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Alte Betriebssysteme Warum die Corona-App auf Millionen Smartphones nicht funktioniert

Die Corona-Warn-App wurde inzwischen gut zehn Millionen Mal heruntergeladen. Doch sie funktioniert nicht auf allen Geräten. Das sind die Gründe.
19.06.2020 Update: 19.06.2020 - 12:22 Uhr 1 Kommentar
Die Anwendung funktioniert nicht auf älteren Smartphones. Quelle: imago images/MiS
Corona-Warn-App

Die Anwendung funktioniert nicht auf älteren Smartphones.

(Foto: imago images/MiS)

Düsseldorf Der Auftakt der Corona-Warn-App in Deutschland war ein Erfolg. Größere technische Probleme blieben aus. Schon einen Tag nach dem Start meldeten die beteiligten Unternehmen SAP und Deutsche Telekom mehr als sechs Millionen Downloads, am Samstag waren es bereits 10,2 Millionen. Doch viele potenzielle Nutzer mussten feststellen, dass sich die Anwendung auf ihren Smartphones nicht installieren lässt.

Telekom-Konzernchef Timotheus Höttges hatte bei der Vorstellung der Anwendung betont: „Sie ist einsetzbar auf den gängigsten Handygeräten, die wir im Markt haben.“ Das Problem ist jedoch: Das sagt nichts darüber aus, wie viele Smartphones zwar noch im Einsatz, aber zu alt für die App sind.

Der Hauptgeschäftsführer des Digitalverbandes Bitkom, Bernhard Rohleder, sagt: „In Deutschland besitzen 58 Millionen Menschen ab sechs Jahren ein Smartphone.“

In einer Umfrage gaben 80 Prozent der Smartphone-Nutzer an, sich in den vergangenen zwei Jahren ein aktuelles Gerät gekauft zu haben. „So können nach unseren Berechnungen mehr als 50 Millionen Menschen in Deutschland die Corona-Warn-App installieren und problemlos nutzen“, sagt Rohleder. Das wären 60 Prozent der Bevölkerung Deutschlands.

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    Der Digitalverband Bitkom geht davon aus, dass die Zahl noch weiter steigen dürfte. Rohleder sagt: „Allein im zweiten Halbjahr 2020 werden in Deutschland mehr als 13 Millionen neue Smartphones verkauft, die praktisch alle die technischen Voraussetzungen für die Corona-Warn-App erfüllen.“

    Die Entwickler der App bei den Dax-Konzernen SAP und Telekom hatten sich aus pragmatischen Gründen dazu entschlossen, nur moderne Smartphones zu unterstützen. Sie besitzen eine moderne Bluetooth-Technologie, die besonders wenig Energie benötigt. Bei älteren Geräten ist das nicht immer der Fall. Eine Schnittstelle für die Bluetooth-Sensoren wurde von den Herstellern Apple und Google bereitgestellt.

    Bei den Apple-Geräten werden Smartphones mit dem Betriebssystem 13.5 unterstützt. Das lässt sich auf iPhones bis zu Generation 6s sowie SE installieren. Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android benötigen die Version 6.0. Sie wurde im Herbst 2015 vorgestellt.

    Apple: Bis zu 30 Prozent mit altem Betriebssystem

    Bei Nachfragen aufseiten der Bundesregierung sowie der beteiligten Unternehmen will sich niemand auf eine Zahl festlegen, wie viele Bundesbürger noch ältere Geräte einsetzten und damit derzeit von der Corona-App ausgeschlossen sind. Es gibt jedoch Näherungswerte.

    Apple teilte mit, dass rund 70 Prozent der weltweit eingesetzten Geräte die Betriebssystemversion 13 besitzen. Immerhin noch 23 Prozent der Geräte nutzen die Vorgängerversion 12 und sogar sieben Prozent noch ältere Versionen. Rechnerisch könnten damit also bis zu 30 Prozent der weltweit im Einsatz befindlichen Geräte nicht bereit für die Corona-App sein. Apple veröffentlicht die Zahlen allerdings nicht für Deutschland. Laut Google nutzten im April 2020 rund 85 Prozent aller aktiven Geräte eine Betriebssystemversion 6.0 oder neuer.

    Diese Zahlen lassen jedoch keinen direkten Rückschluss auf letztliche Nutzer zu. Schließlich gibt es technikaffine Menschen, die nicht nur ein, sondern direkt mehrere aktuelle Smartphones im Einsatz haben. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die seit vielen Jahren mit einem alten Smartphone zufrieden sind.

    Die Corona-App kommt: Das sind die Vor- und Nachteile

    In einer Bitkom-Umfrage gab eine von zehn Personen in Deutschland an, noch ein herkömmliches Handy ohne Apps zu nutzen. Der überwiegende Teil waren Menschen, die älter als 65 Jahre alt sind. Allerdings schloss die Angabe die parallele Nutzung von Smartphones nicht aus. Eine Person kann also ein altes Handy weiter für einen Notfall bereithalten – etwa weil der Akku bei älteren Handys länger hält – aber trotzdem ein modernes Smartphone besitzen.

    Es ist jedoch klar, dass auch in Deutschland noch Millionen von Geräten im Einsatz sein müssen, auf denen sich die Corona-App nicht nutzen lässt. Wollen die Nutzer die App einsetzen, führt kein Weg an einem Umstieg auf ein moderneres Gerät vorbei.

    Mehr: Die Corona-Warn-App steht zum Download bereit. Wie sicher ist das Programm? Auf welchen Smartphones läuft es? Und welche Wirkung hat es? Die Fakten im Überblick.

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    1 Kommentar zu "Alte Betriebssysteme: Warum die Corona-App auf Millionen Smartphones nicht funktioniert"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Vorgestern um 23.00h mal nachgesehen, knapp 1 Mio Downloads.
      Morgens um 09.00h knapp 5 Mio. Gestern Abend knapp 5.8, heute morgen knapp 9 Mio.

      Die Leute sind ja richtig Nachtaktiv...

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