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Bundesliga Vodafone rüstet Wolfsburg-Stadion mit 5G aus – Videobeweis für Zuschauer möglich

Der superschnelle Mobilfunkstandard könnte völlig neue Anwendungen für Fans ermöglichen. Vodafone baut ein erstes Netz im Wolfsburger Stadion.
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Das Stadion wird von Vodafone und Bundesliga mit 5G ausgerüstet. Quelle: Imago/Westend61
Volkswagen-Arena in Wolfsburg

Das Stadion wird von Vodafone und Bundesliga mit 5G ausgerüstet.

(Foto: Imago/Westend61)

München„Entscheidend is auf’m Platz“: Jahrzehnte alte Fußballweisheiten wie diese sind heute nicht mehr viel wert. Für viele Fans ist inzwischen mindestens genauso wichtig, was parallel zum Spiel auf ihren Smartphones passiert.

Deshalb hat sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) jetzt mit Vodafone zusammen getan. Die beiden Partner wollen erstmals superschnelles, mobiles Internet mit dem neuen Standard 5G ins Stadion bringen. Im Herbst soll ein Test in Wolfsburg beginnen.

„Der Stadionbesuch erhält eine neue Qualität“, sagt Hannes Ametsreiter, Deutschland-Chef von Vodafone, dem Handelsblatt. „Wir verbinden zwei Welten: Das emotionale Liveerlebnis und das digitale Informationsangebot.“ Der Telekommunikationskonzern wird die Arena in Wolfsburg technisch mit 5G-Equipment aufrüsten, so dass die Zuschauer Spieldaten annähernd in Echtzeit auf ihren Handys anschauen können.

Damit entstünden gewaltige Möglichkeiten für die Fans, betonte der Manager. Zum Beispiel, um etwas über Ballbesitz, Laufgeschwindigkeit oder Elfmeterstatistiken zu erfahren, oder auch um Online-Wetten abzuschließen. Und natürlich werde es möglich, Spielszenen sofort zu wiederholen.

Für DFL-Chef Christian Seifert ist die auf zwei Jahre angelegte Zusammenarbeit wegweisend, um die Bundesliga fit für die Zukunft zu machen. „Gerade die junge Generation verlangt nach zusätzlichen Informationen zum Spiel“, sagt der Manager. Dafür sei 5G unerlässlich: „Für neue Angebote brauchen wir erheblich mehr Bandbreite.“

Mitte Juni endete die Versteigerung der Frequenzen für den 5G-Mobilfunk in Deutschland. Rund 6,5 Milliarden Euro zahlten die Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica (O2) sowie der Herausforderer United Internet (1&1) bei der Auktion. Jetzt wetteifern die Firmen um die ersten Lösungen auf 5G-Basis. Jüngst hat Vodafone bereits eine mit der Technik ausgestattete Fabrik in Aachen vorgestellt.

In einigen Monaten soll in Wolfsburg nun das erste Stadion folgen. Es ist kein Zufall, dass Vodafone ausgerechnet die Autostadt ausgesucht hat. Am Stammsitz von Volkswagen existiert bereits ein hoch modernes Netz der derzeit vorherrschenden vierten Generation sowie die dahinter stehenden Rechnerkapazitäten.

Noch besitzt praktisch niemand in Deutschland ein Handy, das für den neuen Standard ausgelegt ist. Erste Modelle sollen jedoch bald auf den Markt kommen, beispielsweise das S10 5G von Samsung; groß ist die Auswahl aber noch nicht. Apple will Medienberichten zufolge mit der Einführung bis 2020 warten.

Trotzdem preschen die Bundesliga und Vodafone jetzt vor. Beide Seiten wollen möglichst früh dabei sein, wenn der Hype beginnt. Zudem würden auch die Besitzer der derzeit üblichen Geräte von der neuen Technik profitieren, so Vodafone-Manager Ametsreiter.

5G macht neue Anwendungen möglich

Ähnlich wie bei der Einführung der Vorgängertechnologie LTE ab dem Jahr 2010 verspricht 5G eine deutlich bessere Leistung. Die Geschwindigkeit ist höher, es kommt nur zu geringen Verzögerungen bei der Datenübertragung, und der Stromverbrauch fällt niedriger aus.

Dank der niedrigen Latenz, die auf eine Millisekunde sinken könnte, werden auch neue Anwendungen möglich. Online-Fußballspiele etwa, bei denen die Reaktionsgeschwindigkeit wichtig ist, sind dann auch unterwegs möglich. Auch die Liveübertragung von Virtual-Reality-Inhalten ist denkbar, sobald es erste Spezialbrillen mit Mobilfunkanbindung gibt.

Welche neuen Anwendungen sich künftig bei den Fans durchsetzen würden, sei völlig offen. Ametsreiter: „Wir werden in den nächsten zwei Jahren viel darüber lernen, was die Fußballfans interessiert.“

Vodafone und Bundesliga verbünden sich beim neuen Mobilfunkstandard. Quelle: Vodafone
5G im Stadion

Vodafone und Bundesliga verbünden sich beim neuen Mobilfunkstandard.

(Foto: Vodafone)

Vodafone bekommt künftig die offiziellen Spieldaten der Bundesliga sowie Inhalte der Klubs und Porträtbilder der Spieler. Damit kann der Konzern dann Apps fürs Stadion entwickeln. Besonders interessant könnte dabei Augmented Reality sein, eine Technik, in der reale und virtuelle Welt auf dem Bildschirm vermischt werden.

Doch ob das alles auf den Tribünen ankommt? „Letztlich werden sich die Anwendungen durchsetzen, bei denen der Kunde einen Mehrwert erkennt“, betont Seifert. Fest steht nur: Wenn Massen von Menschen auf engem Raum zusammen kommen, ist das für Telekommunikationsanbieter generell eine Herausforderung. Für eine vergleichsweise kurze Zeit müssen die Konzerne gewaltige Kapazitäten vorhalten.

Jedes Jahr würde der Datenverbrauch in den Arenen um 50 bis 60 Prozent nach oben schnellen, so Ametsreiter. 5G soll für Entlastung sorgen.

Dass der jetzt geschlossene Vertrag über zwei Jahre läuft, hat seinen Grund: Die Bundesliga schreibt ihre milliardenteuren Medienrechte stets für mehrere Jahre aus. Die nächste Periode beginnt 2021. Möglicherweise wird es durch 5G möglich, weitere Rechte zu vermarkten. Liga-Chef Seifert sieht den deutschen Fußball mit der Kooperation jedenfalls als Speerspitze der technischen Entwicklung: „Damit sind wir weltweit Vorreiter in der Digitalisierung im Fußball.“

Vodafone hofft demgegenüber, wertvolle Erfahrungen zu sammeln, um den Fußball-Fans bessere Angebote als die Konkurrenz machen zu können. Ametsreiter: „Wir erwarten uns einen Informationsvorsprung. Wir wollen die Ersten sein, die 5G-Innovationen in den Alltag bringen.“

Ein Besuch im Stadion ist bei Fans nach wie vor sehr beliebt. In der vergangenen Saison verkauften die 36 in der DFL organisierten Profivereine knapp 19 Millionen Tickets, fast so viele wie in der Rekordspielzeit 2017/17. Der Fußball fasziniert die Leute also weiterhin. Aber scheinbar nur, wenn sie ihre Botschaften sofort dem Rest der Welt übermitteln können.

Mehr: 5G oder WLAN? Die Regierung ringt heftig um die Frage, mit welchem Standard Fahrzeuge untereinander kommunizieren sollen. Das Kanzleramt ist inzwischen involviert.

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