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Christian Klein im Interview SAP-Co-Chef: „Der Klimawandel ist die größte Herausforderung“

Christian Klein spricht im Interview über seine ersten Monate an der SAP-Spitze. Neue Geschäftschancen sieht er etwa im Bereich Nachhaltigkeit.
28.01.2020 - 14:35 Uhr 1 Kommentar
Der Manager leitet gemeinsam mit Jennifer Morgan den Softwarekonzern SAP. Quelle: AFP
Christian Klein

Der Manager leitet gemeinsam mit Jennifer Morgan den Softwarekonzern SAP.

(Foto: AFP)

Walldorf In den vergangenen vier Monaten hat Christian Klein einen Gesprächsmarathon absolviert: Der neue Co-Chef von SAP, der mit Jennifer Morgan seit Oktober an der Spitze des deutschen Softwareherstellers steht, traf zahlreiche Kunden, Partner und Investoren. Im Gespräch mit dem Handelsblatt zieht er Bilanz und beschreibt die Pläne für die Zukunft.

Herr Klein, Sie sind im Oktober überraschend ins Amt gekommen. Wie war die Zeit seitdem für Sie persönlich?
Sehr ereignisreich! Ich habe mich mit den führenden Kunden und Investoren getroffen, um zu verstehen, was gut läuft und was nicht. Ich habe wenig Zeit zu Hause verbracht, das wird in den kommenden Monaten hoffentlich besser. Die Kunden wissen sehr genau, wo SAP hin möchte, aber die Umsetzung muss klarer und verlässlicher werden.

Was heißt das für die Strategie?
Wir sind mitten drin, die Strategie weiterzuentwickeln und werden bald kommunizieren, , wie sie aussieht und mit welchen konkreten Maßnahmen wir sie umsetzen wollen. Ein zentraler Punkt ist der Erfolg unserer Kunden, entsprechend passen wir 2020 auch unser Bonussystem an.

Wie lässt sich Kundenerfolg messen?
Wir sehen bisher schon die Vertragsverlängerungen, aber das ist sehr spät im Softwarelebenszyklus. Mittlerweile messen wir die Kundenzufriedenheit quartalsweise und überprüfen dabei , wie intensiv ein Unternehmen die Cloud-Lösungen nutzt. Neue Aufträge kommen dann automatisch. Wir erinnern die Mitarbeiter regelmäßig daran, dass es darum geht.

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    Es wirkt fast so, als wollten Sie sich aufs Kerngeschäft mit dem Programmpaket S/4 Hana konzentrieren, mit dem Kunden betriebswirtschaftliche Prozesse steuern?
    Wenn S/4 Hana erfolgreich ist und wir die Integration zu den anderen Produkten herstellen, profitieren davon alle unsere Cloud-Lösungen Wenn ein Kunde zum Beispiel eine Personalsoftware kauft, sieht er die Vorteile durch die nahtlose Verbindung. Viele kritische Daten liegen in einem SAP-System: Wir haben die Kunden, die Zulieferer, die Anlagen – das ist wichtig für die Geschäftsprozesse.

    Sie haben schon den Vertrieb in einer Organisation vereinheitlicht, die Produktentwicklung ist aber noch über mehrere Ressorts verteilt. Was wollen Sie tun?
    Sie können davon ausgehen, dass wir mit anderen Funktionen im Unternehmen ähnlich vorgehen werden wie im Vertrieb. Wir sprechen darüber demnächst mit dem Betriebsrat, ich hoffe, dass wir Mitte März Ergebnisse vorlegen können. Das kommt bei den Mitarbeitern gut an – sie spüren, dass Vertrieb und Entwicklung bislang aufgesplittert waren.

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    Sie sehen Nachhaltigkeit als Geschäftschance. Was kann SAP konkret tun?
    Für die Wirtschaft ist der Klimawandel die größte Herausforderung. Nachhaltigkeit gewinnt weiter an Bedeutung, weil die Konsumenten und Mitarbeiter viel stärker darauf achten werden. Mit unserer Software lässt sich die CO2-Bilanz der Wertschöpfungskette feststellen – das hilft den Kunden, bewusste Entscheidungen zu treffen, zum Beispiel, welche Fabriken sie nutzen. Die Idee stammt von meinem Vorstandskollegen Thomas Saueressig.

    Wie kommt das bei Ihren Mitarbeitern an?
    Auch bei uns gibt es Diskussionen: Einige Mitarbeiter wollen zum Beispiel wissen, ob sie auf die „Fridays for Future“-Demo gehen können, ohne Urlaub zu nehmen.

    Was tun Sie konkret?
    Intern gibt es ein Projekt namens „Climate 21“. Eine dreistellige Zahl an Produktmanagern und Entwicklern arbeitet gemeinsam mit Kunden daran, die Vision von der Messbarkeit von CO2 in unseren Lösungen umzusetzen – wir sind noch in der Aufbauphase. Es war sehr leicht, dafür die Entwickler zu gewinnen: Zum einen verbessert man die Lösung, zum anderen tut man was Gutes. Auf unserer Kundenkonferenz Sapphire Now im Mai wollen wir erste Ergebnisse zeigen.

    Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat SAP die Erwartungen erfüllt, aber die Aktionäre reagieren skeptisch. Wie kommt es?
    Die Erwartungen an SAP sind zu Recht hoch. Wir haben die Ziele für 2019 erfüllt, bei einigen Kennzahlen übererfüllt – das Resultat ist also sehr positiv. Wir hatten Kosten durch die Restrukturierung und die Übernahme von Qualtrics. Das spüren wir jetzt, langfristig waren diese Schritte aber richtig: Wir stellen uns dafür auf, langfristig profitabler zu wachsen.

    Das durchschnittliche Kursziel ist nicht weit vom aktuellen Kurs entfernt. Sie müssen eine neue Wachstumsstory entwickeln. Wie sieht die aus?
    Es wird sehr stark auf das Cloud-Wachstum ankommen, das wird die entscheidende Metrik sein. Natürlich sind wir auf der Suche nach weiteren Feldern, in denen SAP wachsen kann. Das sind zum Beispiel Lösungen für die verschiedenen Industrien in der Cloud – da stehen wir noch ganz am Anfang. Die Ideen gehen uns nicht aus.
    Herr Klein, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Der Softwarehersteller hat die eigenen Ziele für das Jahr 2019 erreicht. Auch für 2020 verbreiten Christian Klein und Jennifer Morgan Optimismus.

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    1 Kommentar zu "Christian Klein im Interview: SAP-Co-Chef: „Der Klimawandel ist die größte Herausforderung“"

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    • es hat lange gebraucht bis die Wirtschaft das Verstanden hat...ich hoffe, dass der Druck hier weiter ansteigt die Dekarbonisierung voranzutreiben...alle Gesellschaftsschichten müssen mithelfen.

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