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Chips Darum gibt Apple Intel den Laufpass

Der iPhone-Produzent will künftig ohne Prozessoren des weltgrößten Chipherstellers auskommen. Das hat Auswirkungen für Kunden und die Konzerne.
23.06.2020 - 15:51 Uhr Kommentieren
Der iPhone-Hersteller will seine Rechner künftig mit eigenen Prozessoren bestücken. Quelle: UPI/laif
Apple künftig ohne Intel

Der iPhone-Hersteller will seine Rechner künftig mit eigenen Prozessoren bestücken.

(Foto: UPI/laif)

1. Warum verabschiedet sich Apple von Intel?

Fast alle PCs und Notebooks weltweit laufen mit Prozessoren von Intel. Prozessoren sind das Gehirn eines jeden Rechners. Damit sind alle Geräte ähnlich und in gewisser Weise austauschbar. Apple hat sich bisher schon durch sein eigenes Betriebssystem abgehoben. Künftig sollen auch die eigenen Prozessoren den Kunden einen Grund geben, zu den sogenannten Mac-Computern von Apple zu greifen. Dank der neuen, eigenen Chips sollen die Apple-Computer schneller laufen, weniger Energie verbrauchen und sicherer werden, sagte der für Software zuständige Manager Craig Federighi am Montagabend. Softwareanbieter wie Microsoft oder Adobe erarbeiteten bereits angepasste Varianten ihrer Programme.

2. Was bedeutet der Schritt für Intel?

Der größte Chiphersteller der Welt verliert einen wichtigen Kunden. Denn niemand gibt so viel Geld für Halbleiter aus wie Apple. Der Konzern aus dem Silicon Valley stand vergangenes Jahr für knapp neun Prozent vom gesamten Umsatz der Chipbranche. Bei Intel macht der iPhone-Produzent indes nur einen kleinen Teil der Erlöse aus, Analysten schätzen den Anteil auf fünf Prozent. Intel beliefert schließlich alle anderen PC- und Notebook-Produzenten und ist auch der wichtigste Hersteller von Prozessoren für Netzwerkrechner, die sogenannten Server.

Trotzdem tut der Abschied von Apple weh: Intel hat Apple 15 Jahre lang beliefert. Bei den Macs ist es der dritte Wechsel der Chip-Plattform nach dem Übergang von Motorola zu IBM Anfang der neunziger Jahre und dem Wechsel zu Intel im Jahr 2005. Damals war Intel im Vergleich zu Apple noch ein Riese in der IT-Branche, aber inzwischen haben sie die Rollen getauscht: Die Marktkapitalisierung von Apple ist fast sechsmal so groß wie die von Intel.

In jüngster Zeit hat der lange Jahre schwer angeschlagene Rivale AMD Intel Marktanteile abgenommen. Allerdings beträgt der Umsatz von AMD nach wie vor noch nicht einmal zehn Prozent des Umsatzes von Intel.

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    Intel selbst teilte als Reaktion auf die Ankündigung von Apple mit, der Konzern werde seinen Kunden nach wie vor unterstützen. Im Übrigen habe Intel die fortschrittlichsten Chips im Angebot. Es sei die offenste Plattform für Software-Entwickler überhaupt.

    3. Was bringt der Schritt den Nutzern?

    Apple entwickelt bereits heute sehr leistungsstarke eigene Prozessoren für seine Mobilgeräte auf Basis der Architektur des britischen Chip-Designers ARM. In Apple-Notebooks und -Desktop-Rechnern kamen bisher aber, wie in der PC-Branche größtenteils üblich, Chips von Intel mit der sogenannten x86er-Architektur zum Einsatz. ARM-Prozessoren gelten generell als energieeffizienter, was insbesondere für Laptops relevant ist.

    Künftig werden alle Computer, Tablets und Smartphones aus Cupertino die gleiche zugrundeliegende Chip-Architektur nutzen. Auf diese Weise können etwa für das Smartphone und das iPad entwickelte Apps künftig auch auf den neuen Mac-Rechnern laufen. „Bei Apple ist die Integration von Hardware und Software entscheidend für alles, was wir tun“, sagte Vorstandschef Tim Cook.

    4. Wie sieht der Zeitplan aus?

    Die ersten Mac-Computer mit den neuen Chips sollen Ende des Jahres auf den Markt kommen. Noch ist offen, um welche Modelle es sich handelt. Dennoch würden Macs mit Intel-Chips weiterhin unterstützt, und es werde „noch viele Jahre“ Macs mit Intel-Chips geben, teilte Apple mit. So hat der Konzern erst im Dezember seinen Supercomputer Mac Pro für 10.000 Dollar auf den Markt gebracht, der mit Intel-Prozessoren läuft.

    5. Wie groß ist der Einfluss von Apple auf dem PC-Markt?

    Apple ist der viertgrößte Computerproduzent der Welt. Der Marktanteil nach Stückzahl im ersten Quartal betrug knapp sieben Prozent. Zum Vergleich: Branchenführer Lenovo kommt den Marktforschern von Gartner zufolge auf rund 25 Prozent, auf Rang zwei liegt HP mit etwa 21 Prozent. Apple lieferte demnach gut 3,5 Millionen PCs und Notebooks aus.

    Insgesamt ist es ein schwieriges Geschäft, der Absatz der Branche in den ersten drei Monaten des Jahres ging um zwölf Prozent zurück. Weil die PC-Industrie von Intel abhängig ist, bringen die Hersteller ihre Neuheiten alle mehr oder weniger gleichzeitig heraus – je nachdem, wann Intel eine neue Prozessor-Generation ausliefert.

    In den vergangenen Jahren hatte Intel wiederholt mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen und auch die Innovationen verzögerten sich. Apple kann den Zeitpunkt für seine neuesten Rechner künftig selbst bestimmen. Der Computer-Umsatz von Apple lag zuletzt bei rund 25 Milliarden Dollar.

    Mehr: Apple löst sich von der App

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