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Andy Puddicombe im Ada-Interview „Ich steuere das Smartphone. Nicht das Smartphone mich“

Andy Puddicombe ist der Gründer von Headspace, einer App zur Meditationshilfe. Im Interview mit dem Magazin „ada“ erzählt er, was die Anwendung auszeichnet.
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„Einige Leute sind eher damit beschäftigt, Stress zu reduzieren, andere wollen ihre Produktivität erhöhen.“ Quelle: Getty Images
Andy Puddicombe

„Einige Leute sind eher damit beschäftigt, Stress zu reduzieren, andere wollen ihre Produktivität erhöhen.“

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfAndy Puddicombe hat Headspace gegründet, eine App zur Meditationshilfe. Damit, verspricht Andy, lassen sich die Störgeräusche durch Techinstrumente im Alltag deutlich verringern. Im Gespräch mit Sven Prange erzählt der Gründer, warum er trotz seiner App sein Smartphone immer auf „Mute“ gestellt hat.

ada: Andy Puddicombe, wie oft schauen Sie am Tag auf Ihr Smartphone?
Andy Puddicombe: Ich habe keine App, die das zählt. Aber ich würde sagen, dass meine Smartphonenutzung relativ gering ist im Vergleich zu anderen Menschen. Ich habe mir vorgenommen, dass ich zu jeder Zeit das Smartphone kontrolliere und nicht das Smartphone mich. Ich habe es deswegen meistens auf Mute.

Mussten Sie das lernen?
AP: Das war ein Prozess. Ich habe festgestellt, dass man sich darin verliert und damit mehr Zeit verbringt, als einem eigentlich guttut. Es ist eben so einfach, das zu nutzen, sobald einem langweilig ist. Dann habe ich angefangen, sobald ich ein Smartphone gekauft habe, erst mal alles zu deinstallieren und deaktivieren. Und dann gemerkt, wie gut mir das tut.

Das Cover der aktuellen Ausgabe.
Ada

Das Cover der aktuellen Ausgabe.

Aber es ist schon ein bisschen schräg, dass ausgerechnet Sie ein Unternehmen gegründet haben, das eine App betreibt.
AP: Das ist ein bisschen ironisch, klar. Aber wenn du das Smartphone benutzt, ist das ja nicht per se schädlich. Und unsere App will ja durch Meditation dazu anhalten, Technologie verantwortungsvoll dir selbst gegenüber zu nutzen. Das Phone kann im Guten oder im Schlechten genutzt werden. Wir helfen, dass es eine Quelle des Guten wird.

Hat Ihnen Meditation auch auf dem Weg zu Ihrer Smartphonediät geholfen?
AP: Als ich begann mit Meditation, gab es noch keinen Techstress.

… das muss in grauer Vorzeit gewesen sein.
AP: Das war 2002. Da sah die Welt noch anders aus. Aber was schon damals so war: Die Menschen haben sich gestresst gefühlt. Das Problem, nicht abschalten zu können, gab es ja schon in der prädigitalen Zeit. Es kumuliert nur mittlerweile, weil Technologie eine so große Beschleunigungskraft hat. Wir Menschen sind einfach chronisch überfordert. Und da kann Meditation helfen. Indem sie nicht nur einen aufgeklärten Umgang mit Technologie vereinfacht, sondern insgesamt unser Verhältnis zu unserem Umfeld bessert.

Warum?
AP: Wir haben uns wirklich sehr viel mit Meditation beschäftigt, ich selbst war ja lange zu Gast in einem Kloster. Und ich kann sagen: Sie steigert das Mitgefühl und senkt den Aggressionspegel. Sie hilft, Stress und Ängste zu reduzieren, besser zu schlafen und damit auch, produktiver zu sein.

Gilt das für alle Menschen gleich?
AP: Einige Leute sind eher damit beschäftigt, Stress zu reduzieren, andere wollen ihre Produktivität erhöhen. Es gibt in der App 50 verschiedene Strategien, mit dem Thema umzugehen. Und klar, es ist für Kinder etwas anderes, die bekommen eine ganz andere Meditationszeit, auch eine andere Sprache. Da schauen wir, dass die deutlich kürzer vor den Bildschirmen sitzen, und die bekommen eher ein Spiel als eine Aufgabe.

Was kann ich jenseits eurer App machen, um besser mit Technologie umzugehen?
AP: Es gibt vier Schlüsselschritte: Schlafen Sie. Wenn Sie nicht genug schlafen, dann kriegen Sie Körper und Geist nicht erholt. Zweitens: Bewegen Sie sich, treiben Sie Sport, das ist wirklich sehr, sehr essenziell. Nur mit einem gesunden Körper fühlen Sie sich stressfrei. Und wenn es nur ein kleiner Spaziergang ist, das kann schon einen großen Unterschied machen. Dann ist es Essen: Das hat einen riesigen Impact darauf, wie wir uns fühlen, auch wie wir uns emotional fühlen. Das müssen keine krassen Diäten sein, aber klar ist: Wenn Sie nur Fast Food oder viel Zucker essen, dann fühlen Sie sich eben nicht gut. Und viertens: Spielen Sie, werden Sie kreativ. Je älter wir werden, desto mehr vernachlässigen wir das, dabei ist es so wichtig.

Was davon berücksichtigen Sie am liebsten?
AP: Ich mache wirklich viel Sport. Und meine Frau macht wirklich großartiges vegetarisches Essen.

Der Text ist in der aktuellen Ausgabe des neues Magazins „ada“ der Handelsblatt Media Group erschienen.

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