen hatten, es aber versäumt hatten, diesen zu entfernen. Ein neuer Wurm mit der Bezeichnung „Doomjuice“ gelangte anschließend über eine von Mydoom geöffnete Hintertür auf den Internetrechner und bereitete dort einen Angriff auf die Internetseite von Microsoft vor. Eine Firewall hätte diese Eindringlinge erst gar nicht auf den PC gelassen.

„Der neue Virenvorfall zeigt, dass Computernutzer neben dem Virenscanner unbedingt auch eine Firewall installieren sollten“, sagt Antje Weber, Sprecherin von Symantec. Nur mit dieser Doppelstrategie könnten sie mögliche Angriffe von außen wirksam abwehren. Besitzer neuerer Computer verfügen mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows XP zwar automatisch auch über eine Firewall- Software, allerdings muss diese von den Computernutzern noch aktiviert werden. „Die meisten Computer-Nutzer wissen gar nicht, dass sie eine solche Möglichkeit besitzen, um Angriffe aus dem Internet abzuwehren“, weiß Wolf aus zahlreichen Gesprächen mit besorgten Nutzern, die nach dem Angriff von Mydoom die Hotline des BSI angerufen haben.

Um auch privaten Surfern den Einsatz einer Firewall zu erleichtern, haben Hersteller von ISDN- Modem und DSL-Routern, wie Cisco, Netgear oder D-Link die Technik bereits in ihre Geräte integriert. Diese Hardwarelösungen seien sicherer als vergleichbare Firewall- Software auf der Festplatte des Computers, sagt der BSI-Experte. Da die Firewall hier tatsächlich vor den Rechner installiert wird, haben Hacker und Würmer keine Chance ins System zu gelangen, wenn das Betriebssystem Sicherheitslücken aufweist.

Inzwischen bieten auch Internetprovider wie T-Online oder Tiscali ihren Kunden Sicherheitspakete gegen eine monatliche Gebühr von 5 Euro an. Die Software des Antivirenspezialisten Symantec kann direkt auf den Rechner geladen und installiert werden. Der Virenscanner wird regelmäßig aktualisiert, die Firewall muss allerdings noch den Bedürfnissen des Anwenders angepasst werden. Dazu seien jedoch auch normale Surfer in der Lage, verspricht die Sprecherin von Symantec.

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