Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Berichte über Technik-Probleme Samsung verschiebt Start des Falt-Smartphones Galaxy Fold auf unbestimmte Zeit

Zahlreiche Tester hatten über Bildschirm-Probleme bei dem 2000 Euro teuren faltbaren Smartphone geklagt. Nun zieht Samsung die Notbremse.
Update: 23.04.2019 - 04:47 Uhr Kommentieren
Ursprünglich wollte Samsung an diesem Freitag den Verkauf des Smartphones starten. Quelle: dpa
Samsung Galaxy Fold

Ursprünglich wollte Samsung an diesem Freitag den Verkauf des Smartphones starten.

(Foto: dpa)

Tokio, DüsseldorfNach mehreren Berichten über technische Probleme verschiebt Samsung den Verkaufsstart des ersten serienreifen Falt-Smartphones. Das gab das Unternehmen an diesem Montag bekannt, ohne einen neuen Termin zu nennen.

„Während viele Rezensenten das enorme Potenzial mit uns geteilt haben, haben uns einige auch gezeigt, dass das Gerät weitere Verbesserungen benötigt, um die bestmögliche Benutzererfahrung zu gewährleisten“, teilte Samsung in einer Erklärung mit. „Um dieses Feedback vollständig auszuwerten und weitere interne Tests durchzuführen, haben wir uns entschieden, die Veröffentlichung des Galaxy Fold zu verschieben. Wir planen, das Veröffentlichungsdatum in den nächsten Wochen bekanntzugeben.“

Ursprünglich wollte Samsung das Android-Gerät für rund 2000 Euro ab diesem Freitag in den USA verkaufen. Über den neuen Verkaufsstart wird nun viel spekuliert. Das „Wall Street Journal“ berichtet, dass das Galaxy Fold frühestens im Mai auf den Markt kommen werde. Laut dem Bericht gibt es noch kein konkretes neues Startdatum, Samsung peile aber einen Termin innerhalb der kommenden Wochen an.

Die südkoreanische Tageszeitung „Chosun Ilbo“ berichtet ebenfalls von Stimmen, die nur eine Verschiebung von zwei bis drei Wochen erwarten. Doch sicher ist dies noch nicht. Zuerst muss Samsung die Quellen der Fehlfunktionen beheben, die amerikanische Tester vergangene Woche aufgedeckt hatten.

Besonders die Faltfunktion des Smartphones und das Display sorgen für Probleme. In einem Test des Tech-Portals „The Verge“ berichtete der Autor von einer kleinen Beule im Display, die bald den Bildschirm von innen beschädigte. Andere Tester wie Steve Kovach von CNBC schrieben aber, dass trotz intakter Schutzfolie der linke, flexible Teil des Bildschirms dauerhaft flackere.

Samsung erwähnte, dass es sich im ersten Fall um Substanzen handele, die irgendwie den Weg unter das Display gefunden hatten. Für den zweiten wird Druck auf das Scharniersystem verantwortlich gemacht. Darüber hinaus kündete Samsung an, deutlicher als bisher vor der Entfernung eines Schutzfilms zu warnen, der auf dem Display bleiben muss.

Tester von Bloomberg hatten den nämlich versehentlich abgezogen und damit das Display zerstört. Doch auch Tester, die keine technischen Pannen hatten, sehen Samsungs Falthandy teilweise kritisch. „Sehr viel Geld für einen Prototypen“, urteilt der Tech-Dienst Engadget.

Engadget lobte zwar die technische Leistung: Das Herzstück ist ein Scharnier, durch das das faltbare Innendisplay des 263 Gramm schweren Geräts auf eine stattliche Bilddiagonale von 7,3 Zoll kommt. Zudem sind sechs Kameras verbaut. Engadget kritisiere unter anderem, dass sich die Software noch ungeschliffen anfühle. „Zu diesem Zeitpunkt ist das Galaxy Fold ein glorifiziertes Stück Beta-Hardware“, meinen die Tester daher.

Für Samsung kommt der Rückzieher bei seinem vermeintlichen Hoffnungsträger zu einem kritischen Zeitpunkt. 2018 ging auch der Smartphone-Absatz des Marktführers bereits zurück. Die Flaute am Handymarkt trug neben einem Fall von Speicherchippreisen mit dazu bei, dass der Konzerngewinn im ersten Quartal laut einer ersten Schätzung Samsungs um 60 Prozent abgesackt war.

Das Unternehmen hoffte bisher, den Handymarkt durch die faltbaren Geräte wieder zu beleben. Stattdessen riefen die Testberichte im Markt Erinnerungen an das Akku-Debakel mit Samsungs Galaxy Note 7 vor zwei Jahren wach.

Damals überhitzten Akkus des neuen Vorzeigehandys der Südkoreaner und ließen einige Geräte explodieren. Zunächst kam es zu einem Rückruf und schließlich zu einem Verkaufsstopp der Geräte. Samsungs Mobilsparte, einst der Gewinnmotor des Konzerns, rutschte in den Quartalsbilanzen daher sogar kurz ins Minus.

Finanzieller Schaden noch offen

Dieses Mal sackte vorige Woche vorerst nur der Aktienkurs um drei Prozent ab. Doch seither hat sich der Markt stabilisiert. Selbst auf die Nachricht von der Verschiebung reagierte der Markt nicht negativ. Am Dienstagvormittag schwankte Samsungs Aktienkurs um den Schlusskurs vom Montag. Denn durch die schnelle Entscheidung, den Verkaufsstart seines faltbaren Handys zu verschieben, hofft Samsung offensichtlich, einen teuren Rückruf zu vermeiden.

Wie groß der finanzielle Schaden allerdings letztlich ausfallen wird, ist noch offen. Der Konzern hat zwar sieben Jahre Entwicklung in das neue Gerät investiert. Aber eine kurze Verschiebung des Verkaufsstart dürfte keine großen Spuren in der Bilanz hinterlassen.

Der Grund: Samsung erwartete bisher, lediglich mehr als eine Million faltbare Galaxy-Handys zu verkaufen. Damit würde das Galaxy Fold aber letztlich nur einen geringen Anteil von Samsungs Handyverkäufen ausmachen. 2018 verkaufte der Konzern immerhin 291 Millionen Handys.

Müsste Samsung den Verkaufsstart hingegen um mehrere Monate verzögern, droht zudem ein Imageschaden. Denn dann könnte der chinesische Verfolger Huawei Samsung mit seiner Interpretation des Falthandys zuvorkommen.

Das faltbare Huawei Mate X trägt die Displays wie einen Buchumschlag auf der Außenhaut und nicht wie Samsungs Erstling wie Buchseiten im Inneren. Es soll im Sommer erscheinen – und mit 2.300 Euro noch teurer werden. Bislang plant Huawei keine Verschiebung seines Verkaufsstarts.

Startseite

Mehr zu: Berichte über Technik-Probleme - Samsung verschiebt Start des Falt-Smartphones Galaxy Fold auf unbestimmte Zeit

0 Kommentare zu "Berichte über Technik-Probleme: Samsung verschiebt Start des Falt-Smartphones Galaxy Fold auf unbestimmte Zeit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote