Technologie-Branche wirbt Vertraut in die Cloud!

Billiger, flexibler - aber weniger sicher? Viele Firmen haben Angst vor dem Cloud Computing. Auf der Cebit wirbt die IT-Branche um Vertrauen. Dafür sollten sie vielleicht den Energie-Riesen Shell engagieren.
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An den Cebit-Ständen kombinieren die Aussteller das Wort Cloud mit vertrauenserweckenden Zusätzen. Quelle: AFP

An den Cebit-Ständen kombinieren die Aussteller das Wort Cloud mit vertrauenserweckenden Zusätzen.

(Foto: AFP)

HannoverDer Zeitpunkt hätte nicht ungünstiger sein können. Kurz vor der Cebit – die Aussteller werkelten noch an ihren Ständen – drangen kriminelle Hacker in die Server des Online-Dienstes Evernote ein und stahlen die Daten von Millionen von Nutzern.

Das Unternehmen, auf dessen Servern Privatleute und Unternehmen Dokumente, Notizen und Fotos ablegen können, ist damit in illustrer Gesellschaft: Kurz zuvor vermeldeten auch die Technologie-Unternehmen Twitter, Facebook und Microsoft Cyber-Attacken, ebenso der Stahlkocher Thyssen-Krupp und der Rüstungskonzern EADS.

Diese Zwischenfälle stellen die Technologie-Branche vor Erklärungsnöte. Auf der Cebit in Hannover werben Anbieter wie Microsoft und Telekom, SAP und IBM groß für ihre Cloud-Dienste. Online-Speicher, Rechenleistungen oder Anwendungen aus dem Netz sollen die IT im Unternehmen einfacher, billiger, flexibler und – ja – auch sicherer machen. Doch angesichts der verschiedenen Zwischenfälle müssen die Firmen ihre potenziellen Kunden davon überzeugen, dass sie ihre Daten guten Gewissens in die Wolke geben können.

Die Skepsis in Deutschland ist immer noch groß. Acht von zehn Unternehmen verzichten auf Cloud-Dienste, die meisten aus Angst vor Datenverlusten, wie der Cloud-Monitor im Auftrag von Bitkom und KPMG zeigt. „Wenn wir Cloud-Services verkaufen wollen, dann ist gerade bei den mittelständischen und kleinen Kunden die Frage: Sind meine Daten sicher bei einem anderen Anbieter?“, sagte Telekom-Chef René Obermann auf der Leitmesse in Hannover. Vertrauen sei das „wesentliche Thema“. Und ganz ähnlich klingt es an vielen anderen Ständen.

Diese Skepsis ist nicht gut für die Geschäfte der IT-Branche. Andere Länder seien deutlich offener gegenüber dem Cloud Computing, sagte Christian Illek, Chef von Microsoft Deutschland, im Gespräch mit Handelsblatt Online: „Bei Microsoft gibt es eine Daumenregel, dass Deutschland 12-18 Monate hinter anderen Ländern hinterherläuft.“ Immerhin wachse der Abstand nicht. Wenn die Branche um Vertrauen werbe, könne Deutschland aber aufschließen.

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15 Kommentare zu "Technologie-Branche wirbt: Vertraut in die Cloud!"

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  • Wenn man keine sachlichen Argumente hat, wird einfach behauptet, dass andere Länder weiter sind. Welche Länder sind weiter? Griechenland? Außerdem hat Deutschland viele spezialisierte Unternehmen. 0815-Unternehmen können alles öffentlich machen, weil das keinen interessiert.

  • Ich liebe meine Festplatten.
    Man will ja nicht becloud werden ;-)

  • @rokober


    Die Cloud, die die Daten klaut.

  • The Cloud???
    Das könnte eine Erfindung der DDR sein. Selbst die E-Mail Accounts sollte man nach der Kenntnisnahme sofort lösen. Die STASI hätte oder hat ihre helle Freude an dieser Materie.

  • Man, man, ich habe es schon geahnt als ich das Cebit-Motto vernahm.
    Ursprünglich war der Gedanke einer Cloud, alle technischen Möglichkeiten der Datenspeicherung abzugleichen, also Handy, Festplatte, TV, FB synchronisiert so zu lagern, das mit jedem Gerät einfach zugegriffen werden kann.
    Aber das hat, und weckt jede Menge Begehrlichkeiten, an die Techniker wohl nicht zuerst gedacht haben.
    Mal eben die "Cloud"-Accounts beschlagnahmen, könnte ja sein das ein Webmaster sich erdreistet hat, einen blanken Busen vor 23 Uhr ins Netz zu stellen, oder mit den neuesten Gesetzen mal eben zu gucken warum derjenige sich erdreistet hat einen Handelsblatt Artikel kostenlos zu zitieren, und der wegen mangelnder Kenntnis der Einstellungen mit Vorschaubild bei FB erscheint *g*.
    So wird die Cloud einfach noch eine Möglichkeit Daten abzugreifen und noch weniger zu kontrollieren was damit angefangen wird.
    Technisch betrachtet ist das eine tolle Sache, aber aus Nutzersicht ein Moloch der nicht zu überblicken ist. Also wieder nur eine ABM-Maßnahme für arbeitslose Anwälte.

  • 2. genau so ist es

  • 1. genau so

  • Von welcher Seite der Autor die Cloud beleuchtet, macht eine Bemerkung deutlich: die Skepsis sei immer noch gross. Er selber ist also gar nicht skeptisch. Facebook, Google, Apple, Microsoft, Yahoo, Amazon - wo haben die ihre Clouds? Die Daten-Meiler stehen in den USA und die arbeiten derzeit am grössten Datenstaubsauger der Welt. Ein Datenschutz ist gar nicht vorhanden, die Geheimdienste können ohne Gerichtsbeschluss in den Meilern herumstöbern. Und wie man hier kürzlich lesen konnte, sind diverse Unternehmen in Goldgräberstimmung ob der Datenberge und wollen die auswerten. Wie also sollte da keine Skepsis aufkommen bei denen, die noch alle Tassen im Schrank haben?

    Übrigens scheinen die Server des ÖRR auch in den USA zu stehen.

  • web 2.0 oder nur IQ 2.0 ?
    Cloud bedeutet für eine mittlere bis große Firma, dass sie sich nicht um Betrieb und Wartung von Servern und Software kümmern muss. Das ist dann das externe Rechenzentrum, nicht mehr aber auch nicht weniger. Eine ERP-Software wie SAP o.ä. _einfach_ nutzen zu können ist durchaus sinnvoll.
    Grüße Stefan

  • Und wer auf ländlichen Gebieten auf Funk-DSL angewiesen ist, hat eh nicht die Möglicheiten, eine CLoud zu nutzen. 10GB Traffic sind nicht viel.
    Aber wegen Datenschutz und Staatsspionage ohnehin: CLOUD Nein Danke!

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