Internet-Speicher So prüde ist die Cloud

Fast alle Anbieter von Internet-Speichern haben strikte Richtlinien, was „unangemessene“ Inhalte betrifft. Zu viel nackte Haut auf dem zu speichernden Urlaubsfoto kann da fatale Folgen haben: Es droht der Daten-GAU.
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Zu viel nackte Haut auf dem Urlaubsfoto kann zum Daten-GAU führen. Quelle: dpa

Zu viel nackte Haut auf dem Urlaubsfoto kann zum Daten-GAU führen.

(Foto: dpa)

San FranciscoRund ein Viertel aller Smartphone- oder Tablet-Besitzer hat recht intime Fotos auf den mobilen Begleitern. Das geht vom schnellen Selbstportrait im Badezimmer bis zur rauschenden Partynacht im Hotelzimmer mit der Zufallsbekanntschaft aus dem Nightclub. So weit, so gut – offensichtlich gibt es für manche Menschen kaum Berührungsängste zwischen der digitalen und realen Welt.

Das vermeintliche Sicherheitsgefühl könnte damit zu tun haben, dass nur die wenigsten ihre privaten Bilder mit anderen teilen wollen. Jeder hofft auf die Verschwiegenheit des Flashspeichers: What happens in Vegas stays in Vegas. Doch wie sicher sind solche sehr persönlichen Daten auf dem mobilen Alltagsbegleiter wirklich?

Vom simplen Verlust oder Diebstahl wollen wir hier gar nicht reden. Die Schweißausbrüche bei jedem, der dann kein Passwort auf dem Startbildschirm gesetzt hat, sind leicht vorstellbar. Oder was ist, wenn das gute Stück aufgibt und in die Werkstatt muss? Wehe, wenn es wieder funktioniert und der Falsche mal so über den Speicher schaut - und das kopiert, was er gerne sieht.

Von Android über iPhone bis Microsofts Windows Phone bieten zudem immer mehr der nützlichen kleinen Helfer die Möglichkeit, Schnappschüsse direkt ohne Nachfrage in der Cloud abzuspeichern. Das ist bequem und verteilt, zum Beispiel bei Apples iCloud oder Microsofts Skydrive, die Bilder direkt auf alle angeschlossenen Geräte bis hin zum PC.

Facebook bietet die Option alle Schnappschüsse in den Dienst auf einen privaten Ordner hochzuladen und dann irgendwann mal diejenigen freizugeben, die man teilen möchte. So mancher hat diese Funktionen aktiviert.

Das geht so lange gut, bis man das in der Hitze des Gefechts einmal vergisst und fleißig den Auslöser drückt. Praktisch alle Betreiber von Internet-Speichern haben strikte Richtlinien, was „unangemessene“ Inhalte betrifft. Werden diese gefunden, droht eine sofortige Sperrung des Wolkenspeichers. Mit allem, was drin ist.

Es droht der Verlust der digitalen Identität
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12 Kommentare zu "Internet-Speicher: So prüde ist die Cloud"

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  • "...Nacktheit in nicht-menschlicher Form wie Cartoons, Fantasy-Kunst oder Manga“. Letzeres sind besonders in Japan beliebte erotische Zeichentrickfilme"

    Da hat mal wieder ein Redakteur über etwas geschrieben, was er nicht kennt.

    1) Manga sind Zeichnungen oder auch gezeichnete Geschichten in Zeichentrickbüchern, analog einem LTB in Europa.

    2) Die angesprochenen Zeichentrickfilme heißen Anime. Und diese unterteilen sich dann noch in Ecchi und Hentai. Und erst die letztbeiden genannten sind erotisch bzw. pornografisch.

    Oder sind Pokemon oder Sailormoon jetzt erst ab 18?

  • Fritzbox mit grosser Festplatte dran ist völlig ausreichen um von überall an seine Daten zu kommen.

  • Holen Sie sich einen virtuellen Root-Server. Es gibt zig Anbieter. Ok, man muss zwar etwas Einrichtungsarbeit betreiben, hat aber alles unter SEINER Kontrolle. Man kann beliebeige Verschlüsselungen einstellen und den Server auch noch für viele andere Dinge nutzen (z.B. Mailen)

  • In der Tat kann man die Cloud super umgehen. Ausser vtl bei Windows 8 Usern - aber das wird eh den Weg von Vista gehen. Ungenutzt und ungeliebt - selbst wenn MS es in Bälde verschenken wird (um noch beeindruckende Nutzerzahlen posten zu können).

  • "Natürlich weiß ich, dass Google so ziemlich alles speichert und scannt was es in die "Finger" bekommt. Ich würde für einen Dienst, der den gleichen Funktionsumfang, aber besseren Datenschutz bietet, gerne nen 10er im Monat auf den Tisch legen, nur - es gibt ihn nicht!"
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    Wer Google auch nur das geringste Vertrauen entgegenbringt, ist selber schuld. Ergo: Alles, was in der Cloud gelagert wird, mit einem 48 Bit RSA Schlüssel versehen, dann kann Google rechnen, bis sie schwarz werden.
    Ich werde jedenfalls von der Cloud keinen Gebrauch machen. Sensitive Daten gehören unter Verschluß!

  • Ich liebe die Cloud, nutze sie aber mit Bedacht. Ich bin ständig unterwegs und finde es genial auf meine Unidaten von jedem PC mit Internetanschluss Zugriff zu haben. Auch müssen wir oft Teamprojekte machen, haben aber nicht Möglichkeiten uns real zu treffen, da bieten Google Docs mit seinen vielfältigen kollaborativen Funktionen ungeahnte Möglichkeiten. Natürlich weiß ich, dass Google so ziemlich alles speichert und scannt was es in die "Finger" bekommt. Ich würde für einen Dienst, der den gleichen Funktionsumfang, aber besseren Datenschutz bietet, gerne nen 10er im Monat auf den Tisch legen, nur - es gibt ihn nicht! Deshalb, ja, ich nutze Gmail, Googledrive/docs für die Dokumente die ich oft brauche. Bilder und privates wird eben nicht hochgeladen.

  • fyi. porn auf skydrive funktioniert - ohne das es zu problemen kommt.
    wer sicher gehen will sollte eh eine eigene privat clout / root server nutzen.
    wenn public cloud, dann kein private content und wenn moeglich verschluesselt und bitte nicht nur AES, dann kann man den schluessel auch gleich lassen

  • Das kommt auf die Form des Outsourcings an. Bei guten, in Deutschland beheimateten Outsourcing-Anbietern und deren "Private Cloud"-Angeboten profitieren insbesondere mittelständische Unternehmen von wesentlich mehr Sicherheit und einer höheren Verfügbarkeit als beim Eigenbetrieb. Ich arbeite selbst bei einem IT-Dienstleister - und die Eigenbetriebs-Szenarien, die man bei manchen Interessenten sieht, sind wirklich alles andere als sicher.

  • Genau so: Privat schimpfen wir darüber, daß wir unerwünschte Werbung bekommen, aber unsere privatesten Fotos lagern auf einem US-Server: NIEMALS. Und geschäftlich sowieso NIEMALS. Da kann ich meine Kalkulationen ja gleich ins Web stellen.

  • Der ganze Cloud-Quatsch ist ein riesiger Marketing-Coup.

    Man kann das gleiche erreichen, indem man einen eigenen Server im Wohnzimmer laufen lässt und ihn via DynDNS von überall zugänglich macht. Oder wem das zuviel Strom und Lärm ist, der Mietet sich für 9 Euro irgendwo einen eigenen virtuellen Root-Server. Da hat man volle Kontrolle!

    Wer so blöde ist auf den Cloud Unfug von MS, Apple und Co abzufahren ist selber schuld wenn irgendwann die Polizei vor der Haustüre steht.

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