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Christian Reber Wunderlist-Erfinder entwickelt soziales Netzwerk für Präsentationen

Christian Reber will eine soziale Plattform für Powerpoints aufbauen. Erste Nutzer sind Start-ups und Agenturen. Investoren stecken weitere 70 Millionen Euro in „Pitch“.
20.05.2021 - 15:00 Uhr Kommentieren
Der Gründer ist erfolgreich mit Programmen für das digitale Arbeiten: Nach der To-do-List-App Wunderlist entwickelt er mit Pitch eine Plattform für Online-Präsentationen. Quelle:  Pitch
Christian Reber

Der Gründer ist erfolgreich mit Programmen für das digitale Arbeiten: Nach der To-do-List-App Wunderlist entwickelt er mit Pitch eine Plattform für Online-Präsentationen.

(Foto:  Pitch )

Düsseldorf Es soll eine Art Youtube für Präsentationen werden, vielleicht auch eine Art Instagram oder LinkedIn: Christian Reber will mit den Mitteln aus einer neuen Finanzierungsrunde aus seinem Berliner Start-up Pitch ein soziales Netzwerk machen. „Wir wollen Pitch zur ersten digitalen Plattform für Präsentationen ausbauen“, sagt Reber dem Handelsblatt. Knapp 70 Millionen Euro (85 Millionen Dollar) hat der bekannte Gründer dafür jetzt eingesammelt.

Bei Pitch geht es um Präsentationen, also eine Reihe von digitalen Folien, die bis heute viele Menschen in Beruf und Studium mit dem Microsoft-Programm Powerpoint erstellen. Im Fall von Pitch können Teams daran parallel arbeiten, ähnlich wie bei Google Slides. Pitch will sich dabei unter anderem mit Vorlagen etwa für Mitarbeiterschulungen, Vertriebsstrategien und Produktvorstellungen sowie mit Funktionen für die reibungslose Zusammenarbeit hervortun – und nun eben auch mit der Einbettung in eine teilweise öffentliche Plattform.

„Unternehmen können ihre Präsentationen in ihrem Profil hochladen, direkt mit dem Internet teilen und Feedback einsammeln“, sagt Reber. Der Name „Pitch“ lässt dabei schon auf die primäre Zielgruppe schließen: Von einem Pitch wird in der Start-up-Szene gesprochen, wenn Gründer Investoren ihre Geschäftsidee vorstellen, um Finanzierungsmittel einzuwerben. Reber selbst war dabei bisher sehr erfolgreich.

Auch bei Agenturen ist das Wort gängig, wenn es um die Bewerbung für Aufträge geht, etwa für eine mediale Kampagne. Die dritte wichtige Zielgruppe für Pitch sind Designer und Marken. Reber glaubt, dass sich eine richtige Online-Community um die App bilden lässt.

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    Es mögen auch die Berufsgruppen sein, in denen Präsentationen allgemein und Powerpoints im Besonderen einen besseren Ruf haben als anderswo: Viele Büroarbeiter dürften in ihrem Berufsleben so viele langweilige Folien gesehen haben, dass sie sich wohl kaum vorstellen können, auch noch freiwillig im Netz in weiteren Präsentationen zu stöbern, sie zu liken, zu kommentieren und sie ihren Freunden zu empfehlen.

    Firmen können auswerten, wie gut ihre Präsentationen sind

    Aber Reber ist sicher: Bei seiner Zielgruppe ist das Interesse daran groß – und für die Urheber einer Foliensammlung dürfte insbesondere die Auswertung dieser Reaktionen ein großer Zugewinn sein. „Wenn Unternehmen ihre Präsentationen mit Kunden und Geschäftspartnern teilen, sehen sie in Echtzeit, welche Folien geöffnet werden, wie viel Zeit Betrachter auf einzelnen Seiten verbringen und wie erfolgreich die Präsentation letztendlich ist“, erläutert der Gründer die Idee. Auch vergleichende A/B-Tests seien möglich.

    Das dürfte in Zeiten rein digitaler Präsentationen besonders hilfreich sein, weil Präsentierenden oft die direkte Reaktion der Zuschauer verborgen bleibt. Eine weitere Neuerung in dem Programm sollen Audio- und Videoaufnahmefunktionen sein. Zugleich lassen sich auch schon Funktionen wie moderne digitale Vertriebskanäle nach dem Vorbild von Instagram Shopping und ähnlichen Anwendungen erdenken.

    In jedem Fall hat Reber mit dem bereits 2018 gegründeten Pitch den Nerv der Zeit in der Corona-Pandemie getroffen. Viele Gründer und auch Wagniskapitalgeber setzen derzeit auf neue digitale Kollaborationswerkzeuge, das zeigte jüngst auch eine Auswertung aktueller Einträge im Handelsregister von Startupdetector. Der Grund liegt auf der Hand: Seit Beginn der großen Homeoffice-Welle sind solche Softwarelösungen wichtiger geworden und werden besser denn je angenommen. Klar ist aber auch: Nur die besten werden sich durchsetzen.

    Auf Reber setzen Investoren auch aufgrund früherer Erfolge: Bekannt wurde er mit seinem Start-up 6Wunderkinder und der Entwicklung von Wunderlist, einem Programm zur Erstellung digitaler To-do-Listen, das er schließlich an Microsoft verkaufte (eine Entscheidung, die er nach eigenen Angaben sehr bereut hat und mit seiner neuesten Gründung nicht wiederholen will).

    Die aktuelle Finanzierungsrunde kommt sechs Monate nach der Veröffentlichung von Pitch. Nach Unternehmensangaben sind bereits „Zehntausende Teams“ auf das Präsentationsprogramm umgestiegen. Die Firma selbst ist inzwischen auf über 100 Mitarbeiter angewachsen. Mit diesen ersten Erfolgen konnte Reber erneut Beteiligungen einwerben.

    Für das Start-up ist es nun bereits die Series B, zum zweiten Mal beteiligen sich also große, institutionelle Risikokapitalgeber an Rebers Start-up. Insgesamt sind nun 135 Millionen Dollar in die Firma geflossen. Angeführt wird die Runde von Lakestar und Tiger Global. Lakestar-Investor Stephen Nundy sagt: „Eine Neugestaltung des gesamten Workflows rund um Präsentationen ist überfällig.“ Die bestehenden Investoren Index Ventures und Thrive Capital legen Geld nach.

    Mehr: Schub für Tech-Start-ups – Exklusiver Report zeigt die Trends bei den Gründungen in Deutschland

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