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Datenschutz Google will Werbetreibenden weniger Kundeninformationen weitergeben

Der Suchmaschinenanbieter reagiert auf die Kritik von Datenschützern. Googles Werbekunden sollen künftig weniger über ihr potenzielles Publikum erfahren.
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Der Suchmaschinengigant verdient viel mit Online-Werbung. Nun verschärft der Konzern den Datenschutz. Quelle: AP
Google-Campus in Kalifornien

Der Suchmaschinengigant verdient viel mit Online-Werbung. Nun verschärft der Konzern den Datenschutz.

(Foto: AP)

Düsseldorf Google will seinen Werbekunden künftig weniger Informationen über die Menschen geben, denen die Werbung gezeigt wird. Damit reagiert der Suchmaschinenanbieter auf die Kritik von Datenschutzbehörden in der EU. Google werde ab Februar 2020 Werbekunden keine Informationen mehr über die Art der Inhalte geben, in deren Rahmen eine Anzeige erscheinen würde, teilte Produktmanagerin Chetna Bindra in einem Blogbeitrag mit.

Google verkauft Werbeplätze etwa auf den Seiten von Medienhäusern in Echtzeitauktionen. Werbetreibende buchen dabei nicht bestimmte Plätze auf Internetseiten, sondern geben Gebote für die Zusage von Google ab, die Anzeige auf verschiedenen Plätzen etwa Internetnutzern in einer bestimmten Stadt anzuzeigen, die beispielsweise auf Nachrichtenseiten oder Musikportalen unterwegs sind.

Wegfallen soll künftig eine weitere Eingrenzung der Zielgruppen auf das Publikum sehr spezifischer Kategorien. Werbung kann dann beispielsweise noch auf einer Nachrichtenseite in der Rubrik Politik platziert werden, aber nicht mehr gezielt zwischen den Beiträgen zu Debatten über Verkehrspolitik.

Die Informationen über das Werbeumfeld helfen Werbekunden, ihre Anzeigen gezielt in einem bestimmten Kontext zu schalten oder im Rahmen von Inhalten zu präsentieren, die sich positiv auf die Marke auswirken, schrieb Bindra in der Mitteilung.

Aus den gesammelten Angaben lässt sich schließen, welche Nutzergruppen sich aktuell auf welcher Art von Webseiten aufhalten. Mithilfe der Informationen aus Auktionsangeboten könnten Werbetreibende detaillierte Nutzerprofile erstellen und Nutzergruppen im Netz verfolgen, sagen Kritiker. Je mehr Informationen von verschiedenen Marktplätzen kombiniert werden, desto detaillierter lassen sich Gruppen auf kleine Personengruppen eingrenzen.

Auf Basis dieser Angebote könnten Werbetreibende detaillierte Nutzerprofile erstellen, sagen Kritiker. Die Praxis sei nicht mit der Datenschutzgrundverordnung vereinbar, weil auch Daten von Internetnutzern verarbeitet und weitergegeben würden, die sich aktiv gegen gezielte Werbung (Targeting) entscheiden.

Bindra weist im Blogeintrag daraufhin, dass den Interessenten auf ihren Marktplätzen eine die Nutzerprofilbildung untersagt ist. Daten wie die IP-Adresse der Nutzer werde gekürzt dargestellt und Nutzer-IDs sollen nicht eindeutig zuordnungsfähig sein. Wie weitreichend Nutzer durch diese Änderung tatsächlich geschützt werden, ist umstritten.

Google arbeite daran, eigene Produkte und Praktiken an sich verändernde Erwartungen über den Umgang mit Daten anzupassen, sagte Bindra. „Wir werden sicherstellen, dass Entscheidungen über die Datenverwendung respektiert werden, Nutzern zusätzliche Kontrollmöglichkeiten geben und mehr Transparenz darüber schaffen, wie digitale Werbung funktioniert.“

Mehr: Tech-Konzerne wie Google und Facebook nutzen Bankgeschäfte als Datenquelle – und damit für die Kundenbindung. Banken sollten es ihnen gleichtun.

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