Daten, Drohnen, Software Die Baustelle wird smart

Selbst Bagger und Bulldozer werden in Zeiten der Digitalisierung smart. Mit Drohnen, künstlicher Intelligenz und Datenauswertung will der Hersteller Komatsu die Baustelle revolutionieren – und sein Geschäftsmodell.
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Martin Kölling, Handelsblatt-Korrespondent in Japan, sitzt in einem smarten Bagger des Herstellers Komatsu Probe. Quelle: Martin Kölling
Komatsu

Martin Kölling, Handelsblatt-Korrespondent in Japan, sitzt in einem smarten Bagger des Herstellers Komatsu Probe.

(Foto: Martin Kölling)

TokioDie Baustelle der Zukunft sieht unscheinbar aus. Nicht ganz einen Hektar ist die Sandfläche in einem Vorstadthafen Tokios groß, auf der ein Bulldozer und ein paar Bagger herumrollen. Die Innovation bemerkt nur, wer den Führern der Baumaschinen genau auf die Hände schaut. Ein Bulldozerfahrer nimmt die Hände vom Steuer, dennoch bleibt sein Arbeitsgerät präzise in der Spur. Denn vernetzt mit einem Steuerzentrum in der Datenwolke und aufgerüstet mit zentimetergenauen dreidimensionalen Karten, Kameras und künstlicher Intelligenz kann die Maschine schon einen Teil ihrer Arbeit halbautomatisch verrichten.

„Smart Construction“ nennt der japanische Baumaschinenhersteller Komatsu das Konzept, mit dem die globale Nummer zwei der Branche nun den Weltmarkt erobern und gleichzeitig sein Geschäftsmodell umbauen will. Dabei bauen die Japaner auf ihr Komtrax-System auf, das durch die Vernetzung mit dem Internet schon seit Jahren die Fernwartung von Maschinen erlaubt. Doch nun gehe es nicht mehr allein um den Verkauf von immer selbständigeren Maschinen und ihrer Wartung, erklärt Chikashi Shike, der Chef der Komatsu-Sparte für Smart Construction. „Wir wollen unser Angebot erweitern.“

Durch künstliche Intelligenz und smarte Geräte verspricht Komatsu, die Verwaltung der gesamten Baustelle von der Vermessung bis zur Bauplanung zu digitalisieren. Kunden sollen so mit deutlich weniger Maschinen und Menschen mehr Erde bewegen können. „KomConnect“ heißt die Plattform im Internet, die es in Japan schon seit zwei Jahren gegen eine monatliche Gebühr zu mieten gibt. Die neuen Helden der Arbeit sind in diesem System nicht mehr allein Menschen und Baumaschinen, sondern Drohnen, Daten und Software.

Shike gibt ein Beispiel für die große Bedeutung der kleinsten Maschine, einer Drohne. Ein Ingenieursteam habe bei einer Baustelle errechnet, dass 14.000 Kubikmeter Erde bewegt werden müssten. Eine Drohne flog die Baustelle einmal ab, nahm hunderte von Bildern auf, die im Datenzentrum gemeinsam mit Positionsdaten von Satelliten zu einer bis auf drei Zentimeter genauen dreidimensionalen Karte umgerechnet wurden – und da waren es 17.600 Kubikmeter.

„Die Differenz entspricht 600 Kipplastern“, erzählt Shike. Der Grund für den Unterschied ist die Masse der Daten: Ein Ingenieursteam könne vielleicht 100 Datenpunkte aufnehmen, eine von einem Mitarbeiter ferngesteuerte Drohne erfasse hingegen in einer Viertelstunde Flug 15 Millionen Messpunkte.

Das sind die größten Bagger der Welt
Platz 10: Caterpillar 6060
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Der kleinster Bagger der Top 10 ist mit 15,9 Metern trotzdem ziemlich groß. Er wiegt 570 Tonnen, seine Motorleistung beträgt 3045 PS.

Patz 9: Liebherr R 9800
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Der Bagger von Liebherr schafft es mit einer Höhe von 16,2 Metern und einem Gewicht von 810 Tonnen auf Platz 9 des Rankings, das die Webseite maschinensucher.de zusammengestellt hat. Seine Schaufel fasst 45 Kubikmeter – den Inhalt von 400 herkömmlichen Badewannen.

Platz 8: Liebherr R 996 B
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Dieser Bagger ist mit 16,6 Metern nur 0,4 Meter höher als sein Vorgänger und belegt damit Platz 8. Trotzdem ist er mit einem Gewicht von 672 Tonnen wesentlich leichter. Die Motorleistung liegt bei über 3000 PS.

Platz 7: Komatsu PC 8000-6
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Dieser Hochlöffelbagger ist etwa doppelt so groß wie ein normales Einfamilienhaus. Mit 752 Tonnen Gewicht und einer Höhe von knapp 17 Metern belegt er den siebten Platz.

Platz 6: Hitachi EX 8000-6
5 von 10

Dieser Bagger ist nicht nur groß, sondern frisst auch noch viel Benzin: Ganze 14.900 Liter passen in den Tank. Mit 19 Metern und 837 Tonnen ist er der schwerste Bagger von Hitachi.

Platz 5: Hitachi EX 5600-6
6 von 10

Der 19,7 Meter große Hydraulikbagger landet auf Platz fünf der größten Bagger der Welt. Seine Motorleistung beträgt 1453 PS.

Platz 4: Caterpillar 6090 FS
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Der Nachfolger des Buccyrus RH400, dem jahrelang größten Minen-Bagger der Welt, ist 980 Tonnen schwer und über 20 Meter groß. Damit wiegt der Caterpillar 6090 FS mehr als das 50-fache eines vollbesetzten Reisebusses.

Allein dies steigert die Produktivität. Doch danach geht es im Rechenzentrum weiter. Die Software übernimmt die Einsatzplanung, hilft bei der Buchung der notwendigen Baumaschinen und Laster und sowie der Anpassung der Bauplanung. Smarte Baumaschinen tragen dann auf der Baustelle dreifach zum weiteren Sparen bei.

Durch eingebaute Kameras liefern sie Bilddaten für die Aktualisierung der 3D-Karten. Zudem beschleunigen sie die Erdarbeiten. Und sie erlauben es Firmen, weniger qualifizierte Arbeiter einzusetzen und im Job zu schulen. Denn die künstliche Intelligenz im Rechenzentrum schaut den erfahrenen Maschinenführern über die Schulter und gibt dieses Wissen über große Displays im Führerhaus und die Automatisierung bestimmter Abläufe weiter.

Selbst der Handelsblatt-Korrespondent war in der Lage, ohne jedes Training mit einem Bagger eine gerade Linie in einen Hang zu ziehen. Wenn man die Schaufel absenkt, um an einem Hang Erde abzuziehen, stoppt der Bagger den Arm automatisch knapp über dem Boden. Zieht man dann am Hebel, schabt die Schaufel auf den Zentimeter genau die Erde ab.

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