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Chinesische Video-Plattform Walmart bietet mit Microsoft für Tiktok

Die Supermarktkette Walmart verbündet sich mit Microsoft, um die erfolgreiche Videoplattform in den USA zu übernehmen. Einem anderen Unternehmen werden jedoch bessere Chancen eingeräumt.
27.08.2020 - 19:34 Uhr Kommentieren
Der Supermarktkonzern könnte mit dem Deal sein Onlinegeschäft vorantreiben. Quelle: AP
Walmart

Der Supermarktkonzern könnte mit dem Deal sein Onlinegeschäft vorantreiben.

(Foto: AP)

San Francisco Der Verkauf des US-Geschäfts der chinesischen Kurzvideo-Plattform Tiktok steht kurz bevor: Wie der US-Sender CNBC berichtet, soll in wenigen Tagen ein Käufer feststehen.

Tiktok gehört bislang zum in Peking ansässigen Digital-Unternehmen Bytedance. Das hat die Plattform ins politische Kreuzfeuer gebracht: US-Präsident Donald Trump ordnete Anfang des Monats einen Verkauf von Tiktok an, vorgeblich um einen Abfluss der Nutzerdaten an die chinesische Kommunistische Partei zu verhindern.

Tiktok bestreitet, dass es dazu jemals gekommen ist. US-Nutzerdaten würden nur in den USA und Singapur gespeichert. Zudem ist Tiktok in China gar nicht aktiv, Bytedance betreibt dort eine ähnliche, aber technisch abgetrennte Plattform namens Douyin.

Der politische Druck hinterlässt aber bereits Spuren: Am Mittwoch erklärte Tiktoks Chef Kevin Mayer seinen Rücktritt. Der ehemalige Disney-Topmanager war erst im Mai geholt worden, auch um Tiktoks Ruf in den USA zu verbessern.

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    Nun wird die ehemalige Youtube-Managerin Vanessa Pappas Tiktok führen, zumindest bis zu einem Verkauf. Pappas war seit 2018 „General Manager“ für Tiktoks US-Geschäft.

    Mehrere US-Konzerne haben Interesse an Tiktoks Plattform in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland: Microsoft bestätigte Anfang August ein Interesse an der Plattform.

    Nun verkündete auch die Supermarktkette Walmart, dass sie sich an Microsofts Gebot beteiligen will. Die Aktien beider Unternehmen stiegen als Reaktion auf die Nachricht um mehrere Prozent.

    Tiktok soll Walmarts Onlinehandel stärken

    In einem Statement gegenüber CNBC nannte Walmart „die Integration von Onlinehandel und Werbung“ als mögliche Synergien mit der Kurzvideo-Plattform, die vor allem für kurze Videos von tanzenden und singenden Teenagern bekannt ist und eine große Fangemeinde in den USA und Europa entwickelt hat.

    Laut Unternehmensangaben nutzten im abgelaufenen Quartal 700 Millionen Menschen weltweit Tiktok, darunter 100 Millionen Amerikaner.

    Walmart ist mit seinem Onlineshop der größte Konkurrent von Amazon in den USA. Tiktok könne Walmart helfen, „unsere Kunden auf allen Kanälen zu erreichen und zum Wachstum unseres Händlermarktplatzes und Werbegeschäfts beizutragen“.

    Zuvor soll Walmart über ein Gebot mit dem japanischen Telekom- und Investmentunternehmen Softbank verhandelt haben, das bereits Anteile an Bytedance hält.

    Diesem Angebot wurden jedoch geringe Chancen eingeräumt, weil keines der beiden ein Technologieunternehmen ist, das die technisch anspruchsvolle Übertragung von Tiktoks Nutzerdaten und Algorithmen sicherstellen kann. Zudem ist Softbank kein US-Unternehmen.

    20 Milliarden von Oracle

    Für die Paarung Walmart und Microsoft dagegen dürfte hilfreich sein, dass beide US-Traditionsunternehmen sind, die gute Beziehungen zu Trumps Regierung unterhalten. „Wir sind zuversichtlich, dass eine Walmart-Microsoft-Zusammenarbeit sowohl die Erwartungen von Tiktoks US-Nutzern erfüllen als auch die Bedenken der US-Regulierer ausräumen kann“, heißt es in dem Walmart-Statement.

    Laut einem Medienbericht scheint aber Oracle, Spezialist für Unternehmensdatenbanken, derzeit die besten Chancen haben, bei Tiktok zum Zug zu kommen.

    Wie das Technologieportal „The Wrap“ berichtet, bietet Oracle 20 Milliarden Dollar für Tiktoks US-Geschäft, davon die Hälfte in Cash, die andere Hälfte in Oracle-Aktien. Zudem soll in den kommenden zwei Jahren die Hälfte von Tiktoks Gewinnen an Bytedance fließen.

    Aktuell soll Tiktok noch Verluste schreiben, allerdings bei einem rasant wachsenden Umsatz. Laut einem Insider, den „The Wrap“ zitiert, soll US-Finanzminister Steven Mnuchin Oracle vorziehen. Auch Bytedances US-Investoren General Atlantic und Sequoia Capital sollen auf den Oracle-Deal drängen.

    Oracle hat zwar keine Erfahrung mit sozialen Plattformen, aber betreibt ein Cloud-Geschäft, das Tiktoks Videos hosten könnte. Tiktok ist bereits Oracle-Kunde, den Großteil seiner Cloud-Dienstlesitungen kauft das Unternehmen jedoch bei Google ein.

    Oracle ist zudem so gut in der Trump-Regierung vernetzt wie kaum ein anderes US-Tech-Unternehmen. Sowohl Gründer Larry Ellison als auch CEO Safra Katz gelten als Trump-nah, Ellison hielt in diesem Jahr eine Spendenveranstaltung für Trump in seinem Haus ab.

    Tiktoks Geschäft außerhalb der USA scheint nicht mehr Teil der aktuellen Verhandlungen zu sein. Die „Financial Times“ hatte Mitte August berichtet, Microsoft dränge auf einen Verkauf der gesamten Tiktok-Plattform. Davon ist aktuell nicht mehr die Rede. Demnach könnte Bytedance die Plattform in Europa weiterbetreiben. Laut Berichten überlegt Bytedance, sogar seine Unternehmenszentrale nach London zu verlegen.

    Mehr: Tiktok reicht Klage gegen Trump-Erlass ein

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