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Apple, Microsoft, Alphabet und Tesla Aktivisten verklagen Tech-Konzerne wegen Kinderarbeit

Ein US-Gericht soll über die Vorwürfe gegen Apple, Microsoft, Alphabet, Tesla und Dell entscheiden. Es geht um den Kobalt-Abbau im Kongo.
17.12.2019 Update: 18.12.2019 - 11:58 Uhr Kommentieren
Seit Jahren steht die Branche in der Kritik. Quelle: Corbis News/Getty Images
Kobalt-Abbau im Kongo

Seit Jahren steht die Branche in der Kritik.

(Foto: Corbis News/Getty Images)

New York Fünf großen amerikanischen Tech-Konzernen droht Ärger wegen Kinderarbeit im Kongo. In Washington haben Anwälte eine Klage gegen Tesla, Apple, die Google-Mutter Alphabet, Microsoft und Dell eingelegt. Es geht um das Schicksal von 14 Familien.

Deren Kinder sollen gezwungen worden sein, in den Kobalt-Minen der Demokratischen Republik Kongo zu arbeiten. Dabei kamen sie ums Leben oder trugen schwere gesundheitliche Folgen davon. Es ist die erste Klage dieser Art.

Seit Jahren wird über die unmenschlichen Bedingungen in den Kobalt-Minen im Kongo diskutiert. Das Metall wird unter anderem für die Akkus in Smartphones und Computern genutzt. Mehr als die Hälfte des Kobalts kommt aus Minen der Demokratischen Republik Kongo.

Rund ein Fünftel davon wird laut dem Researchhaus Darton Commodities per Hand geschürft. Laut einer Studie von Unicef arbeiteten im Jahr 2012 rund 40.000 Kinder in den Minen des Landes.

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    System von Kinderarbeit

    Die Klage hat die Menschenrechtsorganisation International Rights Advocates in der US-Hauptstadt Washington eingereicht. Sie wirft den fünf Tech-Unternehmen vor, Teil eines Kinderarbeitssystems gewesen zu sein, das zum Tod und zu schweren Verletzungen der Kinder führte. Damit müssen sich zum ersten Mal gleich mehrere Branchenriesen gemeinsam gegen die Vorwürfe gegen ihre Beschaffungsmethoden vor Gericht verantworten.

    „Statt diesen Kindern mit einer vernachlässigbaren Portion ihres großen Reichtums und ihrer Macht zu helfen, tun diese Unternehmen nichts, als vom billigen Kobalt zu profitieren, das von Kindern aus der Erde geholt wird, die ihrer Kindheit, ihrer Gesundheit und viel zu oft auch ihres Lebens beraubt werden“, kritisieren die Anwälte der Organisation.

    Die Kläger haben Bilder eingereicht, die Kinder mit verkrüppelten oder fehlenden Gliedmaßen zeigen. Sechs der Kinder wurden laut der Klageschrift durch Einbrüche von unsicheren Tunneln getötet. Andere haben schwere gesundheitliche Schäden davongetragen wie etwa Querschnittslähmungen.

    Die Kinder seien zum Teil erst sechs Jahre alt gewesen, als sie durch die extreme Arbeit gezwungen wurden, die Schule zu verlassen und in den Kobalt-Minen des Schweizer Bergbaukonzerns Glencore zu arbeiten. Sie hätten zum Teil nur 1,50 Dollar pro Tag verdient und mussten sechs Tage die Woche arbeiten. „Diese Unternehmen – die reichsten Unternehmen der Welt, diese Hersteller von coolen Geräten – haben es zugelassen, dass Kinder verstümmelt und getötet werden, um an billiges Kobalt zu kommen“, sagte Klägeranwalt Terrence Collingsworth.

    Glencore weist die Vorwürfe entschieden zurück. „Wir tolerieren keinerlei Kinder- oder Zwangsarbeit in unserer Lieferkette“, heißt es in einer Mitteilung des Schweizer Konzerns. Die Kleinbergbauarbeiter hätten sich illegal auf den in der Klageschrift erwähnten Minen aufgehalten. Auch verarbeite und handele man kein Kobalt aus dem Kleinbergbau. Glencore selbst ist in dem Verfahren nicht beklagt worden.

    Dell teilte mit, es habe sich zur „verantwortungsvollen Beschaffung von Mineralien“ verpflichtet. Es habe nie wissentlich Rohstoffe gekauft, die durch Zwangsarbeit oder Kinderarbeit gefördert wurden. Es untersuche derzeit die Vorwürfe. Apple teilte mit, das Unternehmen habe „die Industrie darin angeführt, die striktesten Standards für Zulieferer zu etablieren“.

    Der iPhone-Konzern habe seit 2016 eine vollständige Liste seiner Kobalt-Lieferanten veröffentlicht. Wer die Standards nicht einhalte, fliege von der Liste. Im Jahr 2019 seien sechs Namen gestrichen worden.

    Auch Microsoft teilte mit, man habe sich der „verantwortlichen und ethischen Beschaffung“ verpflichtet. Man nehme diese Verantwortung sehr ernst.

    Mehr: Die Elektromobilität lässt die Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen stark ansteigen. Eine Wirtschaftsstudie befürchtet Versorgungsengpässe.

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