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Chip- und Elektronikhersteller Die Coronakrise treibt den Umsatz von Samsung auf ein Rekordhoch

Bei Samsung liegen Trauer und Freude dicht beisammen: Einen Tag nach der Beerdigung des Chairmans Lee Kun Hee verbucht der Konzern ein starkes Ergebnis.
29.10.2020 - 07:13 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen hofft auf gute Geschäfte mit seinen 5G- und Falthandys. Quelle: AFP
Samsung Galaxy Z Flip

Das Unternehmen hofft auf gute Geschäfte mit seinen 5G- und Falthandys.

(Foto: AFP)

Tokio Chip- und Elektronikhersteller erfreuen sich in der Pandemie dank Telearbeit generell guter Geschäfte. Der koreanische Elektronikriese Samsung bilanziert kurz nach dem Tod seines Vorstandsvorsitzenden Lee Kun Hee einen Rekordumsatz für das dritte Quartal – und deutlich steigende Gewinne. Denn der Konzern profitiert gleich mehrfach vom Nachfrageboom.

Samsung ist nicht nur Marktführer bei Speicherchips und anderen Schlüsselkomponenten für Smartphones wie Displays. Darüber hinaus vertreibt der Konzern Handys, Computer, Fernseher und selbst Haushaltselektronik. In den vergangenen drei Monaten verkauften sich solche Geräte nach dem ersten Krisenschock umso besser. Allerdings erwartet der Konzern im laufenden Quartal sinkende Gewinne. Grund sind fallende Preise bei Speicherchips und der härtere Wettbewerb bei Smartphones angesichts des Marktstarts von Apples neuem iPhone 12.

Wie stark die Coronakrise das Geschäft beeinflusst, macht schon die Umsatzentwicklung deutlich: Als im zweiten Quartal ein Großteil der Länder weltweit im Corona-Lockdown war, sanken die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr leicht. Doch kaum durften sich die Menschen wieder frei bewegen, holten sie den Konsum nach. Das Resultat im dritten Quartal: Samsungs Umsatz überstieg mit 66,96 Billionen Won (50,25 Milliarden Euro) den schon starken Vorjahrswert um acht Prozent – ein Rekord.

Der Gewinn stieg binnen Jahresfrist sogar um 59 Prozent auf 12,4 Billionen Won (9,3 Milliarden Euro). Das Ergebnis lag 52 Prozent über dem Gewinn des zweiten Quartals. Samsung führte als Gründe einen fast 50-prozentigen Anstieg der Smartphone-Verkäufe, „effizientes Kostenmanagement“ sowie stärkere Verkäufe von Speicherchips und Konsumgütern an.

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    Gewinnwelle in der Elektronikindustrie

    Samsungs Ergebnis spiegelt damit die Entwicklung anderer Elektronik- und Softwarekonzerne wider, die vom pandemiebedingten Telearbeitsboom profitieren. Microsoft verbuchte diese Woche für das abgelaufene Quartal zwölf Prozent mehr Umsatz und 25 Prozent mehr Betriebsgewinn.

    Japans Unterhaltungs- und Elektronikkonzern Sony bilanzierte zwar am Mittwoch neun Prozent weniger Umsatz, weil sein Hollywoodstudio unter der Pandemie leidet. Aber dafür stieg der Betriebsgewinn um 39 Prozent. Zudem erhöhte der Konzern seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das bis März 2021 laufende Bilanzjahr.

    Grafik

    Und in Taiwan hatte in diesem Monat der große Chiphersteller TSMC einen Rekordquartalsgewinn verbucht und seine Jahresprognose nachgebessert. Derweil haben laut dem Marktforscher Gartner die dortigen Computerhersteller Acer und Asus ihren Absatz im zweistelligen Prozentbereich erhöht.

    Speicherchipsparte schlägt die Erwartungen

    Bei Samsung bleibt dabei die Halbleitersparte der Gewinnmotor. Sie trug immerhin 44 Prozent zum Quartalsgewinn bei. Die Gewinnspanne ist mit 29 Prozent zwar weiterhin weit von früheren Rekordwerten entfernt, da die Speicherchippreise seit ihrem Boom vor ein paar Jahren wieder gefallen sind. Aber die Nachfrage übertraf Samsungs Erwartungen. Die Halbleitergeschäfte verzeichneten im dritten Quartal einen konsolidierten Umsatz von 18,8 Billionen Won (14,1 Milliarden Euro) und einen Betriebsgewinn von 5,54 Billionen Won (4,16 Milliarden Euro).

    Zudem zahlt sich langsam die Expansion in weitere Geschäftszweige aus: Samsung will zum führenden Chiphersteller der Welt werden und investiert daher in Logikchips und das Foundry-Geschäft, das Chips im Auftrag von Unternehmen herstellt. Die Foundries machten dieses Mal einen Rekordumsatz, vor allem dank Chips für Anwendungen der neuen 5G-Mobilfunkgeneration.

    Das Displaygeschäft konnte immerhin seine schwachen Gewinne etwas verbessern und hofft auf höhere Umsätze im Vorweihnachtsgeschäft. Auch das Geschäft mit mobilen Geräten, das mit 30 Billionen Won Umsatz (22,6 Milliarden Euro) die größte Sparte ist, trug mit einem Betriebsgewinn von 4,5 Billionen Won (3,4 Milliarden Euro) wieder mehr zum positiven Ergebnis bei. Samsung führte das nicht nur auf die steigenden Verkäufe zurück, sondern auch auf die Standardisierung von Komponenten.

    Für den Rest des Jahres will das Unternehmen vom Frühstart seiner 5G- und Falthandys profitieren. Allerdings erwartet das Unternehmen für das laufende Quartal, dass eine sinkende Nachfrage von Datenzentren nach Chips und ein wachsender Wettbewerb im Smartphone-Geschäft die Gewinne drücken werden. Das Management bleibt mittelfristig aber trotz der Coronakrise optimistisch. Für 2021 rechnet Samsung mit einer Erholung der globalen Gesamtnachfrage. Als Risiko nennt der Konzern neue Coronavirus-Wellen.

    Mehr: Viele Chiphersteller verzeichnen ein Hammerquartal.

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