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Datenspeicher Strompreise bremsen deutsche Rechenzentren

Deutschland stellt ein Viertel der europäischen Serverkapazitäten. Dennoch wachsen Rechenzentrumsmärkte in anderen Länder deutlich stärker. Schuld sind die vergleichsweise hohen Energiekosten in der Bundesrepublik.
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1,7 Millionen Server gab es im Jahr 2014 in Deutschland. Quelle: dpa
Rechenzentrum DARZ in Darmstadt

1,7 Millionen Server gab es im Jahr 2014 in Deutschland.

(Foto: dpa)

KölnDas Geschäft mit immer größeren Datenmengen erfordert vor allem eines: den Zubau von Rechenkapazitäten - schnell, sicher und massiv.

Im Jahr 2014 wuchs in Deutschland die Zahl der Server um 7,5 Prozent auf 1,7 Millionen. Das ergab eine jetzt veröffentlichte Erhebung des Forschungsinstituts Borderstep. Auch die vermehrte Nutzung von Multimedia-Diensten wie Netflix treibt den Bedarf nach Rechenleistung in die Höhe. Deutschland ist der größte Standort für Rechenzentren in Europa und stellt laut Studie etwa ein Viertel der Kapazitäten des Kontinents.

Doch obwohl die Investitionen in Aus- und Neubau der Infrastruktur hierzulande um sieben Prozent auf 800 Millionen Euro stiegen, ist das Wachstum im internationalen Vergleich gering. „Andere Rechenzentrumsmärkte - insbesondere in den Niederlanden und in Skandinavien - wachsen deutlich stärker als der deutsche Markt“, sagt Ralph Hintemann, IT-Experte am Borderstep Institut.

„Deutschlands großes Problem sind die hohen Strompreise“, sagt Felix Dembski, Bereichsleiter Intelligente Netze und Energie beim Branchenverband Bitkom. Die Stromkosten für Rechenzentren lägen in den Niederlanden bei zwei Drittel des deutschen Preises, in Frankreich gar bei der Hälfte. Die Bundesregierung lehne bislang ab, Rechenzentren von der Umlage im Zuge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes auszunehmen. Das hemme das Wachstum der Branche, zumal der Verbrauch der Rechenzentren trotz Effizienzbemühungen leicht auf zehn Milliarden Kilowattstunden angewachsen ist.

Punkten könne Deutschland hingegen mit einer sehr guten Netz-Infrastruktur, sagt Dembski. Mit De-Cix verfügt Frankfurt am Main über den weltgrößten Internetknotenpunkt. Auch hohe Datenschutzanforderungen werten Betreiber als Pluspunkt. „Datenschutz ist das Topargument für Deutschland“, sagt er. Die stabile politische Lage und das von wenigen Extremen geprägte Wetter wüssten Anbieter von Rechenleistung zudem zu schätzen.

Sogwirkung entfalten könnte auch der deutsche Mittelstand als Nachfrager von Clouddiensten. „Die Nähe zum Kunden ist ein wichtiger Standortfaktor. Da Deutschland sehr dezentral und mittelständisch geprägt ist, ist das ein Argument für Rechenzentrumsbetreiber, sich hier anzusiedeln“, so Dembski.

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1 Kommentar zu "Datenspeicher: Strompreise bremsen deutsche Rechenzentren"

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  • Das ist wieder ein Beispiel dafür, daß die selbstmörderische deutsche Energiewende wirklich selbstmörderisch ist. Die Regierung Merkel vernichtet durch die Energiewende in großem Stil Arbeitsplätze. Sie ist eine Kanzlerin der Zerstörung.

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