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Deutsche Telekom Mega-Fusion von T-Mobile US und Sprint rückt näher – doch das Justizministerium hat Bedenken

Die Aufsicht FCC begrüßt den Kompromiss zur Fusion von T-Mobile US und Sprint. Das Justizministerium könnte jedoch mehr Zugeständnisse fordern.
Update: 20.05.2019 - 23:34 Uhr Kommentieren
Die beiden Konzerne hatten den US-Wettbewerbsbehörden am Montag einen Kompromiss vorgelegt, der die Bedenken aus dem Weg räumen sollte. Quelle: Reuters
Sprint und T-Mobile US

Die beiden Konzerne hatten den US-Wettbewerbsbehörden am Montag einen Kompromiss vorgelegt, der die Bedenken aus dem Weg räumen sollte.

(Foto: Reuters)

New York, BonnFür die Telekom und ihre US-Tochter T-Mobile war der Montag ein Wechselbad der Gefühle. Noch am Morgen hatte der Chef der Aufsichtsbehörde FCC der geplanten Fusion von T-Mobile und Sprint seinen Segen gegeben und damit die Aktienkurse der beiden Unternehmen beflügelt. Doch kurz vor Börsenschluss in New York kam ein Dämpfer vom Justizministerium. Die beiden müssen vielleicht doch noch nachbessern.

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge könnte das Justizministerium weitere Zugeständnisse von T-Mobile und Sprint fordern, um die Fusion durchzuwinken. Die Aktienkurse von Sprint und T-Mobile brachen zunächst ein, erholten sich aber wieder und schlossen mit je knapp 18 Prozent und knapp vier Prozent im Plus.

Damit bleibt die vor einem Jahr angekündigte Fusion weiter spannend. Lange schon zittert Deutsche Telekom, ob die geplante Fusion ihrer US-Tochter mit dem Rivalen Sprint durchgeht. Am Montag konnte der Dax-Konzern einen entscheidenden Durchbruch vermelden. Der Chairman der US-Telekommunikationsaufsicht, Ajit Pai, hat den neuen Kompromiss zu dem Zusammenschluss begrüßt und sich für eine Fusion der beiden Unternehmen ausgesprochen. Grund waren vor allem die Pläne für das neue 5G-Netz und die ländlichen Gebiete.

Noch steht aber eine wichtige Hürde aus: Das US-Justizministerium hat noch kein abschließendes Urteil veröffentlicht. Die Behörde FCC schaut sich die Auswirkungen des Deals auf den Telekommunikationssektor an. Das Justizministerium beurteilt die geplante Fusion hingegen mit Blick auf die Wettbewerbssituation.

Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass sich die Behörde offen gegen die Entscheidung der Telekomaufsicht stellt – sowohl FCC-Chef Pai als auch der Chef des Justizministeriums, Makan Delrahim, wurden von US-Präsident Donald Trump eingesetzt. Ein Widerspruch gilt in informierten Kreisen als eher unwahrscheinlich. Das Justizministerium könnte jedoch auf strengere Auflagen für die Fusion drängen, wie es auch Bloomberg mit Bezug auf eingeweihte Kreise berichtet.

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T-Mobile und Sprint hatten am Montag einen Kompromiss vorgelegt, der die Bedenken der Wettbewerbsbehörden aus dem Weg räumen sollte. Der Kompromissvorschlag sieht unter anderem vor, dass Sprint eine seiner Prepaid-Marken an „einen seriösen und glaubwürdigen“ Käufer abgibt, wie aus den Unterlagen hervorgeht, die die Unternehmen der Börsenaufsicht SEC vorgelegt haben.

Darin verpflichten sich T-Mobile und Sprint auch, mit dem Echtzeitmobilfunk 5G innerhalb von drei Jahren 97 Prozent der Bevölkerung der USA abzudecken. Außerdem verpflichten sich die beiden Anbieter, in den drei Jahren nach der Fusion Preise für die Endkunden anzubieten, die unter denen von Sprint und T-Mobile vom Februar liegen. Mit diesen Vorschlägen wollten sie die FCC und das Justizministerium überzeugen, dem Zusammenschluss zuzustimmen.

„Zwei der Top-Prioritäten sind, die digitale Unterversorgung in den ländlichen Gebieten der USA zu bekämpfen und den USA die Führung bei 5G zu sichern, der nächsten Mobilfunkgeneration“, sagte FCC-Chairman Pai. „Die Verpflichtungen, die T-Mobile und Sprint heute eingegangen sind, würden die Erreichung dieser beiden Ziele entscheidend voranbringen“, erklärte er.

Kurz nach Veröffentlichung der Aussagen des FCC-Chefs war die Sprint-Aktie um 27 Prozent in die Höhe geschossen. Die Bewertung von T-Mobile US kletterte um sieben Prozent.

Die Wettbewerbsbehörden hatten zuvor Sorgen geäußert, durch den Zusammenschluss der Nummer drei und der Nummer vier auf dem US-Mobilfunkmarkt könnte der Wettbewerb eingeschränkt werden, wodurch die Preise steigen könnten. Erst vor drei Wochen haben T-Mobile und Sprint ihre Frist für den Zusammenschluss um drei Monate bis zum 29. Juli verlängert. Damit haben sie Zeit gewonnen, um den Behörden neue Vorschläge zu unterbreiten.

Telekom-Chef Timotheus Höttges hatte noch vor gut einer Woche gesagt: „Wir haben gute Fortschritte gemacht.“ Bis Anfang Juni erwarte er ein Signal, ob die Fusion genehmigt werden könnte oder nicht. Die FCC hat ihr Signal nun gesendet, das des Justizministeriums steht aber noch aus. Außerdem könnten auch noch die Staatsanwälte einzelner Bundesstaaten gegen die Fusion klagen.

Die Vereinigten Staaten sind der mit Abstand wichtigste Einzelmarkt für die Telekom. Im ersten Quartal 2019 entfielen 50,3 Prozent des gesamten Konzernumsatzes auf das US-Geschäft – so viel wie nie zuvor. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres verbuchte T-Mobile US 1,7 Millionen neue Kunden.

Die Gewerkschaften sehen die Fusion weiter kritisch. „Wir werden so lange Druck machen, bis die Mitarbeiter eine Stimme im Betrieb haben“, kündigte Verdi-Mann Ado Wilhelm an, der die Kampagne der US-Gewerkschaft CWA unterstützt. Die Arbeitnehmervertreter fürchten den Verlust von bis zu 30.000 Jobs durch den Zusammenschluss.

Mehr: Die Telekom will ihr US-Geschäft mit dem Zukauf des Rivalen Sprint ausweiten. Lesen Sie hier, wie der Konzern für den Deal wirbt.

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