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Chipkonzern Intel erwägt angeblich Kauf von Globalfoundries – Was ein Deal für die Chipbranche bedeuten würde

Die Amerikaner wollen offenbar 30 Milliarden Dollar für den Auftragsfertiger hinlegen. Gelingt der Deal, würde das auch Infineon betreffen.
16.07.2021 - 11:42 Uhr Kommentieren
Der Deal wäre der größte in der Firmenhistorie. Quelle: dpa
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Der Deal wäre der größte in der Firmenhistorie.

(Foto: dpa)

München In der Chipindustrie bahnt sich der nächste Mega-Deal an: Intel verhandelt dem „Wall Street Journal“ zufolge über einen Kauf von Globalfoundries. Sollte die 30 Milliarden Dollar schwere Übernahme gelingen, würde der weltgrößte Halbleiterhersteller in den Kreis der führenden Auftragsfertiger, der sogenannten Foundries, aufsteigen.

Globalfoundries ist die Nummer drei in dem Geschäft hinter TSMC und Samsung. Die Amerikaner betreiben unter anderem zwei Werke in Dresden. Der neue Intel-Chef Pat Gelsinger hat im Frühjahr angekündigt, künftig in großem Stil auch Chips für Wettbewerber herzustellen. Dazu hat er eine eigene Sparte gegründet.

Intel wollte sich auf Anfrage des Handelsblatts nicht zu der Transaktion äußern. Globalfoundries teilte mit, der Konzern führe keine Gespräche mit Intel. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley gehört der Beteiligungsgesellschaft Mubadala aus Abu Dhabi. Die Araber haben bislang einen Börsengang von Globalfoundries für das kommende Jahr angestrebt.

Globalfoundries profitiert derzeit wie die gesamte Branche von einer gewaltigen Nachfrage nach Chips. Für 2021 erwartet der Branchenverband World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) ein Wachstum von knapp 20 Prozent, 2022 noch einmal von neun Prozent. Damit sind die Fabriken vollständig ausgelastet.

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    Konzernchef Tom Caulfield hat gerade angekündigt, für vier Milliarden Dollar eine neue Fabrik in Singapur zu errichten. In Dresden will der Amerikaner in den nächsten Jahren eine Milliarde Dollar investieren. „Wir müssen unsere Ausbaupläne beschleunigen“, unterstrich Caulfield zuletzt im Gespräch mit dem Handelsblatt.

    Für europäische Kunden ist Globalfoundries hochinteressant

    Globalfoundries ging einst aus den Fabriken des Intel-Rivalen AMD hervor. In höchster wirtschaftlicher Not verkauften die Amerikaner ihre Werke 2009. Die neuen Eigentümer aus dem Nahen Osten benötigten anschließend allerdings Jahre, um daraus einen wettbewerbsfähigen Auftragsfertiger zu formen. Vergangenes Jahr erzielte Globalfoundries einen Umsatz von 5,7 Milliarden Dollar.

    Damit ist Globalfoundries deutlich kleiner als TSMC, die Nummer eins unter den Auftragsfertigern. Zum Vergleich: Die Taiwaner rechnen allein für das laufende Quartal mit Erlösen von knapp 15 Milliarden Dollar. Zudem stellt TSMC die höchstintegrierten Chips weltweit her und spielt deshalb nicht nur finanziell, sondern auch technologisch in einer anderen Liga als Globalfoundries.

    Trotzdem ist Globalfoundries gerade für europäische Chiphersteller wie Infineon, NXP oder Bosch hochinteressant. Einerseits, weil sie meist gar nicht jene hochgezüchteten Chips brauchen, wie sie etwa der iPhone-Produzent Apple bei TSMC ordert. Andererseits haben sie mit Globalfoundries einen Lieferanten vor der Haustür. Sie müssen nicht in Asien bestellen.

    Kürzlich hatte Intel angekündigt, verstärkt auch Chips für andere Unternehmen fertigen zu wollen. Quelle: dpa
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    Kürzlich hatte Intel angekündigt, verstärkt auch Chips für andere Unternehmen fertigen zu wollen.

    (Foto: dpa)

    Sollte die Transaktion zustande kommen, wäre es der größte Deal von Intel aller Zeiten. Gelsinger führt Intel erst seit Mitte Februar. Sein Tempo ist aber jetzt schon enorm. Bereits Ende März hat der Manager angekündigt, 20 Milliarden Dollar in zwei neue Chipfabriken im US-Bundesstaat Arizona zu investieren. Weitere Werke sollen nun in der EU entstehen, wo Intel bislang in Irland fertigt.

    Für Intel ist die Auftragsfertigung nicht neu. Der Konzern hat schon in der Vergangenheit für andere Hersteller produziert. Allerdings hat dieses Geschäft bislang keine große Rolle gespielt. Der Chipkonzern rühmt sich, der letzte große „Integrated Device Manufacturer“, kurz IDM, zu sein, bei dem das Design mit der Produktion von Chips einhergeht. Konkurrenten wie Nvidia oder Qualcomm haben ihre Herstellung an Fertigungsbetriebe wie TSMC oder Globalfoundries ausgelagert.

    Nvidia hat Intel weit hinter sich gelassen an der Börse

    Was lange als Intels Stärke galt, wurde in den vergangenen Jahren aber zum Problem. Die Umstellung der Werke auf die modernsten Fertigungstechniken verzögerte sich um Jahre, während TSMC neue Verfahren meisterte. Die Anleger sorgen sich daher um Intel. Der Konzern führt die Branche zwar nach wie vor an und ist hochprofitabel. Trotzdem hat Nvidia Intel 2020 als wertvollsten Konzern der Industrie abgelöst.

    Riesige Transaktionen sind in der Chipbranche nicht ungewöhnlich. Nvidia versucht gerade, für 40 Milliarden Dollar den britischen Chipdesigner Arm zu schlucken. Noch fehlen die Genehmigungen der Behörden.

    AMD legte vergangenes Jahr rund 35 Milliarden für den amerikanischen Konkurrenten Xilinx auf den Tisch. Der Dax-Konzern Infineon zahlte zuletzt neun Milliarden Euro für den amerikanischen Wettbewerber Cypress. Die bislang letzte große Übernahme von Intel war der Kauf von Mobileye aus Israel für 14 Milliarden Dollar vor vier Jahren.

    Mehr: Der weltweite Subventionswettlauf um die Chips: Industrie fordert von Europa Hilfen ein.

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