Kampf um IT-Fachkräfte Mit Karriereplan und BVB

Die Welt wird digital – und Technologie-Experten sind gefragter denn je. Daher müssen sich die Unternehmen einiges einfallen lassen, um die Fachleute anzuwerben. Dabei helfen Aufstiegschancen, aber auch der Fußball.
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IT-Experten verzweifelt gesucht

HannoverEs ist die entspannte Art der Jobsuche. Marc und Philipp, beide Anfang 20, spazieren in T-Shirts über das Messegelände in Hannover – es ist diese Woche schon warm und sonnig. Die beiden studieren in Paderborn Informatik, wenn alles gut geht, machen sie nächstes Jahr ihren Bachelor. Nun sehen sie sich auf der Cebit um, wo sie sich demnächst bewerben könnten.

Ihre Chancen stehen gut: IT-Experten habe derzeit beste Aussichten auf einen attraktiven, gut bezahlten Job. Viele Unternehmen brauchen dringend Fachleute – und müssen sich daher einiges einfallen lassen, um die klugen Köpfe zu locken. Die Digitalisierung der Welt und die Alterung der Gesellschaft dürften das Problem in den nächsten Jahren noch verschärfen.

„Man muss für Mitarbeiter noch attraktiver werden“, sagt der Unternehmer Wienfried Materna.

„Man muss für Mitarbeiter noch attraktiver werden“, sagt der Unternehmer Wienfried Materna.

Nach Berechnungen des Hightechverbandes Bitkom sind derzeit 39.000 Stellen frei, viele IT-Unternehmen wollen weitere Mitarbeiter einstellen – in diesem Jahr 10.000. Gleichzeitig buhlen andere Branchen um Technologiekenner, ob Autohersteller, Maschinenbauer oder Logistiker. „Es geht nichts mehr ohne IT“, sagt der Unternehmer Wienfried Materna. Seine Firma, der Dortmunder IT-Dienstleister Materna, stehe im Wettbewerb mit Anwendern wie VW oder RWE: „Da gibt es auch interessante Aufgaben.“

Die Cebit, seit jeher eine Jobbörse, hat auf diesen Trend reagiert. Bewerber können sich in der „Job and Career“-Halle 9 nicht nur Tipps für die passende Krawatte und das Geschäftsessen holen, sondern auch mit potenziellen Arbeitgebern sprechen. Die Auswahl ist groß: Neben den klassischen Technologiekonzernen wie Microsoft, Telekom und Capgemini sind auch Firmen wie die Deutsche Bahn, der Energieriese Eon und Volkswagen präsent, dazu die Bundeswehr.

Flugmaschinen und tanzende Roboter
huGO-BildID: 35845274 A cameraman shoots Roboy, a humanoid robot developed at the Artificial Intelligence Laboratory of the University of Zurich, at
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Menschenähnliche Roboter zählen auf jeder Elektronikmesse zu den Hinguckern. Wissenschaftler der Universität Zürich präsentieren auf der Cebit in Hannover ihren "Roboy", der Gefühle zeigt und sich wie ein Mensch bewegt.

huGO-BildID: 35845284 Roboy, a humanoid robot developed at the Artificial Intelligence Laboratory of the University of Zurich, mimics a kiss, at the
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Mittels echter Sehnen- und Muskelbewegungen haben die Wissenschaftler seine Körperbewegungen nachempfunden. Das Ziel: Die Interaktion von Gehirn und Körper besser verstehen.

'Female' robots pole dance during a demonstration on the Tobit Software stand at the CeBIT trade fair in Hanover
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Am Stand des Softwareherstellers Tobit gibt es diese beiden tanzenden Roboterdamen zu bestaunen.

huGO-BildID: 35852769 The ape-like robotic system "Charlie" walks on all of his four limbs during a demonstration at the 2014 CeBIT compute
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Bei diesem Maschinenwesen stand nicht der Mensch, sondern der Affe Pate. Charlie ist ein vierbeiniger Roboter, der einem Schimpansen nachempfunden wurde.

huGO-BildID: 35852763 The ape-like robotic system "Charlie" balances on his hind legs during a demonstration at the 2014 CeBIT computer tec
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Entwickelt am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, soll der Affenroboter nicht auf Bäume, sondern in Krater klettern: Er ist gedacht für die Erkundung fremder Himmelskörper.

CeBIT 2014
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Dreidimensionale Handy-Bilder können mit dem Aufsteck-Adapter "Dive" dargestellt werden.

Cebit
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Manchmal ist es ganz schön mühsam, auf einem kleinen Touchscreen zu tippen. Ein Armband soll Abhilfe schaffen: Damit schreibt man in der Luft, also an eine Art unsichtbare Tafel – die Sensoren im Inneren registrieren die Handbewegungen und errechnen, was der Nutzer meint. Der Text wird drahtlos weitergegeben; bei diesem Prototypen, den das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) auf der Cebit zeigt, noch an einen PC. Es ist aber durchaus denkbar, die Technologie in tragbare Geräte wie Smartwatches zu integrieren.

Dass die Konkurrenz um die Bewerber wächst, illustrieren zwei Zahlen. Zum einen kommen auf jede offene Stelle nur drei Bewerber – in anderen Berufen sind es im Durchschnitt sieben. Die Auswahl ist also bereits schmal. Zum anderen dauert es dreieinhalb Monate, bis eine Stelle besetzt ist – anderswo sind es nur gut zwei Monate. „Damit steuern die Unternehmen mit Bedarf für IT-Experten auf einen Bewerbermangel zu“, sagt Klaus Stietenroth von der Bundesagentur für Arbeit in Niedersachsen.

Es geht um die Köpfe
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3 Kommentare zu "Kampf um IT-Fachkräfte: Mit Karriereplan und BVB"

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  • Mit Verlaub! Dan beschäftigen Sie sich noch nicht lange mit dem Fachkräfteangel in der IT-Branche! Ich empfehle Ihnen auf heise.de die Suche auf Fachkräftemangel einzustellen und die Artikel samt interessanter Kommentare zu studieren. Letzlich geht es nur darum den Preis zu drücken, wie auch die Grafik in diesem Artikel beweist:

    http://www.heise.de/newsticker/bilderstrecke/bilderstrecke_2138947.html?back=2138845;bild=4

    0,0% der Großunternehmen planen mit höheren Gehältern dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Welch Logik!

    Ein klassischer Markt besteht hier nicht, wo Nachfrage und Angebot den Preis bestimmen.

    Meines Erachtens schalten die Unternehmen mehr Stellenanzeigen, als Sie aktuell wirklich brauchen - zumal mit unrealistischen Qualifikationsanforderungen - Personaler eben ohne Technikbackground. Dies taucht
    logischerweise in der Statistik der Arbeitsagentur auf.

    Über zukünftige theoretische Bedarfe brauchen wir nicht reden, die Bevolkerungspyramide ist bekannt. Es geht um die künstliche Verzerrung des jeweils aktuellen Marktes, welche seit Jahren vorherrscht.

  • Bitte beachten: Im Wiwo-Artikel geht es um die gesamte Wirtschaft, in meinem Stück nur die IT-Branche. Und dort beobachtet auch die neutrale Bundesagentur für Arbeit, dass die Unternehmen "mit Bedarf für IT-Experten" auf einen "Bewerbermangel zusteuern" (Seite 1 unten). Von Fachkräftemangel ist aber ohnehin nicht die Rede.

    Christof Kerkmann, Redaktion Handelsblatt

  • Danke Handelsblatt! Gute Lobbyarbeit! Sagte ein Kommentator eines Artikels Ihres Schwester-Blattes dessen Inhalt und Richtung wohl eher die Realität betrifft:

    "Fachkräftemangel - Die beste PR-Nummer der Verbände"
    http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/fachkraeftemangel-die-beste-pr-nummer-der-verbaende/9606322.html

    Auch lesenswert:

    "NSA-Affäre hat keine Auswirkungen auf die IT-Investitionen(...)Die Einstellung von IT-Sicherheitsexperten befürworteten genau 0 Prozent."

    http://heise.de/-2139907

    Eine Lüge wird nicht wahrer, wenn man sie dauernd wiederholt!

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