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„Basic Thinking“ Top-Blogger Robert Basic verkauft sein Weblog

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Die Leserzahlen bei Blogs scheinen nach einem Loch im Sommer 2008 wieder deutlich zu steigen. Spreeblicker Haeusler: „Von 5 000 sind wir hoch bis auf bis zu 8 000 Unique Visitors am Tag.“ Unique Visitors bezeichnen die eindeutig identifizierbaren, einzelnen Leser, sie sind die härteste Währung. Trotzdem hat Deutschland Nachholbedarf. 55 Prozent aller Netz-Nutzer haben hierzulande schon einmal Blogs gelesen. In den USA sind es 60, in Frankreich 78 Prozent, behauptet eine Studie von Universal McCann. „Blogs haben hier noch immer ein schlechtes Image“, meint Schröder: „Das könnte auch an der negativen Berichterstattung in den klassischen Medien liegen.“ Vor allem die „Süddeutsche Zeitung“ ist in der Szene bekannt für Tiraden gegen Weblogs.

Diese Abneigung bedrückt auch jene, die mit ihrem Schreib-Hobby Geld machen wollen. „Es läuft ganz Okay“, sagt Spreeblicker Haeusler, der Mitgründer des Weblog-Vermarkters Adnation ist. Im vergangenen Jahr verbuchte das Nebenprojekt einen gut sechsstelligen Umsatz: „Es ist aber sehr schwierig, an Etats zu kommen, weil man mit den Mediaagenturen reden muss. Und bei denen ist die Bereitschaft gering, neue Wege zu gehen.“ Die Schweiz sei weiter, pflichtet Peter Hogenkamp bei. Mit seinem Weblog-Netz Blogwerk erzielt der Schweizer in der Heimat Tausenderkontaktpreise von 60 Euro. Sprich: Es kostet 60 Euro pro Tausend Leser, im Rahmen von Blogwerk eine Anzeige zu schalten. Adnation bewegt sich bei unter der Hälfte dieses Preises. Die großen Nachrichtenseiten liegen teilweise im einstelligen Bereich.

Die meisten Blogger aber schielen nicht auf Umsätze, sondern sehen das Schreiben als Hobby oder Instrument zur Selbstvermarktung. Beispiel Ute Hamelmann: Hauptberuflich arbeitet die Münsterländerin für Westlotto, nebenher zeichnet sie Cartoons für ihr „Toonblog“. Ergebnis: ein Buchvertrag, zahlreiche Zeichenaufträge, eine bezahlte Videoreihe für das Portal Sevenload.

Deshalb trifft der Verkauf von Basic Thinking auf wenig Gegenliebe: „Was will er denn verkaufen?“, fragt Haeusler. „Ein Blog ohne seinen Autor ist nichts wert.“ Die Befürchtung: Wenn die Auktion wenig Geld bringt, wird dies die Reputation der Weblogs in Deutschland schädigen. „Dann schreibt ,Spiegel Online‘ wieder mal, Blogs seien nichts wert“, fürchtet Journalist Schröder.

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