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Chipindustrie Renesas übernimmt Apple-Zulieferer Dialog für rund 4,9 Milliarden Euro

Der Halbleiterkonzern aus Japan kauft den schwäbisch-britischen Chip-Entwickler. Dialog-Chef Jalal Bagherli hofft vor allem auf die Marktmacht von Renesas.
07.02.2021 Update: 08.02.2021 - 09:42 Uhr Kommentieren
Der japanische Chipkonzern übernimmt den Apple-Zulieferer. Quelle: Reuters
Renesas

Der japanische Chipkonzern übernimmt den Apple-Zulieferer.

(Foto: Reuters)

München, Tokio Der schwäbisch-britische Apple-Zulieferer Dialog Semiconductor steht vor dem Verkauf nach Japan. Der Vorstand des Chip-Entwicklers nahm ein fast 4,9 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot des Halbleiter-Konzerns Renesas Electronics am Montag an.

Die bisher stark auf die Autoindustrie konzentrierten Japaner wollen damit ihr Angebot auf andere Industriebereiche von der elektronischen Steuerung von Wohnungen („Smart Home“) bis zur Medizintechnik erweitern. Für Dialog ist die Übernahme die Chance, sich weniger abhängig vom Großkunden Apple zu machen.

Renesas bietet 67,50 Euro je Dialog-Aktie. Das sind gut 20 Prozent mehr als der Schlusskurs vom Freitag. Die Papiere waren da bereits um 6,8 Prozent auf ein Jahreshoch von 56,12 Euro gestiegen, nachdem ein italienischer Zeitungsbericht über ein Interesse von STMicroelectronics an Dialog die Runde machte. In den vergangenen drei Monaten hatten Dialog-Aktien um etwa die Hälfte zugelegt.

Am Montag schossen sie um knapp 18 Prozent bis auf 66 Euro in die Höhe, blieben damit aber unter dem Angebotspreis. Renesas-Aktien gaben in Tokio 3,6 Prozent nach. Zur Finanzierung der Übernahme planen die Japaner eine bis zu 270 Milliarden Yen (2,1 Milliarden Euro) schwere Kapitalerhöhung, der Rest soll mit Krediten abgedeckt werden.

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    Renesas verspricht sich von der Übernahme in den kommenden drei Jahren Einsparungen von 125 Millionen Dollar und einen Umsatzschub um 200 Millionen Dollar binnen fünf Jahren. Renesas-Chef Hidetoshi Shibata sprach von einem „wichtigen Schritt, der die Wachstumspläne von Renesas nach vorne katapultieren wird“.

    Renesas ist seit längerem auf Einkaufstour

    Dialog-Chef Jalal Bagherli hofft vor allem auf die Marktmacht, den Vertrieb und die Kundenbetreuung der Japaner. Erst im August hatten die beiden Unternehmen ihre jahrelange Zusammenarbeit ausgebaut. Dialog fertigt die Chips bisher nicht selbst, sondern baut auf Auftragsproduzenten wie TSMC in Asien.

    Renesas ist aus den ehemaligen Chip-Sparten der Elektronik-Konzerne Hitachi, Mitsubishi Electric und NEC entstanden. Der Infineon-Konkurrent hat bei Mikrocontrollern für die Autoindustrie einen Weltmarktanteil von 30 Prozent, versucht sich aber auch in anderen Bereichen mit Übernahmen zu verstärken. 2017 und 2019 wurden Intersil Corp und Integrated Device Technology (IDT) gekauft. 2019 erwirtschaftete der japanische Chipkonzern einen Umsatz von 718 Milliarden Yen (umgerechnet 5,7 Milliarden Euro), 2020 lag er nach neun Monaten auf Vorjahresniveau.

    Dialog hat sich vor allem als Entwickler von Chips für den iPhone-Hersteller Apple einen Namen gemacht. Allerdings übernahm der US-Computerriese einen Teil des Geschäfts mit iPhone-Chips 2019 selbst. Bis 2022 soll der Anteil von Apple am Dialog-Umsatz deshalb auf 35 bis 40 Prozent schrumpfen.

    Die Wurzeln von Dialog liegen in Kirchheim/Teck bei Stuttgart. Das Unternehmen hat aber seinen offiziellen Firmensitz in London und war deshalb im vergangenen Jahr nach dem Brexit aus den deutschen Börsenindizes ausgeschlossen worden. Es ist aber weiterhin an der Frankfurter Börse gelistet.

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    • rtr
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