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Sichere Verbindung über die Cloud Simulierte Smartphones sorgen für Sicherheit

Mobile Geräte von Mitarbeitern mit Firmendaten zu verknüpfen, macht flexibel – erfordert aber stimmige Konzepte zur Cloud- und Gerätenutzung. Diese müssen Teil der Unternehmensstrategie werden.
Immer stärker integrieren Unternehmen und gesellschaftliche Organisationen verschiedene Mobilgeräte in den Arbeitsalltag. Quelle: ap

Immer stärker integrieren Unternehmen und gesellschaftliche Organisationen verschiedene Mobilgeräte in den Arbeitsalltag.

(Foto: ap)

Köln Ob Auftragsverwaltung, Finanzprogramm oder Kundendatenbank: Mit der Cloud verknüpfte Smartphone-Apps machen das Arbeiten von unterwegs komfortabel. Doch der Flexibilitätsgewinn ihrer Mitarbeiter ist für Unternehmen gleichzeitig ein potenzielles Sicherheitsrisiko - die mobile Direktverbindung zu Firmendaten macht Smartphones zu einem attraktiven Ziel für Hacker und Diebe.

Auch Schusseligkeit ist eine Gefahr. So gaben in einer Studie des Analystenhauses IDC 30 Prozent der Fachbereichsleiter an, in den vergangenen zwei Jahren schon mal ein Smartphone mit geschäftlichen Daten verloren zu haben. Entsprechend alarmiert sind IT-Chefs: Zwei Drittel sehen in der Verbesserung der Sicherheit mobiler Geräte die größte Herausforderung für ihren Verantwortungsbereich.

Im Ernstfall stellen sich viele Fragen: Kann das Gerät gesperrt werden? Wie sensibel sind die gespeicherten Daten? Und: Lassen sich Zugänge zu dienstlich genutzter Cloud-Software aus der Ferne löschen? „Stimmige Konzepte zur Cloud- und Geräte-Nutzung müssen Teil der Unternehmensstrategie werden“, sagt Gianluca De Lorenzis, CEO der FGND Group, die Konzerne und Mittelständler zu technischen Lösungen berät.

In einem ersten Schritt sollten sich Unternehmen einen Überblick darüber verschaffen, welche Daten bei welchen Cloud-Diensten gelagert sind - und wer darauf Zugriff hat. „Vor allem muss man sich darüber klarwerden, welche Bereiche besonders zu schützen sind“, sagt De Lorenzis.

So viel Mehrwert kann das Internet der Dinge schaffen
Die Studie
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Das Internet der Dinge, das geht aus einer aktuellen Studie des McKinsey Global Institute (MGI) mit dem Titel „The Internet of Things: Mapping the value beyond the hype“ hervor, kann einen weltweiten wirtschaftlichen Mehrwert von bis zu 11 Billionen Dollar im Jahr 2025 schaffen. Um diese gigantische Summe etwas anschaulicher zu formulieren: Das entspräche dann rund 11 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

Das Potential ist groß
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„Derzeit stehen beim Internet der Dinge noch überwiegend konsumentennahe Produkte wie Smartwatches oder selbstfahrende Autos im Vordergrund. Langfristig bieten jedoch Business-to-Business-Anwendungen wie beispielsweise in der 'Industrie 4.0' oder in der digitalisierten Logistik noch größeres Potenzial“, sagt Harald Bauer, Direktor im Frankfurter Büro der Unternehmensberatung. „Im Maschinenbau sind beispielsweise datenbasierte Geschäftsmodelle möglich, in der die Nutzung von Anlagen je nach Verfügbarkeit abgerechnet wird.“ Derzeit werde nur ein Bruchteil der Daten, die in der Produktion anfallen, überhaupt genutzt.

Fabriken
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In der Produktion hat das Internet der Dinge der Studie zufolge das größte wirtschaftliche Potenzial - die Autoren sprechen von 3,7 Billionen Dollar; vor allem durch höhere Produktivität, mehr Energieeffizienz und sicherere Arbeitsplätze.

Gerade der letzte Punkt scheint jedoch in der Gesellschaft nicht unumstritten zu sein. Der Bereich ist schließlich das Herz der deutschen Wirtschaft und daher besonders sensibel, wenn es um die Frage geht, ob die Digitalisierung nicht auch Millionen Arbeitsplätze kosten könnte. „Es kann sein, das die Hälfte aller Arbeitsplätze wegfällt“, sagte EU-Internetkommissar Günther Oettinger im Januar in einem Beitrag der FAZ. „Aber auf der anderen Seite werden genau so viele neue Stellen entstehen.“ Das gilt wohl auch für alle nachfolgenden Branchen...

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Städte
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Städte mache die Vernetzung zu „Smart Cities“ - und zwar mit einem entsprechendem Mehrwert von 1,7 Billionen Dollar. Denn ein besserer öffentlicher Nahverkehr mit optimierten Fahrplänen und Verkehrsleitsystemen könnte laut der Studie unnütze Pendel- und Wartezeit einsparen. Verbesserungen der Luft- und Wasserqualität durch kontinuierliches Monitoring von Umweltdaten sind demnach ebenfalls denkbar.

Gesundheit
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Die Überwachung von Gesundheitsdaten wie Herzschlag und Blutzucker kann den Experten zufolge helfen, die Lebensqualität chronisch kranker Menschen zu verbessern und beispielsweise bei einer Verschlechterung des Zustandes frühzeitig Alarm schlagen (1,6 Billionen Dollar).

Auf der anderen Seite, so die Wirtschaftswoche in ihrem Beitrag „iPhone auf Rezept“ müssten sich Pharmabranche, Medizintechnikkonzerne und nicht zuletzt auch die Ärzte „auf die Zerstörung ihrer traditionellen Geschäftsmodelle einstellen.“ NIcht grunsätzlich jedoch nur mit negativen Folgen: So könne dieser „High-Tech-Angriff von Apple, Gopogle und Co.“ auf den Gesundheitsmarkt nämlich auch eine heilsame Nebenwirkung haben, indem er die verkrusteten und hochregulierten Strukturen der Branche sprengt. Mit denen nicht nur viele Patienten, sondern auch viele der Ärzte höchst unzufrieden seien.

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Fahrzeuge und Navigation
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Durch bessere Überwachung von Verkehrsdaten, Logistikketten und dem Zustand von Verkehrsmitteln wie Autos, Zügen oder Flugzeugen könne ein wirtschaftlicher Mehrwert von 1,5 Billionen Dollar geschaffen werden.

Handel
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Automatische Kassensysteme, bessere Ladengestaltung sowie die Nutzung des Smartphones für Kundenbindungs- und Rabattaktionen sollen höhere Verkäufe und geringere Wartezeiten ermöglichen - und stehen laut McKinsey für ein Potenzial von 1,2 Billionen Dollar.

(Foto: Getty Images)

Eine Möglichkeit, die Kontrolle zu gewinnen, sind sogenannte Mobile-Device-Management-Systeme. Damit kann die IT-Abteilung Tablets und Smartphones verwalten. Wann und wie oft Sicherheitskopien erstellt werden oder die Software aktualisiert wird, liegt nicht mehr beim Nutzer, sondern wird zentral gesteuert. Auch Apps lassen sich so installieren. Geht ein Gerät verloren, kann es gesperrt und sensible Daten können gelöscht werden. „Das Unternehmen muss wissen, was mit seinen Geräten passiert“, sagt De Lorenzis. „Was darf installiert werden, was nicht?“

Für die Verwaltung der Mobilgeräte brauchen Unternehmen nicht notwendigerweise eine aufwendige Software im eigenen Rechenzentrum. IT-Dienstleiter bieten das Mobile-Device-Management auch als gehostete Lösung aus der Cloud an. Ein entsprechendes Angebot hat etwa die Deutsche Telekom in diesem Jahr gestartet. Es trennt strikt geschäftliche und private Bereiche. Über ein Webportal bestimmt der IT-Administrator, welche Apps der Mitarbeiter nutzen kann. „Apps lassen sich aus der Ferne installieren“, sagt Telekom-Sprecher Dirk Wende. „Je größer das Unternehmen ist, und je sensibler die Geschäftsdaten sind, desto mehr Sicherheitsstufen sollte man einziehen.“

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Simuliertes Smartphone sorgt für Sicherheit
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