Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Comeback des Bitcoin Die Cyberwährung meldet sich zurück

Der Bitcoin ist virtuelles Geld aus dem Internet. Erst als zweifelhafte Hacker-Währung abgetan und fast mit den Platzen einer Spekulationsblase untergegangen, lockt der Bitcoin inzwischen auch professionelle Anleger an.
11 Kommentare
Logo der digitalen Cyberwährung Bitcoin. Quelle: Public Domain

Logo der digitalen Cyberwährung Bitcoin.

(Foto: Public Domain)

Frankfurt/MainDie Digitalwährung Bitcoin feiert ein überraschendes Comeback. Das virtuelle Geld, dessen Tage nach einer geplatzten Spekulationsblase bereits gezählt schienen, erlebt einen unerwarteten Aufschwung.

Nach dem Mitte 2011 erreichten Rekordhoch bei knapp 30 Dollar pro digitale Währungseinheit war der Bitcoin-Kurs abgestürzt und dümpelte mehr als ein Jahr vor sich hin. Doch zuletzt kletterte der Kurs wieder auf rund zwölf Dollar. Das ruft sogar Hedgefonds auf den Plan. Wichtiger noch als der jüngste Kursauftrieb: Die Verbreitung als Zahlungsmittel nimmt stetig zu.

Die Legende besagt, dass der Bitcoin erstmals 2009 von einem Satoshi Nakamoto in Umlauf gebracht wurde. Wer sich hinter diesem Namen verbirgt, ist rätselhaft. Klar ist allerdings, welche Idee hinter der digitalen Währung steht: Ein Geldsystem, das ohne zentralisierte Kontrolle in Form einer Notenbank auskommt und damit unabhängig von Banken und Regierungen funktioniert. Bitcoins kann am heimischen Computer im Prinzip jeder herstellen, solange das Gerät über genug Rechenkraft verfügt.

Das im Fachjargon „Mining“ genannte Krypto-Verfahren kostet neben der entsprechenden Hardware vor allem Strom und Nerven. Um Geldeinheiten zu errechnen, muss der Computer hochkomplexe mathematische Formeln lösen. Um ein Ausufern der Geldmenge zu verhindern, gibt das System dem Rechner mit der Zeit immer schwierigere Verschlüsselungen zum Enträtseln auf. Die Anzahl der erzeugten Bitcoins soll sich dadurch alle vier Jahre halbieren, sodass es maximal etwa 21 Millionen Bitcoins geben kann. Fast die Hälfte davon befindet sich bereits in Umlauf.

Nur wenige Nutzer beteiligen sich selbst am Produktionsprozess. Man kann sich den Aufwand sparen, und Bitcoins im Internet mit Dollar oder Euro kaufen. Wurde das Digitalgeld in den Anfangsjahren noch als Spinnerei aus dem Hacker-Milieu abgetan und mit Vorliebe für dubiose Geschäfte genutzt, findet es als Zahlungsmittel zunehmend Verbreitung.

Achillesferse bleibt die Sicherheit
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

11 Kommentare zu "Comeback des Bitcoin: Die Cyberwährung meldet sich zurück"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Heute steht der Kurs sogar bei Rund $95 (was nahezu 600%+ seit Jahresbeginn entspricht)und immer noch keine Neuigkeiten beim Handelsblatt.

    Wenn die gesamte Redaktion nicht gerade damit beschäftigt ist, sich diese rasante Kursentwicklung selbst zunutze zu machen oder ihre Ohren nicht mit Euroscheinen vollgestopft sind, wäre es nun durchaus an der Zeit, sich den Bitcoins erneut zuzuwenden... ;)

  • Wäre es nicht langsam an der Zeit auf Handelsblatt mal wieder etwas zum Thema Bitcoin zu sehen? Die Kursentwicklung ist ja geradezu spektakulär und der Coin wird aktuell über 19$ gehandelt.

  • > Es ist das reziproke Bild der Hyperinflation von 1923, als immer mehr Nullen links vom Komma eingeschoben wurden, und überfordert das Vorstellungsvermögen von Normalkonsumenten im gleichen Maße.

    Ich habe keinen Zweifel, dass sich genug Leute genau so schnell an NanoBitcoin gewöhnen würden, wie sie sich an Kilo-, Mega-, Giga- und Terabyte gewähnt haben.

    > Die "Geld"menge wächst nicht annähernd in die Nähe einer kritischen Masse.


    Es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass sie so stark wächst, aber noch sehr, sehr unwahrscheinlich. Um den Wert der erwähnten 170000 t Gold zu erreichen, müßte der Wert z.B. zehn Jahre lang jährlich um einen Faktor 4.5 wachsen. Der Sack Reis würde dann vielleicht drei µBTC kosten.

    > Kurzum: Bitcoins sind für den, der selber keine erzeugen kann (was wie gesagt ein Verlustgeschäft wäre), ein reines Spekulationsobjekt.


    Die Spekulation ist durchaus nützlich, damit die Währung Wert aufnehmen kann. Bitcoin ist aber weniger zur Wertaufbewahrung gedacht, als für den halbanonymen elektronischen Handel mit Dienstleistungen und virtuellen Gütern, Micropayment und so weiter. Da ist Bitcoin in Bezug auf die Kosten völlig konkurrenzlos. Und so was wird einfach gebraucht.


    Naja. Wenn Ihnen in den Neunzigern ein Wissenschaftler namens Berners-Lee ein Hypertext-Informationssystem gezeigt hätte - das hätten sie auch als Spinnerei abgetan. Dabei hat er nur die richtigen Elemente erkannt und genial kombiniert - und damit das WWW erfunden.

    Und noch was: Die initiale Verteilung der Bitcoins ist in der Tat ein Problem. Insofern Bitcoin jedoch als Tauschmittel zum Handel gedacht ist, spart die Menschheit dann bei jeder weiteren Transaktion fünf Prozent Kreditkartengebühren. Das ist auf die Dauer wirklich viel Geld, das ohne wirklichen Nutzen im Bankensystem verschwindet. Wenn Händler wie Amazon mal 5 % Skonto auf Zahlungen mit Bitcoin geben, werden es sich sicher viele Kunden überlegen.

  • > Für jeden Erdbewohner stehen ja durchschnittlich nur 0,003 Bitcoins zu Verfügung. Um damit einen Geldkreislauf zu organisieren, müsste man in immer längeren Nachkommastellen rechnen - ein Kilo Reis für 0,00000001 BC oder so.

    Dazu müßte der Wert stark steigen. Das ist aber nicht nur bereits vorgesehen (die Software unterstützt acht Stellen hinter dem Komma), sondern auch möglich.

    Schauen sie mal diesen Chart an:

    http://bitcoincharts.com/charts/mtgoxUSD#tgSzm1g10zm2g25zvzl

    - und schalten Sie die logarithmische Skala ein und die Darstellung des gesamten verfügbaren Zeitraums. Sie sehen, der Wert ist in etwas mehr als zwei Jahren von 0.05 Dollar auf etwa 14 Dollar gestiegen.


    > Praktisch geht die Rechnung, die "Nakamoto" zum Ölscheich 2.0 machen würde, selbst wenn er nur 1000 BC behalten hätte, nicht auf,...

    ACK, eine so starke Steigerung würde auch ein Gerechtigkeitsproblem bedeuten. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass eine Verbreitung von Bitcoin dazu beiträgt, schon bald Vermögen gleichmäßiger zu verteilen, da diese eben nicht von einer Zentralbank gedruckt werden.



    > weil nur ein paar Naive, die sich für superschlau halten, überhaupt Interesse an diesem Hochrisiko-Spielgeld haben, bei dem ein Bankraub systembedingt nicht verfolgt werden kann.


    Es ist immer noch eine Nerd-Währung, aber offensichtlich funktioniert sie. Das Bitcoin-Netzwerk selber gilt als sehr sicher. Man muss PCs mit größeren Guthaben sehr gut absichern, das ist richtig. Wenn man das macht, läßt sich das Risiko gut handhaben. Es muss ja kein Windows auf dem PC laufen.

    > Wegen dieses minimalen Interesses rechtfertigt der Schwarzmarktkurs (einen Weißmarkt gibt es ja nicht) ....

    Das ist FUD = Meinungmache mit Fear, Uncertainty, Doubt. Der Handel mit Bitcoin ist nicht illegal.

    > .... trotz der Steigerungen der vergangenen Monate nicht die Hardwareinvestition und Energiekosten für die Erzeugung

    Subjektiv, abhängig v.d. Kursentwicklung.

  • Das ist unschön für Sie. Jedoch hat gerade Bitcoin.de, wo Sie scheinbar jemanden auf dem Leim gegangen sind ein entsprechendes Trustsystem, bei dem furchtsame auch gerne ihren Handelspartner auf ein Goldlevel (mehr als 15 erfolgreiche Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von über 150 BTC und 90% positive Bewertungen von verschiedenen Usern) beschränken können. Persönlich verkaufe ich Beträge höchstens für Beträge unter 100 Euro an Bronzestatus, die sowieso nur 10 BTC kaufen dürfen. Ein Treuhand-Konto wäre toll, aber es bringt andere Schwierigkeiten mit sich ...

  • Ein 'alter' Miner wurde gefragt wie weit der Kurs noch steigen müsse bis er seine Bitcoins verkauft.

    Er sagte, das ist die falsche Frage: Die richtige heißt wie weit muss er fallen mich ich verkaufe. Die Antwort ist dann - wenn er auf 8$ fällt.

    ... mein Rig hat mich damals 1600 US$ gekostet. Ich habe 200 Bitcoins bei einem Broker hinterlegt. Sozusagen als Stop-loss. Wenn der Kurs auf 8$ fällt verkaufe ich diese und habe keinen Verlust gemacht. Stromkosten muss ich keine zahlen.

    Ich möchte in Zukunft nur noch mit Bitcoins bezahlen, nehme das was ich brauche jetzt raus oder zahle wenn möglich gleich mit Bitcoins.

  • Wer Bitcoin damals wirklich verstanden hat und nicht nur immer mit den Massen mitschwimmt, hat genau gewusst, dass er wieder kommen wird.

    Bitcoin wird fast sicher seinen Weg aus dieser Nische und noch viel mehr Anwendungszwecke finden, da er revolutionär und einzigartige Eigenschaften hat, über die kein anderes bisher bekanntes monetäres System verfügt.

    Solange es Nationalstaaten in der heutigen Form gibt, wird er jedoch keine offizielle Währung werden, sondern parallel existieren, was aber nicht schlecht sein muss. Duale monetäre Systeme können eine Ökonomie sogar sehr gut stabilisieren. Bitcoin wird unsere Wirtschaft retten, und nicht der ESM. Hört meine Worte.

  • Beim Verkauf von Bictoin habe ich drei Mal einen Betrug erlebt - und hier darüber gebloggt:
    http://www.bodenseepeter.de/2012/10/02/betrug-bei-bezahlung-von-bitcoin-mit-manuellem-uberweisungsschein/

  • Der weltweite Goldbestand beträgt schätzungsweise 170.000 Tonnen. Sind alle Bitcoins gemined gibt es davon ca. 21 Millionen Stück. Somit kommen auf 170.000.000 Kilo Gold 21.000.000 Bitcoins. Das sind dann 170.000.000 geteilt durch 21.000.000 sind 8.09 Kilo Gold pro Bitcoin. Der Kilopreis Gold kostet heute verkauf 43770 Euro pro Kilo, somit hat mein Bitcoin einen teoretischen Wert von (8.09 mal 43770 Euro) 354328 Euro. Leute worauf wartet Ihr noch !!!

  • Aber bitte mit "anderen Fiat Waehrungen" nicht implizieren, dass Bitcoin eine solche ist. Das ist Bitcoin überhaupt nicht.

    Wiki liefert eine gute Definition von Fiat: "[...]besteht und dessen Akzeptanz durch gesetzliche Vorschriften – wie die Erklärung zum gesetzlichen Zahlungsmittel – erreicht und sichergestellt wird[...]"

    Ob es nun gut oder schlecht ist, dass BTC kein Fiat ist, ist eine andere (tws. auch subjektive) Frage

Alle Kommentare lesen