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Crowdfunding Konsolen-Fans finanzieren Playstation-Konkurrenz

Weil sich in der Konsolen-Welt nichts tut, finanzieren Gamer ein Konsolen-Projekt namens Ouya, das Hacker willkommen heißt. Es ist nicht das einzige aktuelle Beispiel, bei dem frustrierte Kunden das Regiment übernehmen.
16.08.2012 - 12:33 Uhr 1 Kommentar
Bei Ouya heißt es „Hackers welcom“. Das Projekt verspricht eine wirklich offene Spiele-Plattform für den Fernseher.

Bei Ouya heißt es „Hackers welcom“. Das Projekt verspricht eine wirklich offene Spiele-Plattform für den Fernseher.

Düsseldorf Nun muss das Ouya-Projekt liefern: 8,6 Millionen Dollar von Fans hat die Crowdfunding-Kampagne zum Bau einer eigenen Spiele-Konsole eingesammelt – und damit hohe Erwartungen geweckt. Mit dem Betrag ist Ouya das zweiterfolgreichste Crowdfunding-Projekt aller Zeiten – nur das Projekt Pebble, das Uhren entwickelt, die mit Smartphones kommunizieren, hat mehr Geld eingesammelt. 950.000 Dollar hatten die Projekt-Initiatoren als Ziel auf der Finanzierungsplattform Kickstarter angegeben.

Der Erfolg von Ouya hat Gründe: Das Projekt begeistert Gamer, weil es eine Konsole verspricht, die anders seins soll als alles Dagewesene. Spielekonsolen wurden bislang günstig – sogar mit Verlust – verkauft, damit sich das System verbreitet. Verdient haben Microsoft, Sony und Nintendo an den Lizenzen für die Spiele. Das hat die Spiele teuer gemacht. Dasselbe Spiel für die Xbox 360 von Microsoft oder die Playstation 3 von Sony kostete im Handel daher deutlich mehr als die PC-Version – denn für die offenen Systeme Windows, Mac OS X oder Linux kann jeder entwickeln, ohne dafür eine Lizenz erwerben zu müssen.

Wie das Netz Träume finanziert
Kaffeemaschine
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Perfekte Kaffeemaschine

Rund 1500 Nutzer der Crowdfunding-Plattform Kickstarter war eine Espresso-Maschine mit moderner Steuerung und zu einem günstigen Preis eine Spende wert. Insgesamt sagten die Nutzer rund 370.000 Dollar Anschubfinanzierung zu, obwohl die Initiatoren ursprünglich nur 20.000 Dollar einsammeln wollten. „Konsistenz bei Druck und Temperatur ist der Schlüssel zu einem guten Espresso“, schreiben die Projekt-Initiatoren. „Und genau das wird unsere Maschine euch liefern – zu einem Preis der unter jeder anderen Maschine auf dem Markt liegt“.

Link: PID-Controlled Espresso Machine

(Foto: PR)
Cineskates
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Rollerskates für Kameras

Digitalkameras auf flexibel einstellbaren Rollen, die an Rollerskates erinnern – das ist die verrückte Idee eines Teams aus Texas. Der Sinn: Das Stativ auf Rollen ermöglicht flüssige Aufnahmen in beliebiger Bewegungsrichtung, die an professionelle Film-Effekte erinnern. Am besten wird das im Video der Machter auf der Projektseite deutlich. Mit dem dort vorgestellten Prototypen sammelte das Start-Up rund eine halbe Millionen Dollar über das Internet ein – 20.000 Dollar war das Ziel.

Link: CineSkates Camera Sliders

(Foto: PR)
Twine
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Das Internet der Dinge

Das Internet der Dinge wird von Netzenthusiasten schon lange vorhergesagt. Die Vision geht davon aus, dass irgendwann alle Bestandteile unseres Alltags mit dem Internet verbunden sind: Der Kühlschrank hat genauso eine IP-Adresse wie der Toaster und die Waschmaschine. Das Kickstarter-Projekt Twine will helfen diesen Nerd-Traum zu realisieren – und beliebige Dinge via Internet zu vernetzen. „Twine ist der einfachste Weg, Objekte in deinem Leben zum simsen, twittern oder e-mailen zu bringen“, versprechen die Macher.

Dafür haben die Initiatoren eine kleine türkise Box entwickelt. Sie funkt via WLAN und wird mit zwei AAA-Batterien betrieben. Die Einrichtung funktioniert einfach per Webinterface. Auf Nicht-Nerds mag das Projekt skurril wirken – doch die Macher der Boxen sammelten mehr als 550.000 Dollar von fast 4000 Unterstützern ein. Sie selbst schätzten den Bedarf für die Anschubfinanzierung auf nur 35.000 Dollar.

 

Link: Twine - Listen to your world, talk to the Internet

(Foto: PR)
Printrbot
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3D-Drucker für alle

3D-Drucker üben eine besondere Faszination aus. Das Projekt Makerbot beispielsweise fasziniert schon seit Jahren Technik-Freaks mit der Möglichkeit, Gegenstände zu drucken. Ein solches Gerät kostet jedoch mehrere tausend Euro. Das Projekt Printrbot will den bislang einfachsten und kleinsten 3D-Drucker schaffen. Wer mindestens 500 Dollar spendete, wurde ein Printrbot zum Zusammenbau versprochen. Der Drucker soll innerhalb weniger Stunden zusammengebaut sein. Mehr als 1.800 Unterstützern war die Projektverwirklichung insgesamt über 830.000 Dollar wert.

Link: Printrbot - Your First 3D Printer

(Foto: PR)
Lautsprecher
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Unsichtbare Lautsprecher

Auch die Initiatoren des Kickstarter-Projekts Hidden Radio & Bluetooth Speaker setzen auf Einfachheit: Kabellose Lautsprecher-Boxen mit Radio und dem denkbar einfachsten Design. Die kleinen Lautsprecher lassen sich kabellos via Bluetooth betreiben und sind durch ihr schlichtes Design geradezu „unsichtbar“ – oder zumindest nicht direkt als Lautsprecher zu erkennen. Eher wirken die kleinen abgerundeten Mini-Lautsprecher wie umgestülpte Tassen oder der Deckel einer Thermoskanne. Um einen Lautsprecher anzuschalten, muss lediglich die Hülle nach oben gezogen werden. Das simple Design der Lautsprecher kommt an: Rund 5.300 Unterstützern sind die „unsichtbaren Lautsprecher“ insgesamt mehr als 938.000 Dollar wert.

Link: Hidden Radio & BlueTooth Speaker

(Foto: PR)
iPod Watch
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iPod am Handgelenk

Das Kickstarter-Porjekt TikTok und LunaTik sammelte im Dezember 2010 mit einer sehr einfachen Idee sehr viel Geld: Die Produktion von Armbändern für Apples iPod nano, um ihn am Handgelenk zu tragen. Die Initiatoren des Projekts waren nicht die ersten, die auf die Idee kamen den kleinen quadratischen iPod in eine Armbanduhr zu verwandeln – doch ihr Vorschlag war der professionellste und sah besonders schick aus.

Die Macher sammelten fast eine Millionen Dollar. Mehr als 942.000 Dollar sagten mehr als 13.500 Unterstützer zu. Ab 25 Dollar sicherten sich die Unterstützer ein kostenloses Exemplar des Gadgets, das später für 35 Dollar verkauft wurde. Die zahlreichen Versuche aus dem Netz, den iPad nano in eine Armbanduhr zu verwandeln, hat Apple inspiriert. Inzwischen  bietet der iPod-Hersteller selbst ein Armband für den iPod nano für 25 Euro an.

Link: TikTok+LunaTik Multi-Touch Watch Kits

(Foto: PR)
Comic
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Comic-Auferstehung

Nicht nur Nerds kommen auf Kickstarter zum Zuge – unter den erfolgreichsten Crowdfundern aller Zeiten befindet sich auch ein Comic-Zeichner. Rich Burlew verkauft Comics auf Papier seit 2005. Rund 58.000 Dollar wollte er via Kickstarter sammeln,  um den älteren Comic-Band „The Order of the Stick: War and XPs“ wieder in den Druck zu bringen. Die Fans des Comic-Zeichners ließen sich nicht lumpen – am Ende kamen mehr als 1,25 Millionen Dollar von 15.000 Unterstützern zusammen.

Link: The Order of the Stick Reprint Drive

(Foto: Rich Burlew)

Das hat den häufig totgesagten PC als Spieleplattform am Leben gehalten – auch wenn die Anschaffungskosten höher sind als bei einer Konsole mit Spezial-Hardware. Das Ziel von Ouya lautet daher laut Projekt-Website, „die letzte geschlossene Plattform zu knacken – den Fernseher“. Während Sony den Playstation-Hacker George Hotz verklagte und damit die Szene der Hobby-Spiele-Entwickler angriff, heißt es bei Ouya: „Hackers welcome“. Das offene System soll für jeden frei veränderbar sein. Unter anderem das freie Mediencenter XMBC wird daher für Ouya verfügbar sein.

Ouya basiert auf dem offenen Smartphone-System Android, Spiele soll jeder dafür entwickeln können, ohne Lizenzgebühren zu bezahlen. Dennoch ist die Konsole extrem billig: Wer bei Kickstarter mindestens 95 Dollar für das Projekte spendete, dem versprach Ouya eine Konsole.

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    Das alles hört sich sehr gut an – für manche zu gut. PCmag.com vermutete gar einen Betrug hinter dem Projekt. Auch andere Branchenbeobachter reagierten mit Kritik. Viele äußerten sich skeptisch, ob eine 99-Dollar-Konsole es tatsächlich mit der teuren Spezial-Hardware von Playstation 3 und Xbox 360 aufnehmen kann. Zudem sei ein offenes System auch offen für illegale Schwarzkopien von Spielen – das zeigt auch der PC. Fraglich ist daher, ob Ouya mehr wird als eine Plattform für Hobby-Spiele-Entwickler.

    Spiele aus der Cloud könnten für Microsoft und Sony gefährlich werden
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    1 Kommentar zu "Crowdfunding: Konsolen-Fans finanzieren Playstation-Konkurrenz"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Finde es gut dass sich da endlich mal was tut. PS und Xbox schon zu lange im Oligopol, da tut sich ja nichts mehr. Ein bisschen Wettbewerb könnte den Markt schon beleben und neue Innovationen bringen.

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