Cloud-Computing Die Cloud macht Schule

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GovCloud will über Landesgrenzen gehen

Hinter dem noch überschaubaren Angebot steckt jahrelange Vorarbeit, sagt Provitako-Vorstand Marianne Wulff. „Wir sind auf Unmengen juristischer Hürden gestoßen.“ GovCloud stelle sicher, dass Vorgaben zum Datenschutz, das Vergabe- und Kartellrecht sowie lizenzrechtliche Regeln eingehalten werden. Die Vision: Öffentliche IT-Anbieter könnten sich auf bestimmte Dienste spezialisieren und ihr Portfolio über die Cloud ergänzen.

Was GovCloud über Landesgrenzen hinweg realisieren will, geschieht im regionalen Maßstab bereits. So können Kölner Schulen neuerdings einen Onlinespeicher nutzen, den die Aachener Regio IT betreibt. „Wir wollen in der Region vermeiden, dass alles doppelt und dreifach entwickelt wird“, sagt Dieter Rehfeld, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Cloud-Anwendungen sind prädestiniert dafür, IT-Leistungen zu zentralisieren.“

Rehfeld bemerkt, dass an der Zentralisierung auch für die Städte und Gemeinden kein Weg vorbei führt. „Kleinen und mittleren Kommunen fehlen die Fachkräfte, um dauerhaft eine eigene IT-Infrastruktur zu betreiben.“ Datenschutzbedenken könne man ausräumen, solange die Angebote in kommunalen Rechenzentren betrieben werden.

Bei Bundes- und Landesbehörden könnte das 2013 auf den Weg gebrachte E-Government-Gesetz für Cloud-Dienste für Schwung sorgen, sagt Fraunhofer-Experte Fromm: Bis 2020 müssen die Behörden Dokumente elektronisch ablegen. "Das wird dazu führen, dass auch nachgelagerte Prozesse digitalisiert werden. Dabei wird man am Cloud-Computing nicht vorbeikommen."

Das Gesetz schreibt auch vor, dass Bundesbehörden künftig einen digitalen Dokumentenaustausch anbieten müssen. Zur Identifizierung sollen Bürger den neuen Personalausweis nutzen können. Detlef Hühnlein, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Ecsec erwartet damit Rückenwind für die Cloud-Plattform Skidentity, die er in einem Forschungsprojekt mitentwickelt. „Bisherige Anmeldeverfahren sind komplex und teuer, Skidentity wird die Einbindung des Personalausweises signifikant erleichtern.“

Nach Ansicht von Hühnlein ließen sich mit Skidentity und verwandten Technologien elektronische Angebote von Behörden sowie Unternehmen bündeln. Hühnlein hat unter www.buergercloud.de bereits ein passendes Portal entwickelt. „Schon mit geringem technischen Aufwand könnten die Behörden ihren Bürgerservice erheblich verbessern.“ Doch Hühnlein ist skeptisch, dass eine solche „Bürgercloud“ schnell Realität wird - bislang arbeiteten die unterschiedlichen Verwaltungsebenen kaum integriert. Dass zumindest langsam ein Umdenken einsetzt, zeigt die Polizei-Cloud: Seit drei Wochen nutzt auch die saarländische Polizei die IT-Infrastruktur des rheinland-pfälzischen Rechenzentrums.

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