Cliqz Mozilla beteiligt sich am Burda-Browser

Kürzlich brachte das Medienhaus Burda den Internetbrowser Cliqz an den Start, der anonymes Surfen im Netz erlaubt. Nun hat das Unternehmen mit Mozilla einen Investor und Technologiepartner für das Projekt gewonnen.
Mozilla beteiligt sich mit rund zehn Prozent an Cliqz. Quelle: dpa
Mozilla-Zentrale in San Francisco

Mozilla beteiligt sich mit rund zehn Prozent an Cliqz.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas Münchener Medienhaus Burda will mit seinem eigenen Browser Cliqz das Internet revolutionieren. Ein großes Versprechen. Der Internetbrowser hat eine Suchmaschine integriert, die unabhängig von dem amerikanischen Suchmaschinenriesen Google funktionieren soll. Cliqz verspricht seinen Nutzern anonymes Surfen über die Webseiten. Nun hat Burda einen gewichtigen Partner für das Vorzeigeprojekt gewonnen: den US-Konzern Mozilla. Der Entwickler des Internetbrowsers Firefox beteiligt sich mit rund zehn Prozent an Cliqz. Über die finanzielle Höhe der Investition gab es keine Angaben.

Für Cliqz-Gründer Jean-Paul Schmetz ist dies ein großer Gewinn: „Mozilla ist ein idealer Partner für Cliqz. Beide Unternehmen vereint der Glaube an ein offenes Internet, in dem die Menschen die Kontrolle über ihre Daten haben. Wir sind stolz darauf, unsere Kernkompetenzen Datenschutz- und Suchmaschinentechnologien in die Mozilla-Welt einbringen zu können.“

Firefox und Cliqz sind auf technischer Ebene bereits miteinander verwoben. Burda hat Cliqz Mitte 2015 als Firefox-Erweiterung gestartet. Im vergangenen März hat das Start-up seinen eigenen Internetbrowser mit Suchfunktion vorgestellt. Knapp 100 Cliqz-Mitarbeiter haben in den vergangenen Jahren die Software entwickelt, die nicht weniger als eine Revolution der Onlinewelt anstrebt.

Der Clou des neuen Internetbrowsers: Eine standardmäßige Anti-Tracking-Technologie soll den Nutzern anonymes Surfen im Netz ermöglichen. Das ist ein anderer Ansatz, als ihn etwa Unternehmen wie Google verfolgen. Diese sagen sinngemäß: „Wir müssen möglichst viel über dich wissen, um dir einen maßgeschneiderten Service anbieten zu können. Dazu müssen wird deine Daten besitzen. Du musst darauf vertrauen, dass wir deine Daten nicht missbrauchen.“

Das sind die größten Internetunternehmen der Welt
Platz 10: Salesforce
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Das Unternehmen bietet Cloud-Dienste für Unternehmen und ist damit sehr erfolgreich: Zuletzt erhöhte der SAP-Rivale seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr auf 8,2 Milliarden Dollar.

Börsenwert: 57 Milliarden US-Dollar*

*Stand: Mai 2016

Platz 9: Ant Financial
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Ant Financial gehört zum chinesischen Firmenkonglomerat Alibaba. Der Konzern betreibt die Bezahl-Plattform Alipay, die –ähnlich wie Paypal– die Abwicklung des elektronischen Zahlungsverkehrs ermöglicht. Die Credit Suisse schätzt, dass rund 58 Prozent der Online-Zahlungen in China über die Plattform laufen.

Börsenwert: 60 Milliarden Dollar

Platz 8: Baidu
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Das chinesische Google-Baidu gehört zu den fünf am häufigsten aufgerufenen Webseiten der Welt. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund 10,3 Milliarden Dollar. Fünf Jahre vorher waren es gerade einmal rund 1,2 Milliarden Dollar. Das rasante Wachstum hat Baidu in den Kreis der größten Internetunternehmen der Welt katapultiert.

Börsenwert: 62 Milliarden Euro

Platz 7: Uber
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Der Fahrtendienst Uber hat noch immer mit viel Gegenwind zu kämpfen. Wegen des vielerorts festgeschriebenen Taxi-Monopols bekommt Uber keinen Fuß in viele Märkte – auch in Deutschland nicht. Dennoch wird an den Aktienmärkten Uber bereits mit einem zweistelligen Milliardenbetrag bewertet. Und das obwohl das Unternehmen überhaupt keinen Gewinn schreibt. Im zweiten Quartal 2014 stand bei Uber ein Verlust von 109 Millionen Dollar.

Börsenwert: 63 Milliarden Dollar

Platz 7: Priceline
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Immer mehr Menschen buchen ihren Urlaub über das Internet. Portale wie Priceline machen damit ein gutes Geschäft. 2015 wuchs der Umsatz auf 9,2 Milliarden Dollar. Damit ist Priceline das größte Online-Buchungsportal der Welt.

Börsenwert: 63 Milliarden Dollar

Platz 6: Alibaba
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1999 hat Jack Ma die Website alibaba.com ins Leben gerufen. Nur sechs Jahre später beteiligte sich Yahoo mit 40 Prozent an Alibaba. 2014 ging Ma mit dem Unternehmen an die New Yorker Börse. Beim Börsengang konnten Aktien im Wert von fast 22 Milliarden Dollar verkauft werden, womit das Alibaba-IPO eines der größten der Welt war. Das Internetunternehmen hat Ma zum Multimilliardär gemacht. Forbes schätzt sein Vermögen auf knapp 23 Milliarden Dollar.

Börsenwert: 205 Milliarden Dollar

Platz 5: Tencent
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Tencent ist eine Art Internetmischkonzern. Der chinesische Konzern ist in den Geschäftsfeldern, Sofortnachrichtendienste, soziale Netzwerke, Online-Medien, Internet-Mehrwertdienste, Online-Games und Online-Handel tätig. 1998 gegründet ging Tencent mit einem Instant Messenger an den Start, der das Unternehmen zum ersten Internetkonzern Chinas machte, der einen Gewinn erzielen konnte. Seitdem ist der Wert von Tencent kontinuierlich gestiegen.

Börsenwert: 206 Milliarden Dollar

Das Start-up Cliqz macht nach eigener Aussage daraus: „Wir müssen gar nichts über dich wissen. Daten, die nötig sind, um dir einen maßgeschneiderten Service zu bieten, bleiben auf deinem Gerät, in deinem Besitz und unter deiner Kontrolle. Auf unseren Servern befinden sich nur statistische Daten, die in keiner Weise Rückschlüsse auf einzelne Nutzer zulassen.“

Die Technologie soll das Datensammeln unterbinden, aber gleichzeitig das Schalten von Onlinewerbung ermöglichen. Insofern ist Cliqz kein Adblocker, wie die neuen digitalen Werbeblockierer heißen. Mit Hilfe von Adblockern können Nutzer ihre Onlineinhalte werbefrei konsumieren - das geht allerdings auf Kosten der Unternehmen, die die Webseiten unterhalten, da ihnen dadurch die finanzielle Basis wegbricht.

Einige Medienhäuser gehen deshalb gegen die Anbieter von Adblockern vor, zu denen das Kölner Unternehmen Eyeo zählt. Anzeigen werden nicht blockiert, heißt es bei Cliqz. Man gehe lediglich gegen „unsicheres“ Tracking vor. Darunter versteht das Unternehmen die Generierung all jener Daten, anhand derer einzelne Nutzer identifiziert werden können. Laut der eigenen Studie „Tracking the Trackers“ ist dies bei drei Viertel aller Website-Aufrufe der Fall.

Die zehn Prozent der Anteile, die zukünftig Mozilla hält, dürften von Burdas Anteilen abgehen, berichtet der Branchendienst „Meedia“. Bislang hielt die Holding Hubert Burda Media 80 Prozent am Technologieunternehmen. Die restlichen 20 Prozent verteilen sich auf die Cliqz-Geschäftsführer Jean-Paul Schmetz und Marc Al-Hames.

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