Cebit-Partnerland Japan „Künstliche Intelligenz ist unabdingbar“

Roboter und künstliche Intelligenz sollen der japanischen Wirtschaft neues Wachstum bescheren. In einer Zeit des Bevölkerungsrückgangs braucht das Land den Spurt, um den Rückstand zur Weltspitze aufzuholen.
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Was die japanischen Roboter alles können

TokioWenn sich fünf Nobelpreisträger verabreden, dann ist das so etwas wie ein Gipfeltreffen menschlicher Intelligenz. Und wenn die fünf über künstliche Intelligenz (KI) diskutieren, dann kann man erahnen: Man ist in Japan. Das Gastland der Cebit hat sich der Technik so sehr verschrieben wie kaum ein anderes Land.

Das Treffen der fünf Nobelpreisträger vor wenigen Tagen hatte Yuichiro Anzai organisiert und moderiert, Präsident der Japanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft. Einen besseren Gastgeber hätten sich die Wissenschaftler kaum aussuchen können. Als Experte für Maschinenlernen ist Anzai nicht nur Japans graue KI-Eminenz, sondern auch einer der einflussreichsten Weichensteller für Japans Zukunft. Als Vorsitzender des Strategischen Rats für künstliche Intelligenz der Regierung zimmerte er zum Beispiel an Japans neuer Industriestrategie mit. Und die ist extrem ambitioniert.

Bis 2020 soll das Bruttoinlandsprodukt um fast ein Fünftel auf 600 Billionen Yen (4,95 Billionen Euro) steigen, versprach Ministerpräsident Shinzo Abe nach seinem Amtsantritt Ende 2012. Und Roboter, künstliche Intelligenz und vernetzte, smarte Maschinen sollen rund ein Drittel des Wachstums bringen, sagt Anzai nun im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Aus der Sicht Japans ist KI unabdingbar für das Wachstum unserer Wirtschaft.“

Japan kann diesen Spurt gut gebrauchen, um den Rückstand zur Weltspitze aufzuholen. „Die USA sind die Vorreiter und recht weit voraus“, meint Anzai. Deutschland mache sich recht gut im Bereich Internet der Dinge in der Industrie, ein Bereich, der auch in Japan sehr wichtig ist.

Kanzlerin in der Cebit-Realität
Eröffnungsfeier
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Mit dem traditionellen Rundgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Montag die Technologiemesse Cebit für Besucher begonnen. Bereits am Sonntagabend hatte die Kanzlerin eindringlich appelliert, vom digitalen Wandel verunsicherte Menschen nicht zu ignorieren. Es gehe um „Millionen von Menschen, die zum Teil noch nicht wissen, was sie erwartet“, sagt sie.

Partnerland Japan
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Zu der fünftägigen Veranstaltung mit über 3000 Ausstellern aus 70 Ländern werden rund 200.000 Besucher erwartet. Aus dem diesjährigen Partnerland Japan ist Ministerpräsident Shinzo Abe dabei.

Sushi-Roboter
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Europa sei oft langsam bei der Digitalisierung, räumt Merkel ein. „28 Mitgliedstaaten müssen sich natürlich einbringen“, erklärt sie. „Aber wir spüren, dass auf der Welt das Tempo hoch ist, und mit Japan haben wir einen Freund, der sich dieses hohe Tempo zunutze macht.“ Beim Rundgang mit Abe schaut sich die Kanzlerin auch einen Sushi-Roboter an.

Künstliche Intelligenz
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Premierminister Abe (r.) betont, Japan fürchte sich nicht vor Technologien wie der künstlichen Intelligenz: „Dass die Maschinen die Menschen ersetzen könnten, eine derartige Angst gibt es in Japan nicht.“

Roboterbeine
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Neben Drohnen gibt es auf der Cebit auch Roboter zu sehen. Hier begutachtet die Kanzlerin ein Gestell mit Roboter-Beinen, welches einmal Prothesen ersetzen könnte.

Blumen für den Ehrengast
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Telekom-Chef Tim Höttges, Angela Merkel, Shinzo Abe und Bildungsministerin Johanna Wanka am Telekom-Stand. Die IT-Leistungsschau will in diesem Jahr besonders den digitalen Wandel mit konkreten Beispielen anfassbar und erlebbar machen.

„Umbruch aller Lebensbereiche“
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Die CDU-Politikerin hat bei dem Rundgang den Umbruch aller möglichen Lebensbereiche durch die Digitalisierung betont. Diese sei eine Tür in eine andere Welt des Wirtschaftens, Arbeitens und Konsumierens.

Aber Anzai gibt auch seinem Land Chancen, in der neuen voll vernetzten Welt von smarten Automaten und Systemen mittelfristig das Tempo mitzubestimmen. Erstens habe Japan „niedrige kulturelle Hürden“. Die Vorstellung, dass KI schlauer als der Mensch werden könne, schrecke zwar auch die Japaner. Aber Japaner sehen Roboter nicht als Bedrohung, sondern unterhaltsame Freunde des Menschen.

Japans Traum von humanoiden Robotern
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