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Compliance-Probleme Bei der Brasilien-Tochter der Telekom gab es Unregelmäßigkeiten

Bei einer Telekom-Tochter in Brasilien ist nicht sauber gearbeitet worden. Ein Mitarbeiter deckte den Fall am Rande eines Gerichtsverfahrens auf.
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Der Dax-Konzern hat Regelverstöße in Brasilien eingeräumt. Quelle: imago images / Future Image
Telekom-Zentrale in Bonn

Der Dax-Konzern hat Regelverstöße in Brasilien eingeräumt.

(Foto: imago images / Future Image)

Düsseldorf Bei der Großkundentochter der Deutschen Telekom, T-Systems, ist es in Brasilien zu Unregelmäßigkeiten gekommen. „Im Rahmen einer bei der T-Systems Brasilien durchgeführten Compliance-Untersuchung wurden Verstöße gegen interne Richtlinien festgestellt“, sagte ein Telekom-Sprecher dem Handelsblatt.

Es geht um Vorgänge aus dem Jahr 2016. Zu den konkreten Verstößen machte die Telekom keine Angaben. „Es handelte sich nicht um Korruptionssachverhalte“, betonte der Sprecher. Im November 2018 hatte der T-Systems-Chef in Brasilien, Ideval Munhoz, das Unternehmen verlassen, ohne dass die Telekom konkrete Angaben zu den Hintergründen gemacht hätte.

Die interne Untersuchung hatte ein Telekom-Mitarbeiter am Rande eines Gerichtsverfahrens publik gemacht. Während einer öffentlichen Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht in Köln warf er der Telekom vor, ihn für die Aufdeckung der Unregelmäßigkeiten zu sanktionieren. Er sei aus Brasilien zurück nach Deutschland versetzt worden und habe seitdem keine seiner Qualifikation entsprechende Stelle mehr bekommen, sagte er am Mittwoch während der Verhandlung in Köln (Az 11 Sa 55/19).

Die Telekom widersprach der Darstellung. Bereits vor den Hinweisen auf Regelverstöße durch den Mitarbeiter habe es eine interne Untersuchung der Vorgänge in Brasilien gegeben, sagte der Firmensprecher. „Seine Meldungen waren nicht ausschlaggebend für die Aufnahme des Verfahrens.“

Zudem habe es keine Maßregelung des Mitarbeiters gegeben. „Unsere internen Regelungen sehen eine Maximalzeit für Auslandseinsätze in einem Land vor“, sagte der Sprecher. Diese sei im Fall des Mitarbeiters in Brasilien erreicht worden.

Auch dass der Mitarbeiter eine Führungsposition, die ihm in Aussicht gestellt worden war, nicht bekam, habe nichts mit seinen Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten zu tun gehabt. „Es wird der aus Unternehmenssicht geeignetste Kandidat berücksichtigt. Das war im geschilderten Fall ein anderer Mitarbeiter“, sagte der Sprecher.

Noch kümmert sich bei der Telekom ein eigenes Vorstandsressort um Compliance-Themen. Der Konzern hatte es im Jahr Oktober 2008 als Reaktion auf eine Spitzelaffäre gegründet. Mitarbeiter des Unternehmens hatten Journalisten, Aufsichtsräte und eigene Mitarbeiter ausgespäht. Der Skandal hatte das Image des Bonner Konzerns stark beschädigt.

Zum Anfang des kommenden Jahres wird das Ressort mit dem Abgang des zuständigen Vorstands Thomas Kremer aufgelöst und in den Bereich von Personalvorständin Birgit Bohle integriert. Der Firmensprecher sagte: „Die Neuorganisation des Vorstands hat keine Auswirkung auf den Umgang mit Compliance-Fällen.“

Mehr: Umbau in Vorstand: Nach einem Spitzelskandal führte die Telekom vor elf Jahren den Vorstandsposten Recht und Compliance ein. Nun soll das Amt wieder abgeschafft werden.

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