Cyberkriminalität Innenminister bestätigt Existenz von Stuxnet-Kopien

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat Medienberichte bestätigt, wonach es bereits erste Kopien des Computerwurms Stuxnet gibt.
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Atomkraftwerk Buschehr im Iran: Das iranische Atomprogramm wurde durch die Stxnet-Attacke empfindlich getroffen. Quelle: dpa

Atomkraftwerk Buschehr im Iran: Das iranische Atomprogramm wurde durch die Stxnet-Attacke empfindlich getroffen.

(Foto: dpa)

HamburgDer Ärger mit dem Computerwurm Stuxnet fängt möglicherweise erst an. Bundesinnenminister Thomas de Maizière bestätigte dem NDR-Fernsehen, dass es bereits erste Kopien des ausgeklügelten Schadprogramms gebe, das gezielt Industrieanlagen angreifen kann.

Die Nachahmung von Stuxnet sei zwar kompliziert, „aber in bescheidenerem Umfang gibt es das bereits, deswegen müssen wir uns gegen solche Programme so gut wie nur irgendmöglich wappnen“, sagte der Minister in der NDR-Reportage „Angriff aus dem Internet: Wie Online-Täter uns bedrohen“, die das Erste am Mittwoch ausstrahlt (23.15 Uhr).

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, antwortete dem NDR auf die Frage, ob Deutschland gegen Cyberangriffe gerüstet sei: „Ich sage ganz offen, bei einem Innentäter bekommen wir Probleme.“ Als Innentäter gelten Saboteure, die weitverzweigte Computer-Netzwerke von Regierungen, Militäreinrichtungen oder Unternehmen durch Einfügen von Viren direkt infizieren.

Stuxnet gilt als intelligentes Sabotage-Werkzeug, das das iranische Atomprogramm deutlich zurückgeworfen haben soll. Der Computerwurm attackierte nur Industrie-Steuerungsanlagen von Siemens, und zwar ausschließlich in einer Konfiguration, wie sie für Zentrifugen zur Anreicherung radioaktiven Materials typisch sei.

Deswegen – und auch mit Blick auf den enormen Entwicklungsaufwand – werden westliche Geheimdienste dahinter vermutet. Die „New York Times“ berichtete kürzlich, das Virus sei in Israel getestet worden.

  • dpa
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