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Der frühere Microsoft-Chef Steve Ballmer

Microsoft brachte Windows 7 im Jahr 2009 auf den Markt.

(Foto: dpa)

Betriebssystem Support für Windows 7 endet – Abschied von einem alten Bekannten

Microsoft liefert ab nächster Woche keine Updates mehr für das Betriebssystem Windows 7 aus. Höchste Zeit, sich um eine Alternative zu kümmern.
10.01.2020 - 11:29 Uhr Kommentieren

Düsseldorf In der kommenden Woche wird bei vielen Computernutzern eine Warnung auf dem Bildschirm erscheinen: Microsoft stellt am 14. Januar den Support für Windows 7 ein und liefert ab dann standardmäßig keine Updates mehr aus – auch Sicherheitslücken bleiben offen. Von Monat zu Monat wachsen die Risiken.

Dieses Problem dürfte Millionen von Nutzern betreffen: Windows 7 läuft nach Zahlen des Marktforschers Statcounter immer noch auf knapp 22 Prozent aller PCs weltweit und ist nach Windows 10 das zweitbeliebteste Betriebssystem. Auch in Europa ist die Verbreitung nach wie vor hoch. Die Umstellung dürfte sich noch einige Zeit hinziehen.

Für Privatnutzer wird es höchste Zeit, sich von Windows 7 zu verabschieden. Für Unternehmen ist der Druck nicht ganz so hoch, weil sie das – häufig kostenpflichtige – „Extended Security Update“-Programm nutzen können, in dem Microsoft weiterhin Aktualisierungen ausliefert. Auch sie sollten sich allerdings Gedanken machen. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Warum kümmert sich Microsoft nicht mehr um Windows 7?

Als Microsoft im Jahr 2009 Windows 7 auslieferte, waren die Reaktionen überwiegend positiv. Das Betriebssystem lief von Beginn an deutlich stabiler und ließ sich intuitiver bedienen als Windows Vista, das der frühere Konzernchef Steve Ballmer bei seinem Abschied als seinen größten Fehler bezeichnete. Diese Kombination dürfte zur großen Beliebtheit der Software beigetragen haben – mit dem Startknopf dürfte sie bis heute für viele ein alter Bekannter sein.

Trotzdem will der Konzern die Software nicht mehr pflegen. „Um höchste Sicherheit und eine zeitgemäße Funktionalität zu gewährleisten besitzt jede Windows-Version einen klar definierten Lebenszyklus, den wir unseren Kunden transparent machen“, erklärt Microsoft gegenüber dem Handelsblatt. Schon seit fünf Jahren gibt es keine neuen Funktionen mehr, nun auch keine Sicherheitsupdates.

Microsoft argumentiert, dass sich die IT-Welt in den letzten zehn Jahren rasant verändert habe. Daher brauche es „eine Plattform, welche mit den Anforderungen von Anwendern schritthalten kann und Unternehmen befähigt, von den Vorteilen der digitalen Transformation zu profitieren“. Diese Entscheidung gibt der Konzern den IT-Abteilungen nun indes vor.

Warum sollten Nutzer wechseln?

PCs mit Windows 7 werden ab dem 15. Januar weiter funktionieren, allerdings schließt Microsoft keine Sicherheitslücken mehr. Die weitere Nutzung berge daher „hohe Risiken für die IT-Sicherheit, insbesondere, wenn das betroffene System oder Gerät mit dem Internet verbunden ist“, warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits im Juli.

Cyberkriminelle könnten die Sicherheitslücken ausnutzen, um Nutzern schädliche Software unterzujubeln. Schon ein Klick auf eine präparierte E-Mail reicht womöglich aus, um zum Beispiel einen Verschlüsselungstrojaner zu installieren. Ohne die regelmäßigen Updates von Microsoft wird das Risiko mit der Zeit immer größer.

Das BSI empfiehlt Privatnutzern wie Unternehmen, Windows 7 ab nächster Woche nicht mehr zu verwenden und auf ein anderes Betriebssystem zu wechseln. Gleiches gilt für Windows 10 Mobile, für das ebenfalls der Support endet – diese Software kommt auf Smartphones zum Einsatz, wobei deren Verbreitung sehr gering ist. 

Welche Alternativen gibt es?

Microsoft empfiehlt wenig überraschend das eigene Betriebssystem Windows 10. Bei der Einführung war das Upgrade gratis, und auch heute können Nutzer den Wechsel offenbar ohne Zusatzkosten vollziehen: In Foren kursiert beispielsweise der Tipp, dass sich der alte Lizenzschlüssel für die Aktivierung der neuen Software nutzen lässt.

Allerdings läuft Windows 10 auf den Geräten, die mehrere Jahre alt sein dürften, womöglich nicht rund: Der Funktionsumfang könne eingeschränkt sein, warnt der Konzern – ein Abgleich mit den Systemanforderungen ist daher sinnvoll. Wer das aktuelle Windows nutzen will, muss also womöglich einen neuen PC kaufen.

Tatsächlich beobachtet der Marktforscher Gartner eine Belebung der Nachfrage durch die Umstellung in Unternehmen: „Das Ende des Windows-7-Supports ist ein starker Treiber für den professionellen PC-Markt“, sagt Mikako Kitagawa, Analyst bei Gartner. Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren umgestellt – ohne diesen Effekt wäre der Markt 2019 geschrumpft.

Es gibt aber Alternativen zum Neukauf. So steht die Chance gut, dass das offene und kostenlose Betriebssystem Linux auf älterer Hardware läuft, zum Beispiel die Variante Ubuntu. Es ist mit Windows-Programmen nicht kompatibel, es gibt aber viele Programme, um im Netz zu surfen, E-Mails zu verschicken und Dokumente zu schreiben. Und wer ohnehin ein neues Gerät kaufen muss, kann auch zu einem Mac greifen.

Wie ist die Lage in Unternehmen?

Trotz der Investitionen in die Umstellung ist Windows 7 auch in der Wirtschaft weiterhin ein Thema. Microsoft veröffentlicht dazu keine Zahlen, eine Auswertung des russischen IT-Sicherheitsspezialisten Kaspersky vom vergangenen Sommer bietet aber einen Anhaltspunkt: Damals setzten 45 Prozent der Firmen mit bis zu 25 PCs das Betriebssystem ein und sogar 52 Prozent der größeren Organisationen – zumindest auf einem Teil der Geräte.

Diese Studie enthält zwar Unschärfen. So handelt es sich um Kunden aus mehreren Ländern, weshalb die Lage in Deutschland durchaus anders sein könnte. Zudem dürften etliche Unternehmen seit der Erhebung umgestellt haben. Sie lässt aber erahnen, dass sich in der Wirtschaft noch längst nicht alle mit dem Problem befasst haben. Auch die Verwaltung ist mit der Umstellung noch längst nicht fertig.

Anders als Privatnutzer können sich Unternehmen aber Zeit erkaufen. Microsoft bietet über Partner „Extended Security Updates“ an, mit denen Organisationen weiter Aktualisierungen erhalten. Nach einem Bericht des Technikportals Golem belaufen sich die Kosten fürs erste Jahr auf 73 Euro pro PC. Der Konzern wollte den Bericht nicht kommentieren.

Auch dieses Angebot läuft jedoch aus – nach drei Jahren ist Schluss. Auf ein anderes Betriebssystem umsteigen müssen Unternehmen also in jedem Fall.

Mehr: Microsoft hat im vergangenen Jahr bei Gewinn und Umsatz zugelegt. Dabei profitiert der IT-Riese vor allem vom Wachstum im Cloud-Geschäft.

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