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Die US-Tochter T-Mobile US ist der Wachstumstreiber des Konzerns.

(Foto: AFP)

Blitzanalyse Telekom legt solide Zahlen vor – US-Markt bleibt der Antreiber

Die Telekom legt in allen zentralen Kennzahlen zu. Der wichtigste Grund: das starke Geschäft in den USA. Aber es gibt auch Risiken.
2 Kommentare

Düsseldorf Die Deutsche Telekom hat am Donnerstag ihre Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten.

  • Der Umsatz steigt um 7,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 19,7 Milliarden Euro.
  • Das bereinigte Ergebnis (Ebitda) nach Leasingkosten steigt um 7,1 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro.
  • Der bereinigte Konzernüberschuss steigt um 7,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.
  • Der Free Cashflow nach Leasingkosten steigt um 5,4 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Das fällt positiv auf

Die US-Tochter T-Mobile US ist der Wachstumstreiber des Konzerns. Das Geschäft lief so gut wie nie. T-Mobile US legte im abgelaufenen Quartal einen Rekordgewinn von 939 Millionen Dollar (842 Millionen Euro) vor, das ist 20 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.

Der Umsatz lag mit elf Milliarden Dollar auf einem neuen Höchststand. Von April bis Juni gewann der Konzern insgesamt 1,8 Millionen neue Kunden hinzu, ein Anstieg von elf Prozent und ebenfalls ein neuer Rekord.

Zudem zahlt sich der Umbau des Geschäftes in Europa aus. In Österreich hatte die Telekom zum 31. Juli 2018 den Kabelnetzbetreiber UPC übernommen und kann seitdem Festnetz und Mobilfunk als Bündelprodukte anbieten.

In den Niederlanden hatte die Landesgesellschaft T-Mobile Netherlands den Rivalen Tele2 zum 2. Januar 2019 übernehmen dürfen. Beide Zukäufe trieben zudem die Umsatzzahlen für den Konzern im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Unter dem Strich wuchs der Gewinn mit 944 Millionen Euro auf fast das Doppelte. Allerdings hatte vor einem Jahr der Vergleich im Rechtsstreit um das Mautsystem Toll Collect mit rund 600 Millionen Euro belastet. Dennoch fiel der Überschuss geringer aus als von Experten gedacht, weil im zweiten Quartal Sonderkosten von 400 Millionen Euro anfielen, vor allem für den Stellenabbau.

Was negativ auffällt

Das Wettbewerbsumfeld für die Bonner wird härter. Das gilt besonders für den Heimatmarkt Deutschland. Zwar konnte die Telekom im zweiten Quartal in der Bundesrepublik den Umsatz um 1,2 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro steigern. Doch die Entwicklung der Mobilfunkkunden offenbarte eine Schwäche.

Zwar blieb insgesamt die Zahl der Mobilfunkkunden mit einem Plus von 0,4 Prozent auf knapp 45 Millionen weitgehend stabil, so musste die Telekom doch ausgerechnet bei den besonders wichtigen Vertragskunden einen Rückgang um 0,9 Prozent auf knapp 25 Millionen Kunden hinnehmen.

Anfang August hatte Rivale Vodafone die Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia in Deutschland, sowie der Landesgesellschaften in Tschechien, Ungarn und Rumänien für 18,4 Milliarden Euro abgeschlossen. Vodafone hat Dank der Fusion erstmals eine eigene Breitbandinfrastruktur in ganz Deutschland und kann die Telekom damit herausfordern.

Bis zum Jahr 2022 will Vodafone Breitbandanschlüsse mit einem Gigabit pro Sekunde für 25 Millionen Haushalte anbieten. Damit würde Vodafone rund zwei Drittel der deutschen Bevölkerung erreichen. Doch auf im Rest der Republik ist der Konzern nicht außen vor. Regeln der Bundesnetzagentur schreiben der Telekom vor, dass sie ihr Netz auch für Wettbewerber öffnen muss. An den Orten, an denen Vodafone keine eigene Infrastruktur hat, kann sie ein einen regulierten Zugang zum Netz der Telekom zugreifen.

Was jetzt wichtig ist

Die Fusion des Rivalen Sprint in den USA hat oberste Priorität für die Telekom-Geschäftsführung. Der Dax-Konzern hat schon viele Hürden genommen, um den Zusammenschluss auf den Weg zu bringen. Doch es steht noch eine Klage von US-Bundesstaaten aus.

Lange hatten sich ausschließlich demokratisch geführte Bundesstaaten der Kritik an der 26 Milliarden Dollar schweren Fusion angeschlossen. Doch vergangenen Woche trat auch das republikanisch geführte Texas dem juristischen Vorgehen gegen die Fusion bei. Damit hat der Widerstand gegen die Pläne der Telekom an Schärfe gewonnen.

Auch in Deutschland ist das Umfeld für die Telekom schwieriger. Für den 1. September bereitet Vodafone nach Handelsblatt-Informationen eine Marketingoffensive vor. Damit will der Konzern sein vereinigtes Breitbandnetz als Alternative zu Telekom positionieren, und möglichst viele Kunden abwerben.

Mehr: Seit Jahren ist die defizitäre Großkundentochter T-Systems das Sorgenkind der Telekom. Jetzt plant der Konzern einen tief greifenden Umbau – das könnte der Beginn der Zerschlagung sein.

Korrektur: In einer früheren Version war die Zahl der Kunden in Deutschland falsch angegeben. Die Daten wurden korrigiert.

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2 Kommentare zu "Blitzanalyse: Telekom legt solide Zahlen vor – US-Markt bleibt der Antreiber"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sehr geehrter Herr Dienst, oh, da haben Sie Recht. Da ist mir ein Fehler unterlaufen. Das werde ich umgehend korrigieren. Grüße, Stephan Scheuer

  • Lieber Herr Scheuer,

    sind Sie sicher, dass die Telekom in Deutschland 45.000 Mobilfunkkunden hat? Ich schätze Sie meinen an dieser Stelle eher 45 Millionen. Das ergibt zumindest meine kurze Internetrecherche.

    Beste Grüße

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