Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Datenschutz Amazon lässt polnische Heimarbeiter deutsche Alexa-Sprachbefehle abhören

Amazon lässt in Polen die Aufzeichnungen seines digitalen Sprachassistenten auswerten – offenbar auch im Home-Office. Datenschützer sind alarmiert.
Kommentieren
Was der US-Konzern tatsächlich alles mitschneidet, ist mitunter intransparent. Quelle: AP
Amazon Alexa

Was der US-Konzern tatsächlich alles mitschneidet, ist mitunter intransparent.

(Foto: AP)

Düsseldorf US-Konzern Amazon wertet die Aufzeichnungen seines Sprachassistenten Alexa offenbar in Polen aus. Mögliches Problem dabei: Die engagierten Zeitarbeiter durften die Aufzeichnungen offenbar im Home-Office abhören, private Details somit quasi am Küchentisch auswerten. Das berichtet die „Welt am Sonntag“.

Noch bis Freitag habe die Zeitarbeitsfirma Ranstad Polen dem Bericht zufolge entsprechende Stellen ausgeschrieben. Die einzige Qualifikation dafür seien Sprachkenntnisse gewesen.

Amazon bestätigte, dass einige Arbeiter auch außerhalb einer besonders geschützten Umgebung arbeiten dürften. Dabei würden aber  „strenge Sicherheitsmaßnahmen“ gelten.

Explizit verboten sei so zum Beispiel die Tätigkeit an öffentlichen Orten. Ein tätiger Zeitarbeiter beschreibt die Arbeit gegenüber der „WamS“ aber als „Hausfrauenjob“, bei dem er und viele seiner Kollegen am Küchentisch arbeiten würden.

Dass Amazon die Daten seines digitalen Sprachassistenten auswertet, ist seit längerem bekannt – und nicht zuletzt ein übliches Vorgehen. Auch die US-Konzerne Google und Apple transkribieren ihre Aufzeichnungen und wollen damit die Fähigkeiten ihrer Sprachassistenten verbessern.

Zuletzt kündigten Apple und Google aber an, die Auswertung ihrer Aufzeichnungen vorläufig einzustellen. Grund dafür seien Datenschutzbedenken. Beide Konzerne überlegen nun, die Nutzer explizit nach der Erlaubnis dafür zu fragen.

Am frühen Samstagmorgen reagierte nun auch überraschend Amazon. Künftig könnten alle Nutzer selbst bestimmen, ob ihre Daten ausgewertet werden können und ihre Sprachbefehle für die menschliche Nachbearbeitung explizit sperren. Wie Nutzer diesem Vorgehen widersprechen können, veröffentlichte Amazon auf seiner Homepage.

Screenshot von der Website: Nutzer können die Sprachauswertung sperren.
Neue Amazon-Funktion

Screenshot von der Website: Nutzer können die Sprachauswertung sperren.

Damit reagiert Amazon auch auf immer lautere Rufe von Datenschützern, die ein solches Prozedere schon länger fordern. So rief jüngst die Hamburger Datenschutzbehörde alle Anbieter zu einem solchen Vorgehen auf und warnte die Nutzer: Die Verwendung von Sprachassistenten sei unter den laufenden Umständen „hoch risikoreich“ im Hinblick auf die Privatsphäre.

Mehr: Bei Siri reicht wohl mitunter das Geräusch eines Reißverschlusses, um Siri zu aktivieren. Die Einstellung der Datenauswertung ist daher richtig, kommentiert Handelsblatt-Redakteur Christof Kerkmann.

Startseite

Mehr zu: Datenschutz - Amazon lässt polnische Heimarbeiter deutsche Alexa-Sprachbefehle abhören

0 Kommentare zu "Datenschutz: Amazon lässt polnische Heimarbeiter deutsche Alexa-Sprachbefehle abhören"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote