Cebit 2017 Roboter, Drohnen – und Edward Snowden

Roboter, fahrerlose Autos, Liefer-Drohnen: Die IT-Messe Cebit will sich als Schaufenster der Zukunft präsentieren. Für politische Impulse könnte Whistleblower Edward Snowden sorgen – per Live-Schaltung aus Russland.
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Auch in diesem Jahr können Besucher wieder allerlei technische Innovationen und virtuelle Kunststücke bestaunen. Quelle: Reuters
CeBIT

Auch in diesem Jahr können Besucher wieder allerlei technische Innovationen und virtuelle Kunststücke bestaunen.

(Foto: Reuters)

HannoverDie Cebit in Hannover will mit einem Fokus auf Datensicherheit, künstliche Intelligenz, Roboter und virtuelle Realität am Puls der Zeit bleiben. Messechef Oliver Freese versprach für die diesjährige Auflage vom 20. bis 24. März zahlreiche Anwendungsbeispiele für die Industrie. Auch Edward Snowden darf nicht fehlen: Der NSA-Enthüller wird sich erneut per Video-Schaltung aus seinem russischen Exil zu Wort melden.

„Die Digitalisierung hat das Labor verlassen, sie ist angekommen in den Betrieben“, betonte Freese zur Vorstellung der Cebit-Trends am Mittwoch. Die Messe in Hannover sei ein Schaufenster der Zukunft. Partnerland ist diesmal die Technologienation Japan, aus der rund 120 Unternehmen nach Hannover kommen werden.

Insgesamt will die Messe die Branchen Versicherungen und Banken, Handel, den Gesundheitssektor, die öffentliche Hand und den Automobilbereich in den Mittelpunkt rücken. Einen besonderen Akzent legt die diesjährige Cebit auf das Thema Drohnen.

Highlights der Computermesse
Der gesprächige Dino
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Dieses Spielzeug ist so schlau wie ein Supercomputer: Der Dinosaurier der US-Firma Elemental Path greift auf die Daten des Computersystems Watson von IBM zu. Die Plastikechse versteht menschliche Sprache und beantwortet Fragen. Neben Informationen aus der Wikipedia gibt das Cognitoy auch Bildungsinhalte, Geschichten und Witze von sich. Das Start-up finanziert die Produktion der ersten Charge über eine Kickstarter-Kampagne. (Foto: C. Kerkmann)

Bezahlen per Gesichtserkennung
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Gesichtskontrolle, bitte: Wer mit dem Smartphone bezahlen will, kann beim chinesischen Internetkonzern Alibaba dafür künftig die Gesichtserkennung nutzen. Konzernchef Jack präsentierte die Funktion bei der Eröffnung der Messe. Ein ähnliches Prinzip nutzen auch Apple und Samsung für die Bezahlung mit ihren Smartphones, allerdings dient bei ihnen der Fingerabdruck zur Identifizierung.

Der Schlaustrumpf
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Die ganze Welt wird smart – warum nicht auch Socken? Dieses Textil beinhaltet Drucksensoren, die messen, wie ein Jogger oder Wanderer den Fuß abrollt. Ein ansteckbares Funkmodul sendet die Daten per Bluetooth zum Smartphone. Eine App zeigt die zurückgelegte Strecke und gibt Tipps für ein gesünderes Laufen. Entwickelt hat das System die Firma Cluster Reply, es soll im Mai zu Preisen um die 100 Euro auf den Markt kommen. (Foto: C. Kerkmann)

Smartphone-Halterung Virtualvizor
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Eher skurril mutet dagegen diese Smartphone-Halterung an, bei der das Mobiltelefon direkt vor dem Gesicht getragen wird. Immerhin hat der Nutzer dann die Hände frei, wenn er vor die nächste Laterne läuft.

IO Hawk
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Der IO Hawk wiegt rund zehn Kilogramm. Bewegt wird das futuristische Fortbewegungsmittel von einem Elektrometer. Der IO Hawk fährt mit bis zu zehn Kilometer pro Stunde durch die Gegend, gesteuert und beschleunigt wird das Gerät durch Bewegungen des Fahrers. Eine Akkuladung reicht für 20 Kilometer. Mit rund 1500 Euro ist das Gerät allerdings nicht ganz billig.

Windows 10
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Für Microsoft ist es ein wichtiges Jahr: Der Konzern führt sein neues Betriebssystem Windows 10 ein. Wer einen Vorgeschmack darauf bekommen möchte, kann sich auf der Cebit verschiedene Geräte mit der Software ansehen. Sie läuft nicht nur auf PCs, sondern auch auf Smartphones – Entwickler können ihre Programme so leicht anpassen. Auf den großen Bildschirmen kehrt außerdem das Startmenü zurück. (Foto: C. Kerkmann)

Hochsicherheitstablet
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Schick, aber trotzdem sicher: Blackberry hat ein Tablet entwickelt, dass Spaß machen, trotzdem aber die Daten schützen soll. Das Gerät basiert auf dem Galaxy Tab S 10.5 von Samsung, der kanadische Konzern ergänzt es aber um die Sicherheitssoftware der zugekauften Firma Secusmart. Daher auch der Name des Produktes: SecuTablet. Es richtet sich an Behörden oder Firmen mit hohen Sicherheitsanforderungen, was auch den Preis von 2270 Euro erklärt. (Foto: C. Kerkmann)

Bei der Leistungsschau der Digital-Branche wird der Politik diesmal zugleich besondere Aufmerksamkeit zuteil. Der zuletzt bei den US-Wahlen kontrovers diskutierte Einsatz von Bots – Software, die in Online-Netzwerken mit Menschen kommunizieren kann – wird bei in Hannover eine wichtige Rolle spielen.

Auch das geplante Treffen des Premierministers aus dem diesjährigen Cebit-Partnerland Japan, Shinzo Abe, mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Messe könnte der politischen Standortbestimmung nach der Wahl von US-Präsident Donald Trump dienen. Japans Botschafter Takeshi Yagi bestätigte entsprechende Pläne. Wegen der zum gleichen Zeitpunkt stattfindenden Sitzungswoche des Parlaments in Tokio steht eine endgültige Bestätigung des Abe-Besuchs aber noch aus.

Insgesamt haben sich fünf Bundesminister angesagt, die auf der Messe das zentrale Thema Digitalisierung mit ihren Chancen und Herausforderungen beleuchten werden. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine immer mehr. „Das ist eine Entwicklung, die man jetzt schon sieht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des deutschen IT-Branchenverbands Bitkom, Bernhard Rohleder. Sie werfe zunehmend gesellschaftliche und auch ethische Fragen auf. Daher sei die Messe als Trendmesser, Impulsgeber und Richtungszeiger in die digitale Welt so wichtig geworden.

Der Branche selbst gehe es gut, sagte Rohleder mit Blick auf das moderate Wachstum der deutschen IT-Branche. Sie erwartet gegenüber den Umsätzen des Vorjahres ein moderates 1,2-prozentiges Wachstum auf 162,4 Milliarden Euro (2016: 160,5 Milliarden Euro).

Japan als Deutschlands zweitgrößter Handelspartner in Asien wird bei der Messe mit einem Großaufgebot von 120 Unternehmen vertreten sein. Sie wollen den Vorhang zur digitalen Zukunft ein wenig lüften: Von humanoiden Robotern bis hin zu intelligenten Prothesen oder digitalen Altenpflegern reicht die Spanne der Anwendungen, die Hitoshi Masuda von der Handelsbehörde Jetro am Mittwoch in Hannover vorstellte.

Eine ganze Halle wird diesmal den Drohnen und ihren zunehmenden Einsatzgebieten gewidmet sein. Auch die Datensicherheit wird ein Schwerpunktthema sein: Rund 300 Unternehmen werden sich dem Thema widmen. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz oder Robotern sowie die virtuelle Realität (VR) gehören zu den weiteren Trendthemen der Cebit, bei der Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation beleuchtet werden sollen.

Der Volkswagen-Konzern plant auf der Cebit den Start eines Start-up-Inkubators für seinen Mobilitätsdienst, der Elektroauto-Hersteller Tesla präsentiert ebenfalls Ideen für die mobile Welt von morgen. Wer die Welt der fahrerlosen Fahrzeuge selbst erproben will, hat dazu auch auf der Cebit Gelegenheit: Die Organisatoren wollen autonom fahrende Shuttle-Zubringer einsetzen.

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  • dpa
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