Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Auseinandersetzung mit Rechteverwerter Gema Youtube Deutschland blockt Musikvideos

Seite 2 von 2:

Die Nutzerdaten und das Nutzerverhalten sind außerdem bares Geld wert. Sie sind Schlüsselkriterien, nach denen Google Werbung verkaufen und auch Zusatzgeschäfte anbieten kann. Musikbands zum Beispiel planen Tourneen heute danach, in welchen Städten die meisten Fans ihre Lieder aus dem Web abrufen, oder Promotionfirmen lenken Werbegelder aktiv in Künstlerbudgets, die bei Youtube ganz oben auf der Hitliste stehen. Außerdem könnten Verwertungsgesellschaften erkennen, welche Künstler oder Werke gut geklickt werden, aber noch nicht in ihrem Rechtebestand sind. Die Gema könnte dann mit den Daten gezielt auf solche Künstler zugehen.

Ein grundlegende Auseinandersetzung steht bevor

Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der Gema, über den aktuellen Stand der Verhandlungen: "Es zeichnet sich eine grundlegende Auseinandersetzung zwischen der Gema und Google / Youtube ab. Andere europäische Gesellschaften, die ebenfalls Rechte an Musikwerken wahrnehmen, sind in der gleichen schwierigen Lage, bei Google bzw. Youtube Meldeverpflichtungen und eine angemessene Vergütung durchsetzen zu müssen." Auch in Großbritannien schwelt der Konflikt weiter. Der Riss geht dabei durch alle Gruppierungen. Die einen verlangen nach neuen Regelungen für Geistiges Eigentum und eine Entmachtung der Verwertungsgesellschaften, andere wollen die Vormacht Googles brechen. Im Vorfeld eines nicht-öffentlichen Treffens am Mittwoch in London erklärte Radiohead-Gitarrist Ed O'Brien stellvertretend für die Gruppierung gegenüber BBC: "Wir befinden uns in einer entscheidenden Zeit für die Musikindustrie. Rechte und Erlöse werden immer weiter aufgeteilt. Wir brauchen eine Stimme."

Google selber hat mittlerweile Millionen von Dollar in die Kommerzialisierung des Videodienstes gesteckt und betreibt mit vier der fünf großen Musiklabels eigene Videoprogramme. Musikvideos machen weltweit einen signifikaten Teil des gesamten Youtube-Aufkommens aus, allerdings nennt Google keine konkreten Zahlen. Laut Comscore schauten in Großbritannien zum Beispiel im Januar rund 30 Mio. Internetnutzer Onlinevideos, jeder im Schnitt 86 Stück. Rund 23 Mio. Nutzer gingen auf Google-Seiten, sprich Youtube. Damit ist die Google-Tochter mit dramatischem Abstand Marktührer vor der Nummer zwei, der ehrwürdigen BBC mit gerade einmal 6,7 Mio. Videokunden.

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote