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Chipherstellung Penzing statt Dresden? Auch Bayern wirbt um die neue Mega-Fabrik von Intel

Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger bringt einen alten Bundeswehr-Standort ins Gespräch. Eine Ansiedlung würde die Steuerzahler Milliarden kosten.
18.06.2021 - 16:50 Uhr Kommentieren
Der weltgrößte Chiphersteller sucht einen Standort für ein neues Werk in Europa. Bayern macht sich Hoffnungen. Quelle: Reuters
Intel-Gebäude in Israel

Der weltgrößte Chiphersteller sucht einen Standort für ein neues Werk in Europa. Bayern macht sich Hoffnungen.

(Foto: Reuters)

München Bayern bringt den ehemaligen Fliegerhorst Penzing westlich von München als Standort für eine europäische Intel-Chipfabrik ins Spiel. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sagte, die mögliche Ansiedlung eines großen internationalen Halbleiterproduzenten sei eine herausragende Chance für den Wirtschaftsstandort Bayern.

Der aktuelle Chipmangel mit gravierenden Auswirkungen auf die Autoindustrie und auch andere Unternehmen und Branchen zeige, dass Europa und die Bundesregierung dringend industriepolitisch handeln müssten.

Die Chancen, dass der US-Konzern hierzulande Milliarden investiert, seien gut, hatte Vorstandschef Pat Gelsinger dem Handelsblatt gesagt: „Es spricht viel für Deutschland.“ Allerdings habe der Weltmarktführer auch andere Länder auf dem Radar. Intel will sowohl in den USA als auch auf dem europäischen Kontinent neue Werke errichten.

Neben Bayern macht sich Sachsen Hoffnung auf ein neues Chipwerk. „Wir sind die Nummer eins unter den Halbleiterstandorten in Europa“, sagte kürzlich Frank Bösenberg, Geschäftsführer des Branchenverbands Silicon Saxony, dem Handelsblatt. „Es dürfte schwerfallen, Argumente zu finden, die gegen Sachsen sprechen.“ Die Region rund um Dresden sei durch ihre Verbindung aus Forschung und Halbleiterfirmen einzigartig.

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Standort erkennen

    Intel-Chef Gelsinger hat sich bei einer Europareise Ende April unter anderem mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) getroffen. Zudem standen Gespräche mit großen Kunden wie BMW-Chef Oliver Zipse, Telekom-CEO Timotheus Höttges und anderen hochrangigen deutschen Konzernchefs auf seiner Agenda.

    Grafik

    Der Amerikaner versucht, Unterstützung für sein Vorhaben zu bekommen. Denn Intel baut nur, wenn die öffentliche Förderung stimmt. Die müsse sich an jenen Ländern orientieren, die derzeit in der Industrie führend seien, Taiwan und Korea. Dort bekomme ein Halbleiterhersteller etwa 40 Prozent der Kosten vom Staat erstattet. „Um wettbewerbsfähig zu sein, brauchen wir dieses Niveau“, betonte Gelsinger.

    Westlich des Sees bei Penzing liegt der potenzielle Standort für die Fabrik. Quelle: AP
    Der Ammersee bei München.

    Westlich des Sees bei Penzing liegt der potenzielle Standort für die Fabrik.

    (Foto: AP)

    Die öffentliche Hand müsste tief in die Tasche greifen. „Eine neue Fabrik kostet mindestens zehn Milliarden Dollar, und an einem Standort braucht es zwei davon, um Größenvorteile zu nutzen“, erläuterte Gelsinger. Es sind also Subventionen von acht Milliarden Euro nötig.

    Der von Aiwanger ins Gespräch gebrachte Fliegerhorst befindet sich an der A96, etwa 60 Kilometer von München entfernt. Das Gelände wurde bis 2017 von der Bundeswehr genutzt, ist inzwischen aber nicht mehr in Betrieb. Sowohl der Gemeinderat Penzing als auch der Stadtrat Landsberg hätten sich für den Bau der Fabrik ausgesprochen, sagte Aiwanger.

    Intel führt sein Deutschlandgeschäft von München aus. An der Isar sitzt auch Infineon, Deutschlands größter Chiphersteller. Zudem unterhalten alle führenden Halbleiterkonzerne größere Niederlassungen in der Metropole. Texas Instruments betreibt sogar ein Werk in Freising unweit des Flughafens.

    Bei Intel heißt es, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. Dem Vernehmen nach sind auch Standorte in Frankreich und Benelux im Gespräch.

    Mit Agenturmaterial.

    Mehr: Geldverschwendung: Warum Halbleiter-Experten eine Mega-Chipfabrik der neuesten Generation in Europa ablehnen

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