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Apple Test: Kann ein iPad ein Laptop ersetzen?

Schon zum zweiten Mal hat Apple dieses Jahr neue iPads vorgestellt. Doch was bringen sie wirklich im Alltag? Unser Autor hat es ausprobiert.
11.10.2020 - 14:58 Uhr Kommentieren
Mit dem neuen iPad Pro hat Apple einen großen Schritt in Richtung Laptop gemacht. Quelle: AFP
iPad

Mit dem neuen iPad Pro hat Apple einen großen Schritt in Richtung Laptop gemacht.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Fast zehn Jahre ist es her, dass Apple-Gründer Steve Jobs ein neues Zeitalter ankündigte: Das Post-PC-Zeitalter. Eine Zeit, in der PCs und Laptops an Bedeutung verlieren würden und in der neue, mobile Geräte im Alltag immer wichtiger würden, so beschrieb er diese neue Zeit. Da war es sicher kein Zufall, dass Jobs kurz zuvor das iPad vorgestellt hatte.

Doch dann passierte lange nichts. Zwar gingen nach einem Rekord 2011 die PC-Verkäufe tatsächlich zurück. Aber das iPad, das einige schon als Rettung der Medienbranche sahen, verkaufte sich anfangs eher schleppend, was auch daran lag, dass es für viele wenig echte Argumente für den Kauf eines so teuren Geräts gab.

Lesen konnte man damit, Fotos anschauen. Doch das ging mit den immer größeren Smartphones auch. Für alles andere brauchte man weiter einen Laptop, viele Programm aus dem Büroalltag etwa liefen lange nicht auf dem Gerät. Und zwei Programme konnte es schon gar nicht parallel ausführen. Das iPad sei vor allem ein Riesen-Smartphone für Großeltern, die Fotos ihrer Enkel anschauen wollen, wurde deshalb oft gespottet.

Dieses Frühjahr, mitten in der Coronakrise, stellte Apple die neueste Version des iPad Pro vor, brachte kurz darauf eine dazu passende Tastatur heraus, die sich kaum noch von der eines Laptops unterscheidet – und überarbeitete die Software des mobilen Betriebssystems iOS grundlegend.

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    Ist es nun soweit? Braucht man neben so einem Tablet-Rechner überhaupt noch einen PC? Ist das iPad womöglich der bessere Laptop wie einige Apple-Fans behaupten? 

    Mit diesen Fragen habe ich das Gerät vor einigen Monaten bestellt und wochenlang genutzt. Zum Lesen von Nachrichten, Aufzeichnen von Interviews, Schneiden von Videos, PowerPoint-Präsentationen, endlose Excel-Dateien – und natürlich Texte. Auch diese Zeilen tippe ich auf dem Gerät. Und am Ende meines Versuchs, den Laptop zu ersetzen, steht die Erkenntnis, dass ich vielleicht die falsche Frage gestellt habe.

    Aber von vorn. Beim Blick auf die Zahlen fällt auf, dass das iPad Pro eigentlich kaum der Rede wert wäre. Es kommt in zwei Größen (12,9 und 11 Zoll). Der Prozessor ist geringfügig schneller als der des Vorgängermodells – und damit schneller als bei vielen Laptops. Ich habe mich für die größere Variante entschieden.

    Ein großer Schritt in Richtung Laptop

    Die Kamera ist ebenfalls besser als die des Vorgängers – und das Display vergleichbar mit dem Modell aus dem Jahr 2018, das schon damals beste Noten in Tests bekam. Mittlerweile hat Apple auch das neue iPad Air herausgebracht, das allerdings nur eine Nummer kleiner zu haben ist als die Pro-Variante. Dafür ist das iPad Air wesentlich günstiger.

    Und doch macht Apple mit dem iPad-Pro, das zeigt der Test über mehrere Wochen, im Guten wie im Schlechten einen großen Schritt in Richtung Laptop. 

    Der Grund dafür ist die Tastatur, die der Konzern in bester Marketing-Manier „Magic“ nennt. Magisch ist daran zwar wenig. Dafür ist die Tastatur stabiler als alle bisherigen Modelle, sie ist beleuchtet und hat einen USB-Anschluss – zudem ein Trackpad, über das Nutzer mit dem Finger den Mauszeiger steuern können. Das klingt arg technisch, macht im Alltag aber tatsächlich einen großen Unterschied. So springt man mit dem Mauszeiger präziser in Texten und Tabellen hin und her. Das spart Zeit.

    Das neue iPad-Pro wurde im April von Apple vorgestellt. Quelle: Apple Pressebild
    iPad-Pro

    Das neue iPad-Pro wurde im April von Apple vorgestellt.

    Man vergisst dadurch schnell, dass man nur ein iPad vor sich hat. Das liegt übrigens auch am Gewicht: Zusammen mit der Tastatur wiegt das Gerät mit mehr als 1,3 Kilogramm so viel wie ein Laptop. Ins Gewicht fällt auch der Preis. Die Magic Tastatur für die 11-Zoll-Variante kostet 339 Euro. 

    Die meisten Büroanwendungen lassen sich zwar gut auf dem neuen Gerät bedienen. Videos lassen sich problemlos bearbeiten. Und es lassen sich auch Fenster nebeneinander bearbeiten, zum Beispiel eine Tabelle und daneben ein Text. Doch die Verwaltung von Dateien ist auf dem Gerät immer noch nicht komfortabel: Beim Organisieren von Rechercheunterlagen und Studien in Ordnern kommt das mobile Betriebssystem von Apple an seine Grenzen.

    Zwar gibt es mittlerweile auch auf dem iPad Ordner für Dokumente. Aber die zu verschieben und zu organisieren ist mehr als mühsam. Noch schwieriger wird es, Dateien in verschiedenen Apps zu nutzen, zu bearbeiteten und abzulegen. PDF-Dokumente zum Beispiel. All das ist auf dem PC wesentlich einfacher.

    Technische Spielereien könnten an Bedeutung gewinnen

    Doch das ist fast vergessen, wenn man an sonnigen Herbsttagen auf der Terrasse sitzt: Das Display des iPads ist extrem hell und zeigt Fotos auch bei starkem Sonnenlicht mit leuchtenden Farben. Daher eignet sich das Gerät eigentlich auch gut für die endlosen Videokonferenzen, die seit dem Beginn der Coronakrise üblich geworden sind. Leider ist allerdings die Frontkamera des Geräts an der linken Seite – was zu einem eher ungünstigen Videobild führt. 

    Zudem hat Apple das neue iPad mit einer technischen Spielerei versehen, die in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen könnte, es wurde mit einem sogenannten LIDAR-Sensor ausgestattet. Das steht für „Light Detection and Ranging“ und beschreibt eine Technik, die auch in selbstfahrenden Autos eingesetzt wird.

    Grob gesagt tastet der Sensor die Umgebung mit einem Lichtstrahl ab. Augmented Reality Anwendungen erkennen auf diesem Weg präziser Oberflächen und Gegenstände und können sie präziser mit der virtuellen Welt verbinden. So können Apps Hausbesitzern zum Beispiel helfen darzustellen, wie eine neue Küche in ihrem Raum aussehen würde. 

    Bislang ist das nicht viel mehr als eine Spielerei, die nur die wenigsten Nutzer wirklich brauchen. Aber sowohl für die Industrie, im Gesundheitswesen wie für den Privatgebrauch werden solche Anwendungen in den nächsten Jahren möglicherweise an Bedeutung gewinnen.

    Die Tastatur beim neuen iPad-Pro ist stabiler als bei den Vorgängern. Quelle: Apple Pressebild
    iPad-Pro

    Die Tastatur beim neuen iPad-Pro ist stabiler als bei den Vorgängern.

    Eins ist klar: In neuen Tablets verschmelzen Welten. Und das hat Folgen: Der Nutzer muss Abstriche machen. Es fehlen einige Funktionen eines Laptops, gleichzeitig ist das iPad mit der Tastatur so schwer wie kaum ein Vorgänger.

    Aber das iPad ist halt ein mobiles Gerät und gleichzeitig ein reduzierter Laptop. Das kann man unentschieden nennen, weil es das schlechteste aus beiden Welten zusammenbringt. Oder eben eine neue Geräteklasse, die gerade so viel von beiden Welten vereint, wie die meisten Nutzer brauchen dürften. Wer viel unterwegs ist, mal ein Tablet braucht, mal einen Laptop, für den ist die Kombination durchaus geeignet. 

    Damit ist das iPad noch immer nicht der bessere Laptop. Aber es ist der bessere Computer für das mobile Zeitalter. In den vergangenen Wochen habe ich meinen Laptop nur noch aus einem Grund genutzt: Unser Redaktionssystem lässt sich vom iPad aus nicht starten. Ansonsten hätte ich das Gerät in den vergangenen Monaten praktisch nicht gebraucht.

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