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Computerspiele Die Gamescom will zeigen, wie Messen auch nach Corona funktionieren

Der wichtigste Treff der Gaming-Branche findet in diesem Jahr komplett digital statt. Für die Gamescom ist das Teil einer dauerhaften Umstellung.
15.07.2020 - 17:09 Uhr Kommentieren
Die Besuchermassen müssen 2020 fernbleiben, das jetzige Digitalkonzept soll aber dauerhaft Teil der Strategie bleiben. Quelle: dpa
Gamescom

Die Besuchermassen müssen 2020 fernbleiben, das jetzige Digitalkonzept soll aber dauerhaft Teil der Strategie bleiben.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Gamescom wird digitaler. Das ist bei der weltweit größten Messe für Computer- und Videospiele grundsätzlich nicht verwunderlich – gerade in der Coronakrise, die Großveranstaltungen mit persönlicher Anwesenheit unmöglich macht. Die Veranstalter der Gamescom, die Koelnmesse und der Verband der deutschen Games-Branche (Game), haben am Mittwoch ihr besucherfreies Konzept für das Branchenhighlight vorgestellt.

Dass Präsentationen, virtuelle Messestände und Netzwerken in diesem Jahr rein über das Internet stattfinden, wurde bereits vor rund einem Monat bekanntgegeben. Neu ist jedoch, dass ein digitales Veranstaltungskonzept dauerhaft Teil der Ausrichtung wird. Die Gamescom soll zur Hybridmesse werden.

„Die Gamescom 2020 wird nicht der Überbrückung oder der Markenpflege dienen“, sagte Messechef Oliver Frese angesichts vieler Veranstaltungen, die wegen geltender Bestimmungen notgedrungen ins Internet ausweichen und für das kommende Jahr wieder mit einem vollwertigen Angebot planen. „Was wir in diesem Jahr hier sehen, wird im kommenden Jahr auch zu sehen sein.“

Es gehe dabei nicht um einen virtuellen Messerundgang, erklärt Game-Chef Felix Falk im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das funktioniere im gesamten digitalen Ansatz nicht: „Ich muss mir überlegen, was sind meine Ziele und wie kann ich die auf digitalem Wege erreichen?“ Die Games-Branche sieht er als Vorreiter, auch weil durch das sich stetig verändernde Umfeld eine fortlaufende kreative Anpassung des Messekonzepts vonnöten sei. Und mit einem Partner wie der Koelnmesse lasse sich das gut umsetzen.

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    Als Kernpunkte des Konzepts stellte Frese vier Säulen vor. Alles kreist um die zentrale Inhalteplattform „Gamescom.Now“, auf der Videos und Streams gebündelt werden. Hinzu kommen die eigenen Shows der Messe selbst, eine Digitalkonferenz im B2B-Bereich sowie grundsätzlich Kooperationen. Hinzu komme der Input der bereits mehr als 100 vertraglich engagierten Partner, allen voran Branchengrößen wie EA, Bethesda oder Activision Blizzard.

    Ziel ist es demnach, die bisherige Reichweite deutlich auszuweiten. Zuletzt zählten allein die Videoinhalte der Gamescom über die zentrale Seite mehr als 172 Millionen Views weltweit. Hierauf möchten die Veranstalter auch in Zukunft setzen. „Mit mehr als 370.000 Besuchern im vergangenen Jahr sind wir das weltgrößte Gaming-Event“, sagte Falk, „das Ziel kann es aber nicht sein, immer mehr Menschen durch die Hallen zu schleusen.“

    Keine Kostenbarriere, mehr Reichweite

    Stattdessen könne eine digitale Ausrichtung die Reichweite international organisch ausbauen und so auch den Partnern eine wachsende Plattform bieten. Der Zeitpunkt könnte schlechter sein, die Games-Branche boomt in der Coronakrise.

    Mit den Besuchern fehlen allerdings auch die Einnahmen durchs Ticketing, digital wird die Gamescom für Zuschauer, Medien und Fachteilnehmer kostenfrei bleiben. Messechef Frese sprach von einem „ganz anderen Geschäftsmodell“ und einem Investitionsprojekt: „Die Unternehmen müssen für die offizielle Partnerschaft zahlen, diesen signifikanten Beitrag leisten aber alle, es gibt keine Diskussionen.“

    Die Reichweitenstärke mache zudem Werbeplatzierungen innerhalb der Streams und anderer Formate attraktiv. „Wir lernen gerade viel“, ergänzt Frese. Den Ansatz, ohne Kostenbarriere die Reichweite zu stärken, hält auch Felix Falk für absolut richtig.

    Wie in jedem Jahr hält die Messe auch am gesamtgesellschaftlichen Blick fest. „In der Coronakrise, in der die Gesellschaft und die Wirtschaft dringend rein digitale Lösungen brauchen, können wir als Games-Branche Innovationen mit Vorbildcharakter anbieten“, erklärt Falk. Das soll unter anderem in den Bildungsbereich verweisen, dessen digitale Professionalisierung einer der Schwerpunkte des in die Messe eingebetteten Fachkongresses sein wird.

    Politisches Gewicht verleiht in diesem Jahr die – virtuelle – Anwesenheit von Verkehrsminister Andreas Scheuer sowie Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (beide CSU).

    Einfach wird es dennoch nicht, die sonst durch Besucherandrang und Fan-Engagement sehr emotional aufgeladene Stimmung der Gamescom aufrecht zu erhalten, räumt Falk ein. „Ich war natürlich schon wehmütig“, sagte der Verbandschef, „aber das Gefühl ist inzwischen längst der Vorfreude gewichen, mit der Gamescom 2020 etwas auf die Beine zu stellen, was in seiner mutigen Konzeption im Veranstaltungsbereich einmalig ist.“

    Mehr: Messen sehnen in der Coronakrise den Neustart herbei.

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