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Autonomes Fahren Apple übernimmt Roboterauto-Start-up Drive.ai

Apple sucht nach neuen Geschäftsfeldern und setzt dabei auf das autonome Fahren. Die Marktchancen sind gigantisch – denen technische Probleme noch im Weg stehen.
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Apple übernimmt das Start-up aus Kalifornien. Quelle: PR
drive.ai

Apple übernimmt das Start-up aus Kalifornien.

(Foto: PR)

Berlin Seit Wochen wurde darüber spekuliert, jetzt hat es Apple bestätigt: Der iPhone-Hersteller übernimmt laut dem US-Portal „Axios“ Drive.ai. Das Start-up aus Kalifornien arbeitet seit 2015 an der Technik für das autonome Fahren und wurde zwischenzeitlich mit über 200 Millionen Dollar bewertet. Zuletzt jedoch wurden finanzielle Schwierigkeiten bei Drive.ai bekannt. Das Start-up hat deswegen seit Februar nach Geldgebern gesucht. Informationen über den Kaufpreis wurden nicht veröffentlicht.

Mit der Übernahme bekräftigt Apple seine Ambitionen im Bereich des autonomen Fahrens. Anfang des Jahres sah das noch anders aus: Im Januar hatte Apple 200 Mitarbeiter des Bereichs „Titan“ entlassen – dahinter verbirgt sich das Roboterautoprojekt des Konzerns. Damals kamen Spekulationen auf, dass Apple womöglich im Rennen um das autonome Fahren den Anschluss gegenüber Googles Waymo, Tesla und den deutschen Autoherstellern verlieren könnte.

Apple dürfte es nicht nur auf die Technik von Drive.ai abgesehen haben. Vielmehr hofft der Konzern, sich mithilfe der Ingenieure des Start-ups das nötige Know-how in den Konzern zu holen. Drive.ai greift vor allem auf die Künstliche Intelligenz zurück, um selbstfahrende Autos herzustellen.

Die Übernahme zeigt auch, dass die Mammutaufgabe autonomes Fahren ohne Übernahme und Kooperationen nicht bewältigt werden kann. „Übernahmen von Start-ups im Bereich des autonomen Fahrens finden schon seit vielen Jahren statt“, sagt Daniel Göhring vom Dahlem Center für Maschinelles Lernen und Robotik der FU Berlin. Göhring forscht seit 2010 am autonomen Fahren und hat in Berlin ein Forschungsfahrzeug im Einsatz.

Auch in Deutschland seien die Konzerne auf Hilfe von Start-ups angewiesen, sagt Göhring. „Die großen Autohersteller haben beispielweise den Kartenanbieter Here gekauft.“ In den USA hat Tesla lange mit dem israelischen Start-up Mobileye zusammengearbeitet, später wurde Mobileye von Intel für 15 Milliarden Dollar übernommen und kooperiert nun mit BMW.

Gigantische Marktchancen

Amazon wiederum hat sich mit einem dreistelligen Millionenbetrag am US-Start-up Aurora beteiligt, das bis vor kurzem noch mit Volkswagen zusammengearbeitet hat. „Jedes Unternehmen schaut derzeit, wo es sich die benötigte Expertise zukaufen kann, auch Apple natürlich“, sagt Göhring.

Das Rennen um das autonome Fahren läuft auf Hochtouren, weil die Marktchancen gigantisch sind. Glaubt man den Analysten der Investmentbank UBS, könnte sich ein Billionenmarkt entwickeln. Allein im Bereich der Robo-Taxis gehen die Experten in einer Studie von einem Marktvolumen von über zwei Billionen Dollar bis 2030 aus.

Allerdings stehen diesen Marktchancen noch technische Herausforderungen im Weg. „Trotz aller Übernahmen hat bisher keine dieser Gruppen alle Probleme des autonomen Fahrens gelöst, weder Google noch Apple“, sagt Göhring. Alle derzeitigen Ansätze des autonomen Fahrens würden sich ähneln, erklärt der Forscher. „Hinreichend gelöst hat die bestehenden Probleme, insbesondere bei der Wahrnehmung und Lokalisierung aber noch keiner.“

Ob Apple nun eigene autonome Fahrzeuge bauen will oder lediglich die Technik samt Software an Autokonzerne vertreiben möchte, bleibt unklar. Allerdings zeigt die Übernahme, dass Apple weiterhin nach neuen Geschäftsfeldern sucht, um sich vom Umsatzbringer iPhone zu emanzipieren. Mit dem autonomen Fahren könnte der Konzern seine Abhängigkeit vom Smartphone verkleinern.

Mehr: Autonom fahrende Autos brauchen exakte Karten. Mit der Gemeinschaftsfirma Here – Daimler, BMW und Volkswagen sind beteiligt – will die deutsche Autoindustrie Google den Kampf ansagen.

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